Flügel aus Wachs schmelzen, Preise nicht

Allgemein, Berlin

Er spannte die Flügel. Endlich konnte er fliegen und den Himmel näher sein, um in die Freiheit zu gelangen. Doch das war auch sein Verhängnis. Die Flügel mit Wachs befestigt schmilzten durch die Strahlen der Sonne und seine geliebten Flügel ließen ihn in den Tod stürzen. Ikarus hatte einen Traum gewagt und war gestorben.

Was hat das nun mit Theater zu tun?

Ganz viel! In der Kinder- und Jugentheaterszene Berlins wird viel Aufwand betrieben, um Kindern ein größtmögliches Erlebnis zu bieten. Immer wieder wird kreativ gegrübelt und getüftelt, wie Themen und Geschichten im Theater umgesetzt werden können. Bei so viel Kreativität wird stets auch gewagt und dabei manchmal in den Ozean gefallen.

Der IKARUS-Preis wird deshalb für Inszenierungen verliehen, die nach der Meinung der Jury erfolgreich geflogen sind.

Dieses Jahr wurde diese Auszeichnung nun schon zum 16. Mal verliehen- aus 8 Stücken musste sich die Jury entscheiden, doch diesmal nicht bloß eine Jury.

Kinder und Jugendtheaterstücke, von Erwachsenen gespielt und bewertet, aber wo bleiben da die Kinder? Ganz genau!

Glücklicherweise gab es dieses Jahr zum allerersten Mal eine ausgewählte Gruppe aus Kindern und Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren, die ebenfalls einen eigenen Preis vergeben durfte.

Dass alle 8 acht Stücke potenzielle Gewinner sind, wurde mit jedem weiteren Besuch klar, bis der Punkt der Entscheidung kommen musste. Eine Jury hatte die acht Nominierungen aus 40 Stücken herausgesucht und deshalb konnten alle bei der Preisverleihung einen kurzen Einblick in die Vorstellung der Besten der Besten bekommen.

,,Die Entscheidung ist uns sehr schwer gefallen, vor allem weil alle Stücke so unterschiedlich sind und eigentlich nicht vergleichbar- “

,,Aber wir haben uns entschieden!” In der Tat, das hatten sie, doch bevor der Gewinner verkündet wurde, hatten alle riesig Spaß bei der Preisverleihung am 7. November. Schuld daran waren vor allem die 4xSample Beatboxcrew, die beeindruckend und witzig aus jedem detail eine musikalische Performance kreierte

 und der Moderator Raphael Hildebrand, der mit breitem Lächeln und viel Humor charmant durch das Programm führte.IMG_4924

Die Märchen Hans im Glück, Schneewittchen und Die Bremer Stadtmusikanten wurden auf originelle Art neu erzählt. Verstörend und exzentrisch zugleich entführte die Parkaue mit Liedern und Neonfarben in ihre moderne Inszenierung. Die Geschichte der Aktivistin Malala wurde gezeigt. Wir wurden über die Umstände der Hühner in Massentierhaltung musikalisch aufgeklärt. Madagaskar wurde zum neuen Ziel, wenn ein Junge keine Liebe mehr von seiner Mutter erhält und die Geschichte des Mauerbaus in Berlin wurde mit Live-Musik und Witz, aber auch mit Dramatik durch eine Familie verdeutlicht.

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  Dann kam endlich der Moment der Enthüllung und der Gewinner für die 10 jungen Juroren wurde lauthals ins Publikum gerufen: ,,Einmal Schneewittchen, bitte!” Tosender Applaus und Anna Fregin, die Puppenspielerin, läuft mit breitem Grinsen auf die Bühne zu.

Kurze Zeit später, nachdem die zwei Beatboxer den Saal zum Lachen brachten und die Spannung bis zur Decke schoss, gab es einen zweiten Moment der Enthüllung: die Jury entscheidet sich für die Hühneroper und somit steht der zweite Gewinner des Jahres fest.IMG_4925

Konfettiregen und Rosengewirr, dazu werden insgesamt 7.500 Euro auf der Bühne festgehalten und alle Nominierten stürmen auf die Bühne.

Was für ein Fest.ikarus_gruppenbild-preistraeger_kay-herschelmann

Neugierig?

Hier bekommt ihr alle Nominierungen auf einen Blick- nur zu empfehlen! https://www.jugendkulturservice.de/de/theater/ikarus/ikarus-2018/

Hört auch gern bei den Beatboxern rein!  http://4xsample.de

 

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Afrika in Berlin nicht nur wegen der Hitze..

Allgemein, Berlin

Licht wird gedimmt, so dass nur noch die strahlenden Hemden der Spieler in Blau, Gelb, Orange und Grün scheinen. Leichtfüßig betritt der junge Dirigent die Bühne mit Applaus im Hintergrund. Stille kehrt ein, bis das Orchester MIAGI aus Südafrika den Auftakt in  das Young Euro Classic Festival 2018 macht. 

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Schon das Einstimmen gab einen Vorgeschmack auf die Großartigkeit dieses Orchesters und dann begann das erste Stück, wobei Violinen, Cellos und Flöten sich gegenseitig antworteten, mal wie ein Sturm gemeinsam den Saal mitnahmen, mal ganz sacht die Bögen über die Saiten streichen ließen und den hohen Herrschaften die Möglichkeit gaben, ebenfalls zu antworten. Antworten auf den 100.Geburtstag Nelson Mandelas, der sein Leben lang nach Demokratie und Frieden strebte und zusammen mit Leonard Bernstein das diesjährige Festival beeinflusst. 

Heiko Maas hielt eine Rede und auch die Staatssekretärin für Finanzen mit dem Botschafter Südafrikas hielten Reden, weihten stolz die Briefmarke mit Mandela ein.  

 war von allen Seiten zu spüren und Freude, nicht nur über die Bekanntgabe der Mandela Briefmarke, sondern auch über das Talent und die Hingabe des jungen Orchesters waren überwältigend. Das Besondere eben dieses Orchesters ist, dass die Jugendlichen alle verschiedene Hintergründe haben und somit auch einen Mix aus verschiedenen Musikrichtungen spielen. Zusammen mit dem britischen Dirigenten Duncan Ward entstand eine ganz lebendige, impulsive Vorstellung. Ganz zum Höhepunkt des finalen Stückes bekam das Publikum  sogar eine Vorwärtsrolle und eine Körperwelle von ihm zu sehen. Wenn das nicht mal ein Beweis für die Lebhaftigkeit dieses Abends war!   Der gesamte Abend war durchzogen von afrikanischen Klängen nicht nur durch das Jugendorchester, sondern auch durch die A-Capella Gruppe ,,Just 6“ aus Südafrika, die mit Stimme und Präsenz das Publikum nach Afrika katapultierten. Einzig mit ihren hohen und tiefen Stimmen ließen sie die Leute in König der Löwen schwelgen und zum deutschen Stück Beethovens ,,Lorelei“ schmunzeln. Sie sangen auch jeweils die Hymnen von Deutschland und Südafrika, stärkten die Bindung beider Länder.  Dass Deutschland und Südafrika nach nicht besonders schöner Geschichte gemeinsam diesen Abend gestalten und genießen, war wirklich wunderbar zu spüren. DSC_1166.JPG

,,Unsere Hoffnungen für eine bessere Zukunft sind größtenteils aufgegangen, doch es ist noch nicht alles gut.“, wie Mass es zur Demokratie und zur Gesellschaft in seiner Rede angesprochen hat. Trotz des Appells war das Konzert für jeden ein Vergnügen. 

DSC_1175.JPGDas Orchester und die Gruppe versprühten Freude und Bewegung mit den Klängen aus Afrika und auch einfach ihrer Ausstrahlung. Sie zeigten wie wundervoll kulturelle Vielfalt ist und das Teilen dieser. Mit einer letzten Verbeugung gingen sie ganz locker spielend aus dem Saal mit dem tosenden Applaus der feinen Damen und Herren. Jetzt wird das Konzerthaus zwei Wochen (bis 20.August)  mit den verschiedensten Jugendorchestern aus aller Welt erfüllt sein. Lasst es euch nicht entgehen! Viele der Konzerte werden auch ab dem 10. August auf arteConcert ausgestrahlt.  

mehr infos www.young-euro-classic.deDSC_1172.JPG

Mal multikulti

Allgemein, Berlin

Wir machen es wie die Queen und feiern erst dann, wenn gutes Wetter ist. Denn wenn die ganze Welt im Februar Karneval feiert, so verkleidet sich Berlin erst Ende Mai. Passieren kann es zwar trotzdem, dass es regnet, aber dieses Jahr hatten wir reichlich Sonne und die Stimmung war auch ganz oben.

 

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Afroamerikaner, Inder, Südamerikaner und Asiaten tanzten und feierten sich durch die Yorckstraße und steckten die Stadt damit an. Im engen Gewusel wurde getanzt und getrunken. Das beste war natürlich die Toleranz und Offenheit gegenüber jedem Einzelnen. In diesen vier Tagen, schien Diskriminierung komplett abgeschaltet worden zu sein ( aus meiner Sicht jedenfalls) und das multikulturelle Berlin wurde gefeiert.

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Berlin zeigt seine multikulturelle Seite in all seiner Pracht und wir merken: ,,Es geht doch!“

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Wie Musik und gutes Essen doch verbinden kann.

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Auch Homosexualität war ein Thema beim Feiern, denn dafür wurden Fenster,Herzen und Vorurteile geöffnet und im Juli ist es dann wieder richtig soweit dafür auf dieStraße zu gehen.

Ich freue mich auf jeden Fall schon auf einen bunten Sommer in Berlin 🙂

Für alle Neugierigen: Hier der Link zur offiziellen Karnevalsseite:

Karneval der Kulturen

Fotografiert! Solange es noch möglich ist

Allgemein, Berlin, Kunst Überall

Los! Schnell! Es ist nicht mehr lange bis es verschwindet! Was? Kultur!

Wer in Berlin lebt weiß – es mangelt uns nicht an Kultur. Es mangelt uns nicht an Möglichkeiten unsere Seele zu bereichern, denn wie die Pariserinnen so schön sagen:

,, Kunst und Kultur ist wie gesundes Essen und lässt den Teint strahlen.“

In den Seitenstraßen der Berliner Viertel spazierte ich entlang, auf der Suche nach nichts, betrachtete nur die immer mal auftauchende Reflexion meiner selbst in den Schaufenstern und Glastüren bis mein Blick auf die Cover der Zeitschriften fiel. Die strahlenden Gesichter der perfekten Models und die neben stehenden Schlagzeilen. Ein Gesicht stach ganz besonders hervor. Eine Schwarz-Weiß  Foto eines Mannes dessen linkes Auge mit einem wahnsinnigem Blick den Betrachter durchbohrte.DSC_0378

Ich trat näher und las den Namen ,,Irving Penn“. Ich kannte ihn nicht, aber ich wusste, ich würde es herausfinden. Tatsächlich stand ich in wenigen Wochen vor dem Amerika Haus – das c/o Berlin und das Gesicht des Mannes, der sich später als Pablo Picasso herausstellte, schaute mich immer noch so wahnsinnig an.DSC_0329.JPG

Die Ausstellung gilt als einer der beliebtesten zurzeit, denn Irving Penn war vor allem als Fotograf bei der Vogue tätig, fotografierte aber nicht nur magere Models. DSC_0344

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Salvador

 

Mit seiner Rolleiflex fotografierte er Zigaretten mit Bedeutung, und Blumen sowie Verpackungen als hätten sie Gesichter. Schwarz-Weiß Bilder von allerlei Berühmtheiten waren ausgestellt und seine Reihe an ,,Nudes“ also mal nackte Haut á la Venus.

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In den spärlich beleuchteten Räumen sah man die Gesichter der Bäcker, Kellner und Handwerker. Aber auch Menschen, die wir sonst nicht zu Gesicht bekommen. Bemalte Gesichter afrikanischer Frauen schauten mich an. Die Haut voller beabsichtigter Narben- ein Zeichen für Stärke und Schönheit, hatte ich gelernt.

Zwei Etagen waren voll mit den Photographien  und jedes war wert, gesehen zu werden. Jedoch ist es nicht mehr lang bis die Ausstellung vorbei ist, also  nicht nach dem 1. Juli dort auftauchen. Das schon vielleicht, wenn die folgenden Ausstellungen ebenso gut sein werden, aber Irving Penn wird gehen.

Füllt euch mit guter Kunst im c/o und genießt es die Welt mit neuen Augen zu sehen. DSC_0361

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Hier der Link direkt zur Internetseite c/o Berlin   Zu finden ist das Haus gleich neben dem S-Bahnhof Zoologischer Garten

Hinter jedem Klick verbirgt sich eine Geschichte, ein Auftrag, eine Intention und vor allem aber eine Leidenschaft.