Wer soll dafür sorgen, dass die Dinge so verlaufen, wie du es dir vorstellst?

Allgemein, Learn

DIE SINNES- DIÄT

Halt! Stopp! Nicht denken! Jetzt, jedenfalls für einen kurzen Augenblick, denn denken wird noch gefragt werden. Unsere Gedanken werden gelenkt, durch alles was uns umgibt, somit sind sehr davon abhängig, wie wir Dinge wahrnehmen.

Diät heißt nicht sofort, eine weitere Methode anders zu essen. In diesem Fall wird erklärt-  Diät bedeutet Lebensweise und dieses Buch strebt an, uns eine Lebensweise reich an Sinn zu geben. Was Sinn überhaupt ist und ob wir ihn überhaupt brauchen, wird natürlich auch vorgestellt.

Viel wichtiger ist, was das Gelesene mit uns macht, denn jedes Rezept, scheinen wir zu brauchen. Keine Kochrezepte, nein. Ein Rezept, ein Aha- Moment im Sturm der Fragen. Gleichzeitig scheint jeder Satz wie eine Herausforderung.

14 Rezepten entsprechen den 14 Kapitel  zu den Themen: Glück, Unzufriedenheit, Kommunikation, Unbekanntes, Freundschaft, Liebe, Gut und Böse, Perfektionismus, Tod, Angst und Zeit. Vor allem das Thema, nein eher Problem, Zeit, ist für uns ein markanter Punkt. Wir haben kaum Zeit und beschäftigt sein ist ein 24/7 Status.

Wer nicht aufpasst und macht über sich gewinnt wird von der Zeit verschlungen.

Wir können keine Zeit gewinnen indem wir sie sparen. Die Zeit wird immer weniger statt mehr.

Oft dachte ich mir, ob das ernst gemeint ist, ob das stimmt und man darf und soll ja auch nicht alles glauben. Hinterfragt! Das ist ebenfalls eines der Ziele dieses Buches. Zweifelt weniger und lauft nicht in eurem eigenen Hamsterrad, denn wir haben schon alles was wir brauchen, wir müssen uns dem nur öffnen. Mit jedem Rezept entdecken wir verborgene Fragen und Gedanken über unser selbst und den Menschen an sich.

Wir denken oft ,,Damit habe ich doch nichts zu tun. Das brauche ich nicht.”  

Erschreckend ist: das Buch hat seine Bestsellerlistenzeit zwar schon hinter sich, trotzdem passt jedes Problem in unser Jahrzehnt.

Traurig, dachte ich mir beim Lesen, denn anscheinend hat sich die Menschheit nicht weitgehend  entwickelt. Wie gut, dass es auch heute Gegenbewegungen gibt und Bücher, wie dieses, die uns die Augen und Köpfe öffnen wollen.

Sich losmachen vom fixieren der Dinge. Alles verändert sich. Nichts ist vorhersehbar. Nichts ist kontrollierbar. Schon gar nicht unser Leben.

Ein bisschen komisch ist es schon, dass die Philosophin und Autorin Rebekka Reinhard mit philosophischen Beratungen Menschen zu eigener Besinnung bringt. Einige lustige als auch merkwürdige Ereignisse in diesen Beratungen gibt sie wider und lässt uns nicht nur durch sie unseren eigenen Gedanken freien Lauf.  

Eudaimonia 

Sie schlägt auch eine Brücke zu verschiedenen Philosophen und philosophischen Richtungen und zeigt, was wir lernen können. Was wir aus dem Buch mitnehmen liegt ganz bei uns , denn wir müssen nicht alles sofort als wahr und richtig bezeichnen. Es gilt aber, den Blickwinkel zu erweitern und freisinnig in die Welt zu blicken.

Durch dieses Buch habe ich mehr gelernt, als mir jetzt wahrschienlich bewusst ist und ich lebe mit dem Ziel, das Leben als ein Kunstwerk zu sehen. Ein wunderschöner Gedanke, der auch aus diesem Buch stammt.

Unser Leben ist keine Option. Unser Leben ist wirklich und einzigartig. Es gibt keine Alternative. Wir müssen es leben.

Für wen ist ,,die Sinnes-Diät” ?

  • Für Menschen, die den immergleichen  Alltag satt haben, die aus ihrem Hamsterrad flüchten wollen, wenigstens gedanklich.
  • Für menschen, die bereit sind ihren Geist zu fördern
  • Für Menschen, die einfach nur dem Leben näher kommen wollen

Danke für dieses Buch, Rebekka Reinhard! Die Sinnes-Diät 

Wer soll dafür sorgen dass die Dinge so verlaufen wie du es dir vorstellst? – Seneca

Werbeanzeigen

Die Kunst des richtigen Lebens – Der Alchimist

Allgemein, Kunst Überall, Learn

Es ist eben nicht jeden Tag möglich, alles zu geben. Es ist nicht jeden Tagen möglich, glücklich zu sein. Und doch ist jeder Tag so wertvoll und Zeit so kostbar.

Ich lebe(…)Wenn ich laufe, dann mache nichts außer laufen. Und wenn ich kämpfen muss, dann wird es ein ebenso guter Tag zum Sterben wie jeder andere. Denn ich lebe weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft. (..) Wenn du immer in der Gegenwart bleiben kannst, dann bist du ein glücklicher Mensch. – Paulo Coelho(Der Alchimist)

So,

Warum sind wir da und was wollen wir erreichen?

Stellen wir uns den Gang des Leben vor, so ist es zuerst ein Sprung mitten ins Geschehen. Als kleines Kind krabbeln und hüpfen wir sorglos über den Wohnzimmerteppich oder die Küche und scheren uns um nichts. Wir fangen an gemächlich mit laufen an, bilden uns.                                                                                                                                                        ,,Warum?“ ,,Um später einen guten Beruf auszuüben“ ,,Wozu?“ ,,Um gutes Geld verdienen zu können“ ,,Wofür?“ ,,Um sich Wünsche zu erfüllen, Urlaub machen vielleicht und später mit einer Rente über die Runden kommen“ ,,Und dann?“ ,,Sterben.“

Und das also ist  mein Leben. Es muss doch also etwas geben, was wir anstreben, etwas das bleibt, um einen (wünschenswert) positiven Abdruck in der Welt zu hinterlassen. Wir suchen nach der Aufgabe, nach unserer Bestimmung und es ist uns nicht jeden Tag bewusst, denn wir tendieren dazu, unsere Zielen aus den Augen zu verlieren.                        Als ich in ähnlicher Weise schlicht und vorhersehbar vom Lauf des Lebens erzählt hatte, konnte ich mir vorstellen, wie mein Brieffreund auf dem Nachhauseweg aus dem Fenster der Bahn schauend über meine Worte nachdachte. ,,Meaning of life“, wie er es nannte. Schließlich antwortete er mit dem Zitat: ,,It is the fate of glass to break“(Es ist des Glases Schicksal, zu brechen), womit er die Sache so ziemlich auf den Nagel hämmert- dann einrahmt, oder einfach auf ein hübsches Kissen stickt.

Vielleicht mache ich mir auch allzu viele Gedanken, um das warum, statt einfach, das zu tun, was einen glücklich macht. Denn wenn Sinn und Freude Dingen gefunden werden, dann gibt es nichts, was novh Belang sein könnte. Wenn wir also einfach, das tun, was uns glücklich macht, erfüllen wir gleichzeitig einen Sinn?

Ein Buch, das diese Suche nach dem Lebensweg und der Liebe zum Glück immer wieder anspricht und darauf zurückgreift, ist ein möglicherweise nicht ganz bekannter Klassiker von Paulo Coelho.

Im mediterranen Andalusien erzählt er von einem jungen spanischen Hirten dem zweimal ein Schatz in der Nähe der Pyramiden im Traum erschienen ist. Ein Mädchen zeigt ihm den Weg doch kurz bevor, wacht er auf. In seiner Unschlüssigkeit wendet er sich an eine Zigeunerin, diese ist ganz begeistert und verlangt einen Teil des Schatzes. Sie zeigt ihm jedoch nicht, wie er zu den Pyramiden gelangt. Kurz darauf begegnet er einem alten Mann, der sich als König behauptet und ihm als Erster von vielen seine bereits geöffneten Augen noch weiter öffnet. Er gibt ihm den Rat auf die Zeichen zu achten und lässt ihn seine Schafe verkaufen.

Der Jüngling macht sich auf den Weg mit nichts als Hoffnung und ein wenig Geld im Rucksack. Eine faszinierende Reise durchlebt er auf dem Weg zu den Pyramiden über den Gibraltar. Es verschlägt ihn auf wandernde arabische Märkte und in Glaskunstläden. Es ist eine Reise in der er Neues erkennt und lernt. Zwischen den sandigen Wüstenstürmen und den Oasen mit den tausend Palmen am Horizont, trifft er auf die Männer und Frauen der Wüste. Er riskiert und verliert und schließlich findet man sich selbst an die Reflektion des Fensters starrend. Überlegend. Gleichzeitig mit leerem Kopf und einem Haufen Hoffnng. Doch das ist nicht alles, was es braucht. Ein Ansatz-vielleicht.

Wir sollten uns jeden Morgen fragen, was wir vom Leben wollen und wie wir einen neuen Pfad entstehen lassen können. Wir stoßen nicht urplötzlich auf eine Antwort, aber in dem wir Hinterfragen, kommen wir unserem Lebensweg näher. Lasst uns nicht einfach existieren, sondern leben! Es ist schwer, ja. Es ist eine Entdeckung, ja. Jede Entdeckung verbirgt auch Gefahren, doch eine Geschichte ohne Spannung, in der immer alles gut läuft, würde ja keiner lesen wollen, richtig?

 

Viele Wege führen zum Buch: Öffentliche Bibliotheken 

Thalia

 

Fortsetzung von ,,Cigarettes“ III

Stories

Nun geht es bereits zum dritten Teil der langen Kurzgeschichte über, eher gesagt ist es einfach eine weitere Seite der Geschichte, aber dritter Teil klingt eindrucksvoller.

Hier geht es zum ersten Teil: Die lange Kurzgeschichte – ,,Cigarettes“

Hier zum zweiten Teil: Fortsetzung Cigarettes

Viel Spaß beim Lesen wünsche ich. Es ist noch nicht vorbei!


,,Wie kommt es, dass ich mich so schlecht fühle und eigentlich alles habe und Sie.. sie dennoch, trotz allem einen netten Eindruck machen?”

,,,Einen netten Eindruck’ hah na so ein Kompliment habe ich noch nie bekommen.”

,,Nein, wirklich, wie kann das sein?”

,,Ich gebe die Hoffnung wohl nicht auf. Das ist wahrscheinlich alles. “

,,Na, das war aber schwach.”

,,Oh sollte ich philosophische Dinge aus mir heraus spucken, die Sie sowieso nicht verstehen würden?”

,,Wie kommen Sie denn darauf, dass ich nichts verstehen würde? Sie behandeln mich ja, wie ein kleines Kind!”

,,Oh, ich denke wir wollen jetzt nicht darauf eingehen, wer hier wen, wie behandelt, nicht?”, sagte er mir mit hochgezogenen Brauen und prüfenden Augen.

,,Sie sagten, Sie wollen mir helfen, aber wie wollen Sie das denn nun anstellen?”

,,Ich habe keinen konkreten Plan. Ich bin auch kein Coach oder Lebensberater. Ich denke einfach über Dinge nach. Ich habe ja auch die Zeit dazu.”

,,Aber wie  kann man sein Leben jeden Tag weiterleben, wenn man niemanden hat, wenn es niemanden gibt mit dem man sich austauscht und man keinerlei Bedeutung für die Gesellschaft und diese Welt hat. Dann würde es doch auch niemanden stören oder gar interessieren, wenn man nicht mehr da ist.”

,,Was ist mit einem selbst? Es gibt immer jemanden, der an dich denkt und dich bemerkt. Dieser Jemand ist man selbst.”

,,Ach man selbst zählt nicht..”

,,Doch, natürlich, denn wenn jeder das sagen würde, würde keiner an jemanden denken. “

Ich überlegte eine Weile über seine Worte und es leuchtete mir ein.

,,Was ist eigentlich mit Ihnen?”, frage ich interessiert.

,,Was soll mit mir sein?”

,,Na, was ist mit Ihnen passiert? Hat Ihre Familie Sie im Stich gelassen oder wurden Sie von irgendwo herausgeschmissen?”

Gespannt schaue ich in seine Richtung, doch er verzieht keine Miene. Ich warte auf seine Antwort, doch bekomme ich nur Stillschweigen. Dann erhebt er sich, zieht noch einmal an seiner Zigarette, schaut auf den schilf überwucherten Teich und geht.

Ich kann nichts sagen, nichts rufen, nichts denken, bin so überrascht von seinem Abgang.


 

Bloggen, um zu bloggen?

Allgemein

Ohne wirklich Blogger zu sein, möchte ich Blogger werden. Wenn ich einen Blog habe, ist das wohl zu erwarten, oder? Aber was gehört eigentlich alles dazu? Wieso gibt es heutzutage Millionen Blogger?

Ich bin ja noch ganz am Anfang meines Blog und habe eigentlich keinerlei Ahnung und Erfahrung.  So sehe ich mich dann in tausend Ratgeber vertieft, was denn alles zu einem Blog dazugehört, was man beachten muss und was man vermeiden sollte.

Fühlt sich an als wäre ich schwanger, lese tausend Ratgeber, was das beste für mein Kind wäre und genau so fühlt es sich auch an, denn ein Blog ist sozusagen ein Baby. Wenn ein Blogger ein Kind hat, ist er eigentlich Vater/Mutter von zwei Kindern. Wahrscheinlich fühlt sich das so an.

Nachts wirst du von Ideen geweckt, die wie Geschrei auf dein Gehirn trommeln. Morgens bist du müde, brauchst dringend einen Kaffee, um dich daran zu erinnern, was das für Geschrei war. Mittags schläft das Baby und du beruhigst dich ein wenig, bist aber trotzdem besorgt.  Irgendwie liebst du dein Baby, was auch immer du ihm für einen Namen gegeben hast. Du freust dich, wenn andere dein Baby sehen und von ihm erzählen. Manchmal gibt es ganze Babyrunden, damit die Babys sich untereinander kennenlernen.

Glücklicherweise werden Blogs nicht selbstständig, knallen nicht mit Türen, ja verbrauchen nicht mal Platz in der Wohnung. Sie verlassen dich nicht und können nicht sterben. Das Schicksal deines Blogs liegt ganz allein in deinen Händen.

Einige schaffen sich einen Hund an oder anderweitige Tiere, andere machen wirklich Kinder und dann gibt es Blogger. Blogger haben Blogs und Blogs haben Blogger. Topf und Deckel, Deckel und Topf.

Sind Blogger einsam?

Wahrscheinlich. Neue Freunde im Netz zu finden, ist ja auch eine tolle Sache, aber manchmal rede -schreibe- ich gegen eine Wand. Ich schreibe um nicht so einsam zu sein und dennoch fühle ich mich einsam.

Lesen ist anstrengend. In unserer neuen diditalen unglaunlich smarten Welt haben wir keine Zeit für kleine Wunder, für Lesen und für mit-offenen-Augen-durch-die-Welt-gehen. Informationen müssen so schnell, wie nur möglich aufgenommen werden. Es bleibt kaum noch Zeit für Dinge, wie lesen und ich will mich auch nicht von diesen Menschen abgrenzen.

Buchempfehlung fürs Bloggen

Ein Buch, das ich auf jeden Fall für Einsteiger in die Blogsphäre empfehlen würde, ist Blogging for creatives . Damit wird man nicht nur eingeleitet und begleitet, man lernt auch noch englisch, denn das Buch ist auf englisch.

Brich die Regeln der Gewohnheit

Allgemein, Learn

Der Himmel. Einschnitte und das Licht scheint hindurch – rot und strahlend und der Himmel schreit stumm bis die Nacht die Schnitte bedeckt. dsc_0506

Mit allen Sinnen versuche ich, dabei zu sein. Alles und jeden einzufangen, Dinge und Momente einfrieren. Die Kehle, wie zugeschnürt von der Überwältigung und dem Reiz alles einfangen zu wollen, nichts zu verpassen. Mir darf ja nichts entgehen! Und wenn dann ist das, das Ende.

Warst du schon mal in Hamburg? Ich schon und gestern erst wieder 🙂

Mal davon abgesehen, dass Trump offiziell Präsident ist, gibt es jede Menge schöner Sachen auf der Welt und das ,,König der Löwen“ Musical ist eins davon.  Am Anfang habe ich gesagt bekommen, wie wundervoll das Musical doch ist, vorstellen konnte ich mir aber nichts dabei. Jetzt weiß ich, was sie alle meinen. Jetzt weiß ich was die Zeitung und Leute schreiben und sagen.

Die Kostüme und die Choreographie waren so wunderbar abgestimmt. Die Fähigkeiten wurden komplett ausgeschöpft. Eine Atmosphäre der Wildnis und der Liebe wurden aufgebaut, was das Ganze schön abrundete.

Das Lächeln so aufrichtig, den Moment festzuhalten und zu genießen ist das wichtigste- Im Moment. Die Atmosphäre und den Geschmack einfangen, mit den Sinnen. Die Augen schließen und das Leben genießen und : Hakuna Matata. Wenn das Klatschen verklingt, leben die Erinnerungen.

dsc_0577Ja, eigentlich war es einfach klasse, wenn man nicht in kunstvoller Sprache sprechen würde. Aber ich tu’s und korrigiere nicht noch mal das, was ich schreibe. Gesagt ist gesagt und getan ist getan – immerhin muss das, was ich denke, das wichtigste beim Schreiben sein.

Notizen während der Fahrt:

So fein, wie menschliche Bronchien. Konturen kämpfen, im Nebel gesehen zu werden. Zwischen grauem Himmel und weißem Boden: die dunklen zierhaften Gestalten. Die Bewegungen auf dem Felde.  Die Farben der Bäume immer milder und weit entfernt gewinnt der Nebel. Felder und Bäume. Weiß und Vandyckbraun. Und am Himmel die Vögel – fliegen majestätisch, gleiten durch die Lüfte und erhaschen einen Blick auf diese Landschaft. Doch dazwischen graue breite Straßen und Strommäste, weit und breit. Doch die Natur, die Natur kämpft um ihre Schönheit.

Nach Erlebnissen und Glücksgefühlen suchten wir das ganze Leben und dazwischen bleiben die Gewohnheiten. Und nach Erlebnissen und Abenteuern ist es so furchtbar schwer den Gewohnheiten nach. Ja es ist herzzerreißend und man sträubt sich dagegen.Brich die Regeln der Gewohnheit, denn wir brauchen sie nicht.

Die lange Kurzgeschichte – ,,Cigarettes“

Berlin, Stories

 

Cigarettes

,,Bist du sicher?”

,,Ja, jetzt gib schon her.”

..So schlimm?”

Ich gebe keine Antwort.

Sie gibt mir die Packung. Ich nehme sie wortlos und verschwinde aus der großen Rauchschwade, die ihren Ursprung aus den Zigaretten der 12. Klässler hat.

Stehen bleibe ich erst, als keine Stimmen mehr zu hören sind.  Wie trostlos die Gegend auch sein mag,  es gibt  wenigstens einen Park und sogar einen heruntergekommenen Spielplatz inmitten des heruntergekommenen Parks inmitten einer heruntergekommenen Stadt inmitten eines  sich-gegenseitig-mit-dem-Finger-zeigenden Landes inmitten eines Kontinents, so wunderschöner, aber natürlich auch trauriger, Ereignisse.

Hinter den Bänken des Parks versteckt sich allerlei Müll und Dinge, die nicht in einen Park gehören, aber das interessiert ja auch niemanden. Ich wende meinen Blick von den, um einen Teich stehenden,  Bänken.

Ich visiere den Spielplatz an. Vielleicht kann ich mir von der kindhaften Atmosphäre etwas erhoffen.

Meine Schuhe sinken kaum im Sand ein. Er ist schon halb versteinert von der Kälte.

Kleine Pflanzen, Blumen im Sand erzählen mir, dass Kinder hier nicht spielen. Das Unkraut sagt, dass hier schon lange nicht mehr aufgeräumt wurde.

Ich schaue einmal im Kreis umher. ,,Das sehe ich,”sage ich dem Unkraut. Die Blumen sagen nichts mehr. Sie sind ja auch nicht besonders schön.

Ich setze mich auf eine der Schaukeln. Zuerst schaukle ich lustlos, fange dann aber an, immer mehr Spaß dabei zu haben. Ich höre, wie sie quietscht, als ich zu fliegen beginne.

Die hohen Bäume springen und die Straße ist mal da, mal nicht. Ich lache in mich hinein, doch brauche ich mich eigentlich vor nichts und niemanden zu fürchten, denn ich bin ganz allein! Keiner könnte mich hören!

Ich bin ganz allein. Keiner hört mich.

Die Schaukel pendelt aus bis ich komplett stehen bleibe. Ich halte inne. Klar, ich habe ja zwei drei Menschen, dich mich leiden können und wenn ich nach Hause komme..

,,Manchmal muss man nicht weiterdenken”, sage ich der anderen Schaukel neben mir.

Der Park ist so leer, ich könnte tanzen und keiner würde es bemerken, aber ich tanze nicht. Meine Gestalt, so zusammengekrümmt von all der Last auf meinen Schultern.

Letztendlich lasse ich mich mit einem Seufzer auf eine der alten Holzbänke nieder.

Die Packung Zigaretten aus meiner Jacke. Ich betrachte sie. Fünf Stück liegen noch drin. Ich nehme mir eine heraus und rolle sie zwischen meinen kalten Fingern hin und her.

Wie ein Geistesblitz, kommt mir in den Kopf, dass ich ja gar kein Feuerzeug habe. Genervt fluche ich den Boden an.

Ein Schatten auf dem Boden verrät mir, dass jemand näher kommt.

Langsam schaue ich hoch. Ein Paar alte Arbeitsschuhe, eine dreckige Jeanshose, eine dünne Parka und ein bärtiges Gesicht mit roter Nase blickt mich an.

Der Bart des Mannes ist so lang, ich könnte nicht ausrechnen, wie viele Dreitagebärte das hintereinander wären. Ich erwische mich dabei, wie ich mich sofort von ihm abgewandt habe. In eine Schockstarre versetzt, aber bereit, los zu laufen.   

,,Feuer?”, lächelt er mich an und streckt mir sein Feuerzeug entgegen. Viele seiner Zähne sind schwarz. Ich kenne mich nicht gut genug in Bio aus, um die Ursachen zu ergründen.

Ich strecke meine Zigarette wortlos gegen die Flamme.

,,Kann ich mich setzen, junge Dame?”

,,Gehen Sie.”

,,Vielen Dank”, sagt er immer noch lächelnd und setzt sich.

Eine Weile sitzen wir so da. Die Falten an seinen Augenwinkel deuten darauf hin, dass er früher gern und oft gelacht hat, aber das muss schon Jahre her sein. Ist er glücklich?

Ich nehme einen Zug und fange an, zu husten.

,,Ihre Erste?”, fragt er neugierig.

,,Nicht ihre Angelegenheit.”

Er dreht sich wieder mit dem Kopf von mir weg und starrt den Teich an, der kaum noch wegen des Schilfs zu sehen ist. Das weiß ich, weil ich ihn aus dem Augenwinkel beobachte.

Ich nehme noch einen Zug diesmal kommt das Husten aus dem Innern. Mein Mund fühlt sich an, als hätte ich Asche gegessen.

,,Wieso rauchen Sie?”

,,Geht Sie nichts an.”

,,Sie können es mir ruhig sagen. Ich höre Ihnen gern zu.”

Ich sage nichts.

,,Seien Sie nicht so stur und eigensinnig.”

,,Ich bin nicht stur und eigensinnig. Ich will Ihnen einfach nichts erzählen.”

,,Wieso?”

,,Wieso?”, frage ich ungläubig.

,,Also wenn hier jemand schwerhörig wird, dann wäre ich der erste von uns beiden.”

,,Warum sind Sie hier?”

,,Weil das Leben will, dass ich hier bin.”, antwortet er.

,,Welches?”

,,Na meins natürlich, doch nicht ihr mickriges Leben.”

Ich springe von der Bank auf.

,,Hey, mein Leben ist genauso wichtig wie ihr’s!”

,,Ja ja, setzen Sie sich wieder hin”, sagt er ruhig. ,,Sehen Sie wir haben doch schon einen Fortschritt.”

,,Der wäre?”

,,Würden Sie mir helfen, wenn ich jetzt einen Herzstillstand erleiden würde?”

,,Natürlich.”, sage ich, wie aus der Pistole, jedoch nicht sicher wie ich helfen könnte.

,,Und warum?”

,,Was soll denn diese Frage? Ich würde Ihnen helfen, weil das menschlich ist.”

,,Oh Liebes, dieses Adjektiv ist gefährlich, aber darauf kommen wir gern später zurück. Mein Leben ist von genauso großer Bedeutung, wie Ihres. Das wäre die richtige Antwort gewesen, aber sie werden sicher noch besser. “

,,Vielleicht will ich ja gar nicht besser werden.”

,,Oh doch das wollen Sie.”

,,Woher wollen Sie das so genau wissen?”

,,Ich sehe es in ihren Augen.,”sagt er und lächelt mich wieder mit seinen furchteinflößenden Zähnen an, aber jeder Mensch entfaltet seine Schönheit, wenn er lächelt und das trifft auf jeden Fall auf ihn zu. Ein so aufrichtiges und warmes Lächeln wurde mir schon lange nicht mehr geschenkt.

Eine Weile sagen wir nichts, konzentrieren uns nur auf uns selbst.

,,Hören Sie, Sie scheinen ja ganz nett zu sein, aber ich versteh’ nicht, was sie von mir wollen?”, sage ich schließlich.

,,Ich will Ihnen helfen.”

,,Ja, aber sehen Sie denn nicht, dass Sie selbst Hilfe brauchen!”

Er verstummt, schaut nach vorn und scheint geistlich gar nicht mehr hier zu sein, so als würde er jetzt sein ganzes Leben vorbeiziehen sehen. Ich habe den wunden Punkt getroffen und fühle mich sofort schlecht dabei.

,,Entschuldigen Sie, ich wollte Sie nicht verletzen. Ich weiß, doch eigentlich nur allzu gut, wie sich das anfühlt.”

Er starrt noch immer mit leeren Augen auf den Teich.

Diesmal tippe ich ihn an der Schulter an. Er schließt die Augen und ich atme aus.


Nach und nach werden weitere Teile der Geschichte entstehen. Vielen Dank fürs Lesen.

Wie sich Poesie und Kunst berühren

Kunst Überall, Learn

Ich denke, ich spreche für viele, wenn ich behaupte, dass wir von Büchern, die wir lesen, inspiriert und geleitet werden. Viele Aspekte in unserem Umfeld haben großen Einfluss auf unser Denken.

Wieso sage ich das jetzt?, fragst du dich vielleicht.

Mr Keating, kein anderer als aus dem Buch ,,Der Club der toten Dichter“, hat mir gezeigt, wie Poesie auf das Leben trifft und wieso wir Lyrik überhaupt brauchen.

Ich weiß nicht, ob du das Buch kennst, aber es ist auf jeden Fall zu empfehlen.

Im Großen und Ganzen geht es darum, wie eine Gruppe von Jungs von der strengen Jungenakademie sich vom neuen Englischlehrer Mr. Keating inspiriert fühlen.

Er zeigt Ihnen, wie wichtig es ist seine Stimme zu finden und sein Leben lebenswert zu machen. Was natürlich auch Konsequenzen mit sich bringt, aber ich finde, du solltest das Buch lesen, um die Magie zu spüren.

So nun zeigt Mr. Keating einen wichtigen Punkt in der Poesie, die auch auf die Kunst zutrifft. Ich könnte das niemals so wunderbar ausdrücken, wie er, deshalb lasse ich erzählen.

,,Wir dürfen Poesie nicht auf das Wort beschränken. Poesie kann in Musik enthalten sein, in einem Foto, in der Zubereitung eines Essens- in allem, was Stoff zu einer Offenbarung hergibt. Poesie ist in den alltäglichsten Dingen vorhanden, aber sie darf nie, nie ordinär sein. Sie sollen über das zuckersüße Lächeln eines Mädchens schreiben, unbedingt, aber wenn Sie es tun, dann müssen Sie in Ihrem Gedicht das Jüngste Gericht, das Ende aller Zeiten heraufbeschwören. Entscheidend ist allein, dass es uns erleuchtet, aufregt, und-wenn es genial ist- uns das Gefühl vermittelt, unsterblich zu sein. “                                                                                                                                                     (Der Club der toten Dichter, N.H.Kleinbaum, 1990 The Walt Disney Company, S. 72) 

Wow. Sind diese Zeilen, denn nicht herrlich?

Ich war so bezaubert und hingerissen von diesem Buch. Wenn du es auch lesen möchtest, ist hier der Link zu Amazon., obwohl ich ja auch die kleinen vollbepackten Buchhandlungen liebe.. Der Club der toten Dichter

Ich helfe Amazon, aber liebe selbst, die kleinen verzauberten Buchläden.. Wunderbar.

Kunst, ist überall zu finden. Es wäre wirklich schön, wenn du mir erzählst, wo du Kunst gefunden hast, oder vielleicht sogar Poesie, denn das sind die Dinge, für die wir am Leben bleiben.

Wie Du Kunst sehen lernst

Kunst Überall, Learn

Hallo Du,

viele Menschen versuchen, einem klar zu machen, was gut ist und was schlecht, aber man sollte immer eine eigene Meinung haben. Das habe ich bereits gelernt.

Sie wollen Dich schlanker, hübscher, intelligenter, ausgewogener und ausbalancierter machen und das ist ja gar nicht falsch.  Manchmal brauchen wir etwas zur Abwechslung, oder nicht? Wenn man immer den selben Weg geht, ist das für Dich nicht gut und auch nicht für dein Leben.

Ich weiß, was mich glücklich macht, weißt du das auch?  In unserer neuen unglaublich smarten Welt ist kaum noch Platz für Kunst und Ausleben- egal was. Wir stürzen uns blind in die nächste Herausforderung, oder fordern uns erst gar nicht heraus.

Klar, liegt es an uns, aber nicht nur! Wir entwickeln uns mit der Welt und der Gesellschaft- ja denn wir sind ein Teil der Gesellschaft und wenn irgendjemand an etwas zieht und viele begeistert, dann wird er bald nicht allein sein.

Ich schweife ab, denn das sind ganz andere Dinge- auf die ich mit Dir sicher auch noch zu sprechen komme.

Ich glaube, für viele ist es schwer in unserem eintönigen Alltag voll grau und Frustration noch Funken von Fantasie, Glück und Kunst zu sehen. Ist das bei dir so? Manchmal kommt mir das so vor.

Wenn die Menschen in der Bahn sitzen und aus dem Fenster schauen, dort aber nichts finden können. Kein Glück, kein Gefühl, rein gar nichts.

Ich möchte Dir zeigen, was Kunst alles sein- und das heißt nicht, dass eine rotes Plakat Kunst IST. Ich denke, Kunst ist das Gefühl, dass in uns ausgelöst.

Auslöser für dieses Gefühl zu finden, ist eigentlich gar nicht so schwer.

Du kennst doch sicher den kleinen Prinzen, oder?

Wenn du einen knallgelben Luftballon siehst, dann ist er für dich nicht einfach ein gelber Luftballon. Er enthüllt Dir eine Geschichte voller Liebe und Freundschaft oder vielleicht eine von Hass und Verrat, aber er ist für dich anders als für andere Menschen.                        Er ist wie Kunst für dich.  Du verlierst dich in der Erinnerung. Er wird für dich nie etwas anderes sein und wenn jemand kommt und sagt: ,, Ist doch nur ein gelber Ballon.“ kannst du getrost sagen:,, Nein. Viel mehr als das“

Eine rote Leinwand wird dann zu Kunst, aber vielleicht nicht für dich, vielleicht für mich.