Welchen Fragen wollen wir uns Stellen?

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Licht wird eingeblendet. Geflüster verstummt im Publikum. Eine Person schaut zu Boden, weiter hinten im Dunkeln sitzt eine zweite Person auf einer Bank.

-Was braucht es, um geliebt zu werden? Warum sind wir die Opfer unserer selbst? Wieso zerstören Niederlagen uns wenn doch auch Misserfolge Fortschritt sind?

-Nein

-Können wir noch selbstlos sein, wenn wir durch unseren Altruismus von allen Seiten ausgesaugt wurden? Werden wir gezwungen uns so zu verhalten wie die Gesellschaft es sich für uns vorstellt? Wie funktionieren Ampeln?

-Nein

Wieso macht Erfolg abhängig? Warum lesen wir nicht Sartre wenn wir es wollen? Wann bin ich interessant genug?

-ja

– Werden wir unseren Vorstellungen von uns selbst jemals gerecht? Wann hören wir auf uns zu verändern? Wie spät ist es? Was macht unsere Außenwelt mit uns? Wann sind zufrieden mit uns selbst?

– Nein?

–  Wer sind wir? Wie nehmen wir uns selbst wahr?

– Ja.

– Brauchen wir die Anerkennung anderer um glücklich zu sein? Wann sind wir wichtig?  Sind wir der Mensch von dem wir denken der wir sind? Wieso können wir Menschen nicht essen?

– Zeit ist alles, was du hast.

–  Kommen Meinungen von selbst? Warum sehen wir nie die wichtigen Dinge im Leben? Werden wir je vergessen wie unsere Umwelt aussieht? Wann haben wir genug von uns selbst? Wie lange muss ich die Augen schließen um zu vergessen?

Was unterscheidet uns voneinander?

Wie bin ich so geworden, wie ich bin?Wo finden wir uns selbst? Warum sind wir wichtig? Woher wissen wir wer wir sind? Wann sind wir zufrieden? Wie viele Gefühle müssen wir zulassen um Liebe zu empfinden? Wann bin ich interessant genug? Bin ich es wert am Leben zu sein? Ist die Welt bereit für mich und bin ich überhaupt bereit für die Welt? Wie viele Variationen gibt es eine Wassermelone zu schneiden?

Ja? Wieso können wir nicht alle Philosophen sein? Warum brauchen wir so viel wie wir glauben zu brauchen?

Ja.

Ist Versprechen ein Fehler? Wieso versprechen wir, einander zu lieben? Wie wären wir wenn wir keine Grenzen hätten so zu sein wie wir sind? Was passiert wenn wir unsere Ziele erreicht haben?

Nein

Kristina Vasilevskaja

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Wie schreibt man Winter?

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Einige setzen ihre Skihelme auf, die Schnallen der Skier fest an die Fußsohlen geklebt, andere fliegen auf einsame Sonneninseln, ich dagegen verwöhnte meinen Geist mit Literatur und guten Menschen. Fragt sich nun, was besser ist.

Es war ein sonniger Montag und für die meisten der Beginn einer weiteren Arbeitswoche. Für die Berliner Jugend der Beginn einer schulfreien Woche. Ich will nicht prahlen – ich stelle fest und meine, dass die Sonnenstrahlen auf das Lächeln eines Jeden wirken sollten. Winter ist doch gleich viel angenehmer, wenn klarer Himmel die vom Schnee gezeichneten Straßen erhellt.

Angekommen am Gleis war bereits eine bunte Menge Leute versammelt, die sich aufgeregt unterhielt. Mit jeder neu ankommenden Person stieg die Vorfreude, bis dann schließlich der Zug nach Trebnitz eintraf. Es wurde so viel erzählt, jeder kannte Jeden und hatte den Anderen monatelang nicht gesehen. Die Vorfreude und Energie der Anderen war so ansteckend. Ich fragte nach Namen und stellte genauso oft die Frage ,,Wie oft warst du schon in Trebnitz?“ Und verwechselte auch noch alles.

Drei Dinge wurden mir an meinem ersten Tag bewusst:

1. Die Mitglieder der Literaturwoche, oder wie sie inoffiziell genannt wurde ,,das Spezi“ waren eine große Familie. Ein Grund dafür ist einfach, weil so viele schon so oft dort gewesen waren und auch, weil so viel Vertraulichkeit in der Luft lag.

2. ,,Wie fühlt es sich an, wieder nach Trebnitz zu kommen?“ ,,Wie für eine kurze Zeit nach Hause zu fahren.“

3. Das Spezi ist eine riesige Tradition bestehend aus etlichen kleineren Traditionen und Ritualen. Angefangen von ,,Hallo, Hallo?“ – ,,Wir sind’s!“ Zur Begrüßung bis zum Anklagen eines vermeintlichen Zaubertrolls.

Einer meiner Lieblingsbräuche war das Energizing. Es gab eine Auswahl an verschiedenen sinnfreien, aber äußerst witzigen Einheiten, die wir durchführten, wenn sich ein wenig ,,meh“ oder ,,eh..“ gefühlt wurde. (Ausgesprochen, klingt das verständlicher)

Es gab den Wotanshou Tanz, der von dänischen Pfadfindern nachempfunden wurde. Man spricht dabei eigenartige Reihen von skandinavisch klingenden Worten und hampelt mit den Beinen und Armen in einer bestimmten Reihenfolge – klingt doch wundervoll! So sprachen und bewegten wir uns alle zusammen, damit es gemeinsam total belämmert aussah und das machte Spaß.

Ein weiterer Energizer handelt von einer Banane, die zuerst geschält, dann geschnitten, gegessen und schließlich ausgekotzt wird. Begleitet wird diese Einheit von sinnlosen Wörtern, die, wie ein Mix aus Latein und Italienisch klingen. Einfach herrlich! (Die Sprache kann man sich ein wenig wie bei dem Minions vorstellen)

Einen weiteren Teil der Woche, den ich sehr genossen habe, waren die originellen Tischgespräche. Ein ganz interessanter Gedanke war die Etablierung von Muttermilch und Muttermilchprodukten. Es wurde kontrovers diskutiert inwieweit ethisch vertretbar die Durchführung wäre und wer überhaupt aus Muttermilch hergestellten Yoghurt essen würde. Atomkraftwerke und die Wehrpflicht waren ebenfalls häufige Themen. (Ich hoffe das darf ich herausplaudern)

Der eigentliche Kern dieser Woche lag jedoch bei unseren Texten, die wir am Ende in einer Lesung vorstellten. Texte, die noch nicht geschrieben wurden und zu denen die meisten noch keinerlei Ideen hatten. Also Fingen wir an mit Workshops zum Basteln von Briefumschlägen und dem Erstellen einer Spezi-Gestalt. Macht Sinn. Macht Spaß.

Schließlich hatten wir an unserem ersten Tag wunderschön gestaltete Briefumschläge für jeden. Diese wurden an eine Pinnwand geheftet und jeder konnte jedem, anonym oder auch nicht, Botschaften schenken. An diesem Montag war auch Sascha Kim Andrea geboren: eine Gestalt, dass uns durch das Spezi begleiten sollte und unsere Erinnerungen sammelte. Ihre Persönlichkeit wurde über die ganze Woche hinweg von allen Teilnehmern vervollständigt. Neben „SKA“gab es noch weitere herumlungernde Wesen, nämlich die geheimen vom Los auserwählten Trolle, die Leute verzaubern konnten. Und neben all diesen schönen Dingen hatten wir noch einen Text zu schreiben! Gut, dass da noch die verlockenden täglichen Workshops waren, die mit ihren Themen über verlassene Inseln, Lyrik und Surrealismus die Zeit noch schneller vergehen ließen.

Der letzte Abend war das große Highlight an dem wir Uns Sketche ausgedacht hatten und aufführten. Danach folgte eine weitere Tradition: das Bücherschreiben. Jeder durfte sich ein Buch aussuchen, worin dann Jeder eine Eintragung hinterließ. Die Bücher wurden mit den liebevollen Eintragungen dann noch viel wertvoller. Ich liebte es all die verschiedenen Handschriften zu lesen, die verrieten, wie gemocht ich wurde. Manchmal war es doch besser als jede Schokolade, sich von geliebten Menschen mit Worten und Gedanken verwöhnen zu lassen.

Dinge, die ich von der Literaturwoche gelernt habe

  • Umgeben sein von wundervollen Menschen, die dir gut tun, ist besser als jeder Luxusurlaub
  • Inspiration lässt dein Herz, wie Schokolade im Sommer schmelzen, nur dass du nicht auf den Sommer warten brauchst
  • Durch Öffnen der Ohren und der Seele zu Anderen findest du Kreativität und Inspiration
  • Inspiration findest du auch durch einfaches Beobachten und Hinterfragen deiner Umgebung

Ich hatte das Glück, diese Eindrücke und Erinnerungen im Schloss Trebnitz mit den kreativsten und einzigartigsten Menschen zu sammeln. In den prächtigen Räumen des Schlosses widmeten wir uns dem, was uns verband und unsere Seelen erfüllte- dem Schreiben, jedenfalls im besten Fall.

Den kleinen gefrorenen See in der Winterlandschaft beobachtend, umrahmt von Schilf und Gräsern , die vom feinem Schnee gesprenkelt waren;Baumstumpfe und Holzbänke vervollständigten dieses idyllische Bild und es entstand der perfekte Ort, um Gespräche über Menschen und das Universum mit den interessantesten Menschen zu führen.

Nun leide ich und freue mich zu gleich. Post-Spezi-Depression. Wenn du nicht wahrhaben willst, dass es vorbei ist, dass diese wundervollen Menschen wieder in ganz Deutschland zerstreut sind. Wenn du mit aller Kraft versuchst in den normalen Alltag zurückzukehren, fern von abstrusen Energizern, die sich nur Pfadfinder aus Dänemark hätten ausdenken können, kuriosen Gesprächen beim Essen und den Morden in den Werwolfspielen um Mitternacht.

Diese Woche war so gefüllt mit Freundlichkeit und Herzenswärme. Ich bin so unendlich glücklich und dankbar, diese Kreativität und diese Menschen und all das Schreiben verspürt zu haben.

Ich danke den Schreibenden Schülern und ihren Unterstützern für so etwas wie das Spezi. Ich habe niemanden getroffen, der nicht gern dort war, der nicht gern Teil dieser wundervollen Familie sein durfte.

Ich danke auch Renate Zimmerman, der ich so viel zu verdanken habe und, die mich dem Schreiben und allem was dazu gehört stets näher gebracht hat.

Es steht mir im Gesicht geschrieben

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Schreib! Schreib, über das, was dir wichtig ist! Schreib über alles, was dich stört! Schreib über das, was dich berührt, was dich aufregt. Schreib über das, was du ändern willst. Auch, wenn du nur eine kleine Stimme im Vogelgeschrei des Dschungels bist. Schreib, über die Dinge, um die du dich sorgst. Schreib, über das, was dich begeistert. Was wäre denn diese Welt ohne die Vielfalt der Dinge?

So viele Blogger, Kolumnisten,Alltagszwitscherer, Journalisten. Wenn wir davon ausgehen, dass sie schon alles gesagt haben, liegen wir weit daneben. Wenn wir davon ausgehen, alles was sie schreiben sei richtig, liegen wir weit weit weit daneben. Ein Glück gibt es genug Möglichkeiten, von sich hören zu lassen- manchmal mehr als nötig.

Lass dich nicht erdrücken von der Vielzahl des Bereitsgesagten, der Vielzahl, der Menschen, die bereits ihre Meinung sagen. Hab keine Angst vor dem Gedanken, sowieso nicht wahrgenommen zu werden. Wenn ich so gedacht hätte, würdest du das jetzt nicht lesen.

In dieser Welt in der jede einzelne Meinung zählt und doch, durch die Vielzahl unterzugehen scheint, in dieser Welt müssen wir unsere eigene Stimme finden. Nicht nur, um gelesen und gehört zu werden, von wem auch immer, sondern auch, um uns selbst zu hören, selbst zu erkennen, was wir denken. Schreib. Fang einfach an.

Maybe it was already told, but not by you!

Vor einem Jahr habe ich genau das getan. Wortwörtlich habe ich Worte  und Aussagen verbunden, nicht nur getippt oder mit der Hand Buchstaben aus Tinte geformt, sondern gestempelt. Mühselig jeden einzelnen Buchstaben in die Druckerfarbe gedrückt- zuerst Blau, dann Rot, damit sie ein großes Ganzes aus Gedanken und Geschichten ergeben. Worte wurden zu Sätzen und Sätze zu Aussagen, die nach und nach linienartig mein Gesicht und mein Haar bildeten. Durch das, was ich da gefunden und gedacht habe, erkannte ich meine Stimme. Meine Botschaft, die aus so viel Liebe, Erschütterung, Empörung und Endgültigkeit bestand. Ich konnte all das teilen, über mein Abbild, meinen leider etwas zu wütend gewordenen Blick und über die lila Worte, durch die all das entstanden war.

Meine Botschaft betrifft all die Töchter, Mütter, Freundinnen, aber genauso all die Freunde, Väter, Brüder. Es sind die Reaktionen und das Verhalten, die viele vom jeweils anderem zu spüren bekommen. Einige mehr andere weniger, aber wenn wir die Augen öffnen, einfach nur Dinge bemerken, dann erkennen wir all die Widersprüche. Es ist die ständige Erniedrigung. Das elende Festhalten an alten Stereotypen. Die niemals endende häusliche Gewalt. Das Klassifizieren und Objektivieren. Das Definieren von Gleichheit zwischen Mann und Frau, denn Feminismus beinhaltet nicht nur Frauen. Das ist etwas, was ich während meiner Recherchen immer wieder erkannt habe. Viele denken Feminismus beinhalte nur Frauen, aber dem ist nicht so. Feminismus bedeutet so viel mehr, als Frauenstärke.

Tatsächlich ist dieses gesamte Problem so riesig, dass mein Gesicht dafür nicht ausgereicht hat. Und Zeit – Zeit spielt auch eine Rolle, denn es bringt mir wenig, mein Leben mit dem Drucken von Buchstaben zu verbringen. Aber es war ein Anfang, richtig? Es ist ein nie endender Prozess, denn es ist ein so altes Problem mit immer neuen Geschichten und Ereignissen. Es beginnt mit einem Tweet, einem Hashtag, einer kurzen Bemerkung. Dann fangen wir an, zu entwickeln. Wir reagieren und handeln. Schreiben und Handeln-der perfekte Ausgleich!

Jeder hat mindestens eine Botschaft, die er ins sich trägt, eingebettet in die unermüdliche Empörung über eine Sache. So als würde dich insgeheim jedes Mal etwas  aufregen und endlich kannst du dich ausreden, kannst sagen, wie sehr es dich stört.

Der Kopf wartet nur darauf, geöffnet zu werden, die geborgenen Botschaften nach außen fliegen zu lassen. Also, schreib, um diese Botschaften empor fliegen zu sehen.

Wir schreiben und reden und teilen und damit sollten wir niemals aufhören. Doch sei gewarnt, denke bevor du etwas aussagst, wäge ab und informier dich, bevor du urteilst.


Ich habe dieses ,,Projekt“ in der Freien Kunstklasse realisieren können und bin sehr dankbar dafür. Unter folgendem Link findet ihr die Seite dazu.                                 https://freie-kunstklasse.de/kristina-vasilevskaja

Informiert euch

 

 

 

Philosophie in der Autobahntankstelle

Allgemein, Stories
Eine Geschichte über Stille, Zeit und das Fragen nach dem Sinn der Existenz

Tapp. Tapp…tapp. Finger. Einer nach dem anderen berührt den Tresen im Takt. Tapp..tapp…tapp. Tropfen.Einer nach dem anderen berührt leise den Waschbeckenboden. Und sonst nichts. Nur Stille, die so unendlich weit zu sein scheint. Da ist noch etwas- leise, wegen der Gewohnheit schon fast überhörbar: das Ticken der 1-Dollar-Uhr über dem Türrahmen.

Es wird nicht gelangweilt Kaugummi gekaut, keine Fingernägel gefeilt, wie sie es aus den Filmen kennt von den Leuten, die sich langweilen.

Zeit vergeht und sie ist hier, freiwillig und dennoch nicht frei. Sie ist nicht gefangen, kann aber trotzdem nicht fliehen.

Sie denkt, dass es vielleicht ein Fehler war, hier zu sein, aber gleichzeitig ist alles so, wie es kommen musste, jeder Streit und jede Fahrt ins Dunkle. Das sagt sie sich jedenfalls jedes Mal, wenn sie unzufrieden ist mit ihrer Situation und wenn etwas gut läuft, dann war sie es  ganz allein- nicht das Universum.

Sie ist nicht sicher, was genau, sie hierher verschlagen hat. Müssen manche Menschen minderwertige Dinge übernehmen? Wie ein einsamer Eisverkäufer am Nordpol, so fühlt sie sich jedenfalls. Was ist die Antwort auf die Existenz jedes einzelnen Menschen? Was ist das Warum?  Sie glaubt fest daran, dass jeder geborene Mensch eine Aufgabe bekommt, von wem, weiß sie nicht genau- sie ist nicht gläubig, aber auch nicht Atheistin.

Wir kommen dem Lösen unseres eigenen Problems im Laufe des Lebens sicher immer näher durch unser Gefühl, aber genauso gut, ist es möglich, vom Weg abzukommen. Ist sie bereits von ihrem Weg abgekommen? Sie sieht sich jedenfalls nicht, weiter Pflastersteine legen. Im Moment ganz bestimmt nicht.

Tapp..tapp…tapp. Sie könnte versuchen, den Wasserhahn zu reparieren, ja das könnte sie wohl, wenn sie nicht so damit beschäftigt wäre, über den Sinn des Lebens nachzudenken und einen Nutzen hatte das auch nicht wirklich, denn zu einem Ergebnis wird sie nicht kommen.

Tun die Anderen denn nützliche Dinge? Und was ist denn überhaupt nützlich? Ihre Brüder jedenfalls nicht- in keiner Weise. Ihre ständig arbeitende Mutter vielleicht für die Familie als Stütze und Person und ihr Vater? Ihr Vater, der mehr Zeit unter Autobäuchen verbrachte als im Bett schlafend.

Tapp..tapp..tapp und dann ein kurzes augenblickliches Aufleuchten von draußen. Sie hebt den Kopf, die Nasenspitze zur Tür gerichtet und die Finger still auf dem Tresen liegen. Sie schaut und wartet bis sie eine Autotür zuklappen hört und jemand kommt, vielleicht ein paar Worte sagt, ihr einen schönen Tag wünscht, doch sie hört nur das leise Quietschen aus der Werkstatt nebenan.  Die Tür öffnet sich nicht und die etlichen Tüten Chips in den Regalen verstauben noch mehr und das Verfallsdatum der Beef Jerkeys rückt immer näher und das Benzin scheint, noch viel stärker zu stinken. Ihre Jeanslatzhose damit zu parfümieren, so scheint es.

Tapp..tapp..tapp..Sie sieht hinab auf ihre Finger, wie sie leise auf dem Holz dumpfe Töne abgeben..tapp..tapp..tapp. Sie fragt sich, wann es aufhört, wann die Finger aufhören, sich zu bewegen, sich nicht mehr nach ihrem Willen, ihrem Kopf richten. Selbständig werden oder einfach die Lust am Bewegen verlieren. Sie war immer der Optimist der Familie gewesen, doch heute denkt sie nur an das Vergeuden von Zeit. Angestrengt und verzweifelt, aber leise. Alles ganz leise, so als hätte man vergessen, wo der Lautstärkeknopf war.

Es liegt am Wetter. Es liegt immer am Wetter. Eigentlich liegt es doch daran, dass heute nur ein Kunde Halt gemacht hatte.

Langsam, so als wäre sie versteinert gewesen, dreht sich ihr Kopf Richtung Türrahmen. Zwanzig nach Acht. Freitag. Oktober 23, 2015. Der beste Zeitpunkt, um mit Freunden mit der Bahn in Richtung Club zu fahren. Dachte sie. Jedenfalls tun das die Leute in den Filmen, die sie mit George und Michael manchmal schaut. Dann suchen sie immer nach abgelaufenem Popcorn aus dem Laden. Vor allem jetzt in der kälter werdenden Zeit liebt sie es, eingekuschelt in die Pullover ihrer Brüder auf dem alten Sofa zu lümmeln und sich von ihren Eigenarten berieseln zu lassen. Wie sie manchmal anfangen, vom Auswandern zu erzählen, wie sie es in RealityShows gesehen hatten. Sie erzählen ihr, wie sie zusammen ihren eigenen Elektrofachladen aufmachen wollen. Daraufhin hatte sie gelacht, aber nicht aus Verspottung. Eines Tages will sie ihren Pflastersteinweg zu Ende bauen, zurücksehen und zufrieden sein.  

Tapp..tapp..tapp.Immer noch hier.

Bloggen, um zu bloggen?

Allgemein

Ohne wirklich Blogger zu sein, möchte ich Blogger werden. Wenn ich einen Blog habe, ist das wohl zu erwarten, oder? Aber was gehört eigentlich alles dazu? Wieso gibt es heutzutage Millionen Blogger?

Ich bin ja noch ganz am Anfang meines Blog und habe eigentlich keinerlei Ahnung und Erfahrung.  So sehe ich mich dann in tausend Ratgeber vertieft, was denn alles zu einem Blog dazugehört, was man beachten muss und was man vermeiden sollte.

Fühlt sich an als wäre ich schwanger, lese tausend Ratgeber, was das beste für mein Kind wäre und genau so fühlt es sich auch an, denn ein Blog ist sozusagen ein Baby. Wenn ein Blogger ein Kind hat, ist er eigentlich Vater/Mutter von zwei Kindern. Wahrscheinlich fühlt sich das so an.

Nachts wirst du von Ideen geweckt, die wie Geschrei auf dein Gehirn trommeln. Morgens bist du müde, brauchst dringend einen Kaffee, um dich daran zu erinnern, was das für Geschrei war. Mittags schläft das Baby und du beruhigst dich ein wenig, bist aber trotzdem besorgt.  Irgendwie liebst du dein Baby, was auch immer du ihm für einen Namen gegeben hast. Du freust dich, wenn andere dein Baby sehen und von ihm erzählen. Manchmal gibt es ganze Babyrunden, damit die Babys sich untereinander kennenlernen.

Glücklicherweise werden Blogs nicht selbstständig, knallen nicht mit Türen, ja verbrauchen nicht mal Platz in der Wohnung. Sie verlassen dich nicht und können nicht sterben. Das Schicksal deines Blogs liegt ganz allein in deinen Händen.

Einige schaffen sich einen Hund an oder anderweitige Tiere, andere machen wirklich Kinder und dann gibt es Blogger. Blogger haben Blogs und Blogs haben Blogger. Topf und Deckel, Deckel und Topf.

Sind Blogger einsam?

Wahrscheinlich. Neue Freunde im Netz zu finden, ist ja auch eine tolle Sache, aber manchmal rede -schreibe- ich gegen eine Wand. Ich schreibe um nicht so einsam zu sein und dennoch fühle ich mich einsam.

Lesen ist anstrengend. In unserer neuen diditalen unglaunlich smarten Welt haben wir keine Zeit für kleine Wunder, für Lesen und für mit-offenen-Augen-durch-die-Welt-gehen. Informationen müssen so schnell, wie nur möglich aufgenommen werden. Es bleibt kaum noch Zeit für Dinge, wie lesen und ich will mich auch nicht von diesen Menschen abgrenzen.

Buchempfehlung fürs Bloggen

Ein Buch, das ich auf jeden Fall für Einsteiger in die Blogsphäre empfehlen würde, ist Blogging for creatives . Damit wird man nicht nur eingeleitet und begleitet, man lernt auch noch englisch, denn das Buch ist auf englisch.

Brich die Regeln der Gewohnheit

Allgemein, Learn

Der Himmel. Einschnitte und das Licht scheint hindurch – rot und strahlend und der Himmel schreit stumm bis die Nacht die Schnitte bedeckt. dsc_0506

Mit allen Sinnen versuche ich, dabei zu sein. Alles und jeden einzufangen, Dinge und Momente einfrieren. Die Kehle, wie zugeschnürt von der Überwältigung und dem Reiz alles einfangen zu wollen, nichts zu verpassen. Mir darf ja nichts entgehen! Und wenn dann ist das, das Ende.

Warst du schon mal in Hamburg? Ich schon und gestern erst wieder 🙂

Mal davon abgesehen, dass Trump offiziell Präsident ist, gibt es jede Menge schöner Sachen auf der Welt und das ,,König der Löwen“ Musical ist eins davon.  Am Anfang habe ich gesagt bekommen, wie wundervoll das Musical doch ist, vorstellen konnte ich mir aber nichts dabei. Jetzt weiß ich, was sie alle meinen. Jetzt weiß ich was die Zeitung und Leute schreiben und sagen.

Die Kostüme und die Choreographie waren so wunderbar abgestimmt. Die Fähigkeiten wurden komplett ausgeschöpft. Eine Atmosphäre der Wildnis und der Liebe wurden aufgebaut, was das Ganze schön abrundete.

Das Lächeln so aufrichtig, den Moment festzuhalten und zu genießen ist das wichtigste- Im Moment. Die Atmosphäre und den Geschmack einfangen, mit den Sinnen. Die Augen schließen und das Leben genießen und : Hakuna Matata. Wenn das Klatschen verklingt, leben die Erinnerungen.

dsc_0577Ja, eigentlich war es einfach klasse, wenn man nicht in kunstvoller Sprache sprechen würde. Aber ich tu’s und korrigiere nicht noch mal das, was ich schreibe. Gesagt ist gesagt und getan ist getan – immerhin muss das, was ich denke, das wichtigste beim Schreiben sein.

Notizen während der Fahrt:

So fein, wie menschliche Bronchien. Konturen kämpfen, im Nebel gesehen zu werden. Zwischen grauem Himmel und weißem Boden: die dunklen zierhaften Gestalten. Die Bewegungen auf dem Felde.  Die Farben der Bäume immer milder und weit entfernt gewinnt der Nebel. Felder und Bäume. Weiß und Vandyckbraun. Und am Himmel die Vögel – fliegen majestätisch, gleiten durch die Lüfte und erhaschen einen Blick auf diese Landschaft. Doch dazwischen graue breite Straßen und Strommäste, weit und breit. Doch die Natur, die Natur kämpft um ihre Schönheit.

Nach Erlebnissen und Glücksgefühlen suchten wir das ganze Leben und dazwischen bleiben die Gewohnheiten. Und nach Erlebnissen und Abenteuern ist es so furchtbar schwer den Gewohnheiten nach. Ja es ist herzzerreißend und man sträubt sich dagegen.Brich die Regeln der Gewohnheit, denn wir brauchen sie nicht.

Wie sich Poesie und Kunst berühren

Kunst Überall, Learn

Ich denke, ich spreche für viele, wenn ich behaupte, dass wir von Büchern, die wir lesen, inspiriert und geleitet werden. Viele Aspekte in unserem Umfeld haben großen Einfluss auf unser Denken.

Wieso sage ich das jetzt?, fragst du dich vielleicht.

Mr Keating, kein anderer als aus dem Buch ,,Der Club der toten Dichter“, hat mir gezeigt, wie Poesie auf das Leben trifft und wieso wir Lyrik überhaupt brauchen.

Ich weiß nicht, ob du das Buch kennst, aber es ist auf jeden Fall zu empfehlen.

Im Großen und Ganzen geht es darum, wie eine Gruppe von Jungs von der strengen Jungenakademie sich vom neuen Englischlehrer Mr. Keating inspiriert fühlen.

Er zeigt Ihnen, wie wichtig es ist seine Stimme zu finden und sein Leben lebenswert zu machen. Was natürlich auch Konsequenzen mit sich bringt, aber ich finde, du solltest das Buch lesen, um die Magie zu spüren.

So nun zeigt Mr. Keating einen wichtigen Punkt in der Poesie, die auch auf die Kunst zutrifft. Ich könnte das niemals so wunderbar ausdrücken, wie er, deshalb lasse ich erzählen.

,,Wir dürfen Poesie nicht auf das Wort beschränken. Poesie kann in Musik enthalten sein, in einem Foto, in der Zubereitung eines Essens- in allem, was Stoff zu einer Offenbarung hergibt. Poesie ist in den alltäglichsten Dingen vorhanden, aber sie darf nie, nie ordinär sein. Sie sollen über das zuckersüße Lächeln eines Mädchens schreiben, unbedingt, aber wenn Sie es tun, dann müssen Sie in Ihrem Gedicht das Jüngste Gericht, das Ende aller Zeiten heraufbeschwören. Entscheidend ist allein, dass es uns erleuchtet, aufregt, und-wenn es genial ist- uns das Gefühl vermittelt, unsterblich zu sein. “                                                                                                                                                     (Der Club der toten Dichter, N.H.Kleinbaum, 1990 The Walt Disney Company, S. 72) 

Wow. Sind diese Zeilen, denn nicht herrlich?

Ich war so bezaubert und hingerissen von diesem Buch. Wenn du es auch lesen möchtest, ist hier der Link zu Amazon., obwohl ich ja auch die kleinen vollbepackten Buchhandlungen liebe.. Der Club der toten Dichter

Ich helfe Amazon, aber liebe selbst, die kleinen verzauberten Buchläden.. Wunderbar.

Kunst, ist überall zu finden. Es wäre wirklich schön, wenn du mir erzählst, wo du Kunst gefunden hast, oder vielleicht sogar Poesie, denn das sind die Dinge, für die wir am Leben bleiben.

Wie Du Kunst sehen lernst

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Hallo Du,

viele Menschen versuchen, einem klar zu machen, was gut ist und was schlecht, aber man sollte immer eine eigene Meinung haben. Das habe ich bereits gelernt.

Sie wollen Dich schlanker, hübscher, intelligenter, ausgewogener und ausbalancierter machen und das ist ja gar nicht falsch.  Manchmal brauchen wir etwas zur Abwechslung, oder nicht? Wenn man immer den selben Weg geht, ist das für Dich nicht gut und auch nicht für dein Leben.

Ich weiß, was mich glücklich macht, weißt du das auch?  In unserer neuen unglaublich smarten Welt ist kaum noch Platz für Kunst und Ausleben- egal was. Wir stürzen uns blind in die nächste Herausforderung, oder fordern uns erst gar nicht heraus.

Klar, liegt es an uns, aber nicht nur! Wir entwickeln uns mit der Welt und der Gesellschaft- ja denn wir sind ein Teil der Gesellschaft und wenn irgendjemand an etwas zieht und viele begeistert, dann wird er bald nicht allein sein.

Ich schweife ab, denn das sind ganz andere Dinge- auf die ich mit Dir sicher auch noch zu sprechen komme.

Ich glaube, für viele ist es schwer in unserem eintönigen Alltag voll grau und Frustration noch Funken von Fantasie, Glück und Kunst zu sehen. Ist das bei dir so? Manchmal kommt mir das so vor.

Wenn die Menschen in der Bahn sitzen und aus dem Fenster schauen, dort aber nichts finden können. Kein Glück, kein Gefühl, rein gar nichts.

Ich möchte Dir zeigen, was Kunst alles sein- und das heißt nicht, dass eine rotes Plakat Kunst IST. Ich denke, Kunst ist das Gefühl, dass in uns ausgelöst.

Auslöser für dieses Gefühl zu finden, ist eigentlich gar nicht so schwer.

Du kennst doch sicher den kleinen Prinzen, oder?

Wenn du einen knallgelben Luftballon siehst, dann ist er für dich nicht einfach ein gelber Luftballon. Er enthüllt Dir eine Geschichte voller Liebe und Freundschaft oder vielleicht eine von Hass und Verrat, aber er ist für dich anders als für andere Menschen.                        Er ist wie Kunst für dich.  Du verlierst dich in der Erinnerung. Er wird für dich nie etwas anderes sein und wenn jemand kommt und sagt: ,, Ist doch nur ein gelber Ballon.“ kannst du getrost sagen:,, Nein. Viel mehr als das“

Eine rote Leinwand wird dann zu Kunst, aber vielleicht nicht für dich, vielleicht für mich.