Milch und Honig für eine bessere Welt

Kunst Überall, Learn

Schwarzes Buch. Vielleicht 200 Seiten. Weiße Bienen starren mit ihren Gitteraugen auf die den fremdartigen Namen der Autorin- Rupi Kaur.

Wenn wir mit dem Daumen die Seiten wie bei einem Daumenfilm vorbeiziehen lassen, den

ken wir es ist nicht viel, nicht viel Text, aber viele Zeichnungen, doch hinter wenig Worten können sich viele Gedanken verbergen.

Ein Debüt, ein Solches, habe ich gehört, denn wie ein Wucht hat Rupi Kaur damit eingeschlagen und Millionen Menschen inspiriert. Die Themen sind verschieden- jedes Kapitel widmet sich einem Problem, einer Lebenslage.

Das Leiden
DasLieben
Das Brechen
Das Heilen

Gewalt zwischen Mann und Frau, Gewalt zwischen Eltern und Kindern und auch zwischen Fremden ist etwas so Präsentes und dennoch können wir unsere Augen so leicht davor schließen.

Was ist wenn wir uns den bösen Dingen öffnen? Es tut weh. Es tut weh, die schlechten Seiten unseres Seins zu sehen, aber jedesmal ist es so wichtig, dennoch beide Seiten zu sehen.

Gewalt und Missbrauch sind aber nicht die einzigen Dinge über die wir nachdenken beim Lesen der Verse. Es ist Liebe, die eine ganz vielfältige Rolle in dem Band übernimmt. Die Liebe zur Mutter und zum Vater, die Liebe zu sich selbst und auch zu einem anderen Menschen klingen wider in ihrer Poesie.

Wir spüren auch Schmerz und Verbitterung in nur ein paar Worten und es tut so gut, zu wissen, dass man nicht allein ist mit seinen Wahrnehmungen.  

Dann schließlich bekommen wir Aufmunterung und Mut geschenkt, neben Fragen, die wir uns selbst stellen.

Sie lässt uns das alles nur durch ein paar Zeilen, Worte, Verse,  sehen und fühlen,  lässt  die Haut kribbeln und kurz innehalten, um hochzusehen und sich zu vergewissern, wo man eigentlich ist.

Wenn die Scheiben der Bahn das Innere der Waggons reflektieren, weil draußen alles dunkel ist, dann ist es perfekt Rupi dabei zu haben.

Wenn man gerade verlassen wurde oder einfach nur etwas Mut und fremdes Leid braucht, dann ist es perfekt Rupi dabei zu haben.

Wenn man einfach etwas Abstand braucht von allem und sich gleichzeitig nicht abschotten will, dann ist es perfekt von Milch und Honig zu lesen.

if the hurt comes

so will the happiness

-be patient

Natürlich empfiehlt es sich, Bücher immer in der Originalsprache zu lesen, hier wäre es Englisch, aber auch die Deutsche Version ist lesenswert, wenn Englisch nicht möglich ist.

Nach Milk and Honey ist noch ein weiteres Buch von Kaur veröffentlich worden. Ich habe es selbst noch nicht gelesen, aber the sun and the flowers soll mindestens genauso gut sein.

 

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Tapete fliegt am blauen Himmel und ich schreie nach Hilfe

Allgemein, Learn

Manchmal, wenn wir so vereinnahmt sind von unserem Alltag, in ein und dem selben Ablauf mit vielleicht ein paar Abweichungen feststecken, dann sehnt sich unsere Seele nach Veränderung. Einem Schwung , einer frischen Brise aus einer unentdeckten Gegend.

Wir bleiben stehen, schauen hoch zum strahlend blauen Himmel und fragen uns: Was brauche ich? Was sollte ich ändern, um nicht einfach so weiterzumachen wie bisher?

Der Himmel antwortet nichts. Natürlich- denn, es liegt an uns, herauszufinden, was wir verändern sollten. Brauche ich eine neue Frisur oder ist doch  Größeres von Nöten, um mein Leben ein Stück neuer zu gestalten. Tapetenwechsel, bitte! Aber wozu Tapeten wechseln, wenn wir sowieso nie zu Hause sind? Gut, dann immer einen neuen Weg wählen, bei  Arbeit zu fahren, aber reicht das aus?

Im Herbst einen Frühjahrsputz machen, den Kleiderschrank ausmisten, Neues finden und Altes spenden. Vielleicht ja doch ein neuer Haarschnitt. Vielleicht trage ich ab jetzt nur noch schwarz.

Die Pariserin in mir betrachtet das Problem psychoanalytisch. Ich habe ein tief in mir liegendes Bedürfnis, das nicht gestillt ist und auf trivialem Wege versucht, sich zu zeigen. Tapetenwechsel ist ein Zeichen für den Wunsch nach Veränderung, aber auf welcher Ebene? Ich bin mir sicher, wenn ich einen neuen Haarschnitt will, will ich weit mehr als einen neuen Haarschnitt.

Es wird Zeit, mal einen Schritt zurückzutreten und sein eigenes Leben, den eigenen Standort, von der Seite zu betrachten.

Wenn wir all das Zeug, was uns vermeintlich glücklich macht beiseite schieben, wenn wir die Augen öffnen für das, was uns wirklich wichtig ist, dann können wir auch entdecken, was wir brauchen.

Es ist nur dieser kleine Trippelschritt, der gemacht werden muss- objektiv einen Blick auf sein Leben werfen und sich konkrete Fragen stellen: Wie sieht mein Alltag momentan aus? Mit welchen Dingen beschäftige ich mich am Meisten? Was möchte ich eigentlich tun? Wann bin ich nicht ganz anwesend?

Ein neuer Haarschnitt ist eine Veränderung, die es wert ist, ausprobiert zu werden, aber nicht nur. Wie fühle ich mich, wenn ich mich nicht nur verändert im Spiegelbild sehe, sondern auch noch zufrieden?

Tapetenwechsel heißt Veränderung nicht nur mit dem, was wir sehen, sondern mit dem was wir erleben, also schmecken, riechen, fühlen und hören. Probier‘ Neues aus! Ganz neues, etwas woran du gar nicht gedacht hast, gar nicht in Erwägung gezogen hast zu tun und beobachte, was es mit dir macht und wie es dich verändert. 

Fotografiert! Solange es noch möglich ist

Allgemein, Berlin, Kunst Überall

Los! Schnell! Es ist nicht mehr lange bis es verschwindet! Was? Kultur!

Wer in Berlin lebt weiß – es mangelt uns nicht an Kultur. Es mangelt uns nicht an Möglichkeiten unsere Seele zu bereichern, denn wie die Pariserinnen so schön sagen:

,, Kunst und Kultur ist wie gesundes Essen und lässt den Teint strahlen.“

In den Seitenstraßen der Berliner Viertel spazierte ich entlang, auf der Suche nach nichts, betrachtete nur die immer mal auftauchende Reflexion meiner selbst in den Schaufenstern und Glastüren bis mein Blick auf die Cover der Zeitschriften fiel. Die strahlenden Gesichter der perfekten Models und die neben stehenden Schlagzeilen. Ein Gesicht stach ganz besonders hervor. Eine Schwarz-Weiß  Foto eines Mannes dessen linkes Auge mit einem wahnsinnigem Blick den Betrachter durchbohrte.DSC_0378

Ich trat näher und las den Namen ,,Irving Penn“. Ich kannte ihn nicht, aber ich wusste, ich würde es herausfinden. Tatsächlich stand ich in wenigen Wochen vor dem Amerika Haus – das c/o Berlin und das Gesicht des Mannes, der sich später als Pablo Picasso herausstellte, schaute mich immer noch so wahnsinnig an.DSC_0329.JPG

Die Ausstellung gilt als einer der beliebtesten zurzeit, denn Irving Penn war vor allem als Fotograf bei der Vogue tätig, fotografierte aber nicht nur magere Models. DSC_0344

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Salvador

 

Mit seiner Rolleiflex fotografierte er Zigaretten mit Bedeutung, und Blumen sowie Verpackungen als hätten sie Gesichter. Schwarz-Weiß Bilder von allerlei Berühmtheiten waren ausgestellt und seine Reihe an ,,Nudes“ also mal nackte Haut á la Venus.

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In den spärlich beleuchteten Räumen sah man die Gesichter der Bäcker, Kellner und Handwerker. Aber auch Menschen, die wir sonst nicht zu Gesicht bekommen. Bemalte Gesichter afrikanischer Frauen schauten mich an. Die Haut voller beabsichtigter Narben- ein Zeichen für Stärke und Schönheit, hatte ich gelernt.

Zwei Etagen waren voll mit den Photographien  und jedes war wert, gesehen zu werden. Jedoch ist es nicht mehr lang bis die Ausstellung vorbei ist, also  nicht nach dem 1. Juli dort auftauchen. Das schon vielleicht, wenn die folgenden Ausstellungen ebenso gut sein werden, aber Irving Penn wird gehen.

Füllt euch mit guter Kunst im c/o und genießt es die Welt mit neuen Augen zu sehen. DSC_0361

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DSC_0333Amerika Haus

Hier der Link direkt zur Internetseite c/o Berlin   Zu finden ist das Haus gleich neben dem S-Bahnhof Zoologischer Garten

Hinter jedem Klick verbirgt sich eine Geschichte, ein Auftrag, eine Intention und vor allem aber eine Leidenschaft.

 

 

 

5 Dinge, die ich von ,,Search Inside Yourself“ gelernt habe – Anleitung zum Glücklich Sein

Allgemein, Learn

Glück. Ich wünsche Mir Glück für das neue Jahr, doch was steckt dahinter? Glück ist doch das Erste, was einem als Wunsch in den Sinn kommt. ,,Ich möchte glücklich sein.“ Oder ,,Ich möchte glücklicher werden“ Das bedeutet doch, dass wir im Moment nicht glücklich sind oder? Oder etwas ändern möchte, um dann sagen zu können, ich bin zufrieden mit mir und das macht mich glücklich. Es spielt jedoch überhaupt keine Rolle, ob das neue Jahr angefangen hat. Wir neigen nur dazu, mit dem anfangendem Jahr einen Neuanfang zu starten. Ich kam zu dem Schluss, dass der beste Zeitpunkt etwas zu ändern, Jetzt ist.

Deshalb: Frag dich was kann ich in meinem Leben besser machen.

Frage dich: Was kann ich heute tun, damit Gestern neidisch wird?

Das Buch ,,Search Inside Yourself“ hat viele interessante Gedanken, wie man glücklicher wird zusammengefasst und ich möchte nun wiederum diese zusammengefassten Ideen zusammenfassen.

Das Fundament dieses Buches und unseres Glückes beruht auf Achtsamkeit und Meditation.

Gefühle, Gedanken und Emotionen nehmen einen wichtigen Teil unseres Selbst ein. Meistens leiten Sie uns und verzerren unsere Sichtweise auf bestimmte Situationen. Wir sind regelrecht beherrscht von Ihnen.

Zu allererst ist es wichtig diese Empfindungen wahrzunehmen, ohne über sie zu urteilen. Und dann müssen wir uns vorstellen dieses Gefühl habe einen Platz in unserem Körper. Wir geben dem Gefühl einen Platz und beschreiben es, beschreiben, wie es sich auf uns auswirkt und was es mit uns macht. Wir dürfen dieses Gefühl jedoch keine Abneigung zeigen oder uns mit ihnen identifizieren, denn sie sind einfach eine Empfindung unserer Körpers.

Am besten gelingt das alles durch Meditation. Also einfach hinsetzen oder legen, Augen schließen und in sich hineinhorchen. Dabei sollte man zuerst auf die Atmung achten, um dann, den Körper nach und nach immer mehr wahrnehmen zu können.

Meditation ist dabei einfach nur Sein. Ja. Genauso wunderbar wurde es im Buch beschrieben. Wenn wir Meditieren dann können wir uns schlicht dem Zustand des Seins öffnen. Wir öffnen uns der Welt und lassen Glück ganz einfach zu.

Das Buch ,,Search Inside Yourself“ hält als Grundgedanken fest: Das Glück ist in dir drin, dort kannst du es finden (Passender Titel, was?)

Allgemein bekannt ist ja, dass man Andere so behandeln sollte, wie man auch selbst behandelt werden möchte. Jedoch sollte man sich dessen viel öfter bewusst sein. Möchten wir also kein Leid, so sollten wir es Anderen auch nicht wünschen. Genauso ist es mit Freude. Es ist ein bewiesener Nebeneffekt, dass man selbst Freude verspürt, wenn man Anderen etwas Gutes getan hat. Das muss nicht zwingend etwas Materielles sein. Wir können Anderen Freude entgegenbringen in dem wir Ihnen Aufmerksamkeit schenken oder ihnen zeigen, dass wir an sie denken.

Versuche einfach mal jemandem deine ungeteilte Aufmerksamkeit zu widmen, wenn er oder sie etwas erzählt. Du wirst merken, wie deine Gedanken springen oder du etwas Loswerden willst. Bleib einfach mit deiner Aufmerksamkeit bei der Person.

Da haben wir sie nämlich! Die Aufmerksamkeit spielt eine sehr wichtige Rolle für unser Glück. Denn nur wer aufmerksam genug ist, wird das Glück nicht verpassen. Deshalb ist die nächste Empfehlung, allem was uns umgibt, so viel Aufmerksamkeit wie möglich entgegen zu bringen. Dazu gehört vor allem die Menschen, die uns umgeben, unsere Umwelt, also auch unmittelbare Situationen und auch unser eigenes Handeln.

Dies kann sogar einfaches Gehen sein. Wir richten unsere innere Aufmerksamkeit auf unseren Körper und die Bewegung unserer Füße.

Wenn wir essen, dann sollten wir uns vollkommen darauf konzentrieren und es genießen, somit werden wir auch dankbarer damit umgehen.

Wenn wir etwas gern tun- Radfahren oder Tanzen und mit vollem Bewusstsein darin aufgehen, dann entsteht ein sogenannter Flow. Dabei sind wir mit unserer Aufmerksamkeit bei dem was wir gern tun und uns optimal herausfordert. Wir fühlen uns gut mit dem was wir tun und werden so zufrieden und glücklich mit uns selbst!

Diese Erlebnisse sind aber nicht besonders langanhaltend. Laut dem Buch ergibt sich dauerhaftes Glück, wenn wir Teil von etwas Größerem werden und es als sinnvoll empfinden. Dies ist ein langer Prozess den wir unser ganzes Leben durchmachen, denn wir beschäftigen uns intuitiv mit Dingen, die wir als wichtig anerkennen. So kommt es, dass wir uns für bestimmte Dinge einsetzen, Veränderungen, die uns sinnvoll erscheinen und glücklich sind wenn wir etwas erreicht haben.

Natürlich können wir nicht jeden Tag glücklich sein oder einfach so Sorgen vergessen, aber wir können an unserem Glück arbeiten, nach Dingen suchen, die uns wichtig sein, in denen wir gut sind. Dinge, die uns mal vergessen lassen. Also lasst uns unser Glück in uns selbst finden.

Wie schreibt man Winter?

Allgemein, Learn

Einige setzen ihre Skihelme auf, die Schnallen der Skier fest an die Fußsohlen geklebt, andere fliegen auf einsame Sonneninseln, ich dagegen verwöhnte meinen Geist mit Literatur und guten Menschen. Fragt sich nun, was besser ist.

Es war ein sonniger Montag und für die meisten der Beginn einer weiteren Arbeitswoche. Für die Berliner Jugend der Beginn einer schulfreien Woche. Ich will nicht prahlen – ich stelle fest und meine, dass die Sonnenstrahlen auf das Lächeln eines Jeden wirken sollten. Winter ist doch gleich viel angenehmer, wenn klarer Himmel die vom Schnee gezeichneten Straßen erhellt.

Angekommen am Gleis war bereits eine bunte Menge Leute versammelt, die sich aufgeregt unterhielt. Mit jeder neu ankommenden Person stieg die Vorfreude, bis dann schließlich der Zug nach Trebnitz eintraf. Es wurde so viel erzählt, jeder kannte Jeden und hatte den Anderen monatelang nicht gesehen. Die Vorfreude und Energie der Anderen war so ansteckend. Ich fragte nach Namen und stellte genauso oft die Frage ,,Wie oft warst du schon in Trebnitz?“ Und verwechselte auch noch alles.

Drei Dinge wurden mir an meinem ersten Tag bewusst:

1. Die Mitglieder der Literaturwoche, oder wie sie inoffiziell genannt wurde ,,das Spezi“ waren eine große Familie. Ein Grund dafür ist einfach, weil so viele schon so oft dort gewesen waren und auch, weil so viel Vertraulichkeit in der Luft lag.

2. ,,Wie fühlt es sich an, wieder nach Trebnitz zu kommen?“ ,,Wie für eine kurze Zeit nach Hause zu fahren.“

3. Das Spezi ist eine riesige Tradition bestehend aus etlichen kleineren Traditionen und Ritualen. Angefangen von ,,Hallo, Hallo?“ – ,,Wir sind’s!“ Zur Begrüßung bis zum Anklagen eines vermeintlichen Zaubertrolls.

Einer meiner Lieblingsbräuche war das Energizing. Es gab eine Auswahl an verschiedenen sinnfreien, aber äußerst witzigen Einheiten, die wir durchführten, wenn sich ein wenig ,,meh“ oder ,,eh..“ gefühlt wurde. (Ausgesprochen, klingt das verständlicher)

Es gab den Wotanshou Tanz, der von dänischen Pfadfindern nachempfunden wurde. Man spricht dabei eigenartige Reihen von skandinavisch klingenden Worten und hampelt mit den Beinen und Armen in einer bestimmten Reihenfolge – klingt doch wundervoll! So sprachen und bewegten wir uns alle zusammen, damit es gemeinsam total belämmert aussah und das machte Spaß.

Ein weiterer Energizer handelt von einer Banane, die zuerst geschält, dann geschnitten, gegessen und schließlich ausgekotzt wird. Begleitet wird diese Einheit von sinnlosen Wörtern, die, wie ein Mix aus Latein und Italienisch klingen. Einfach herrlich! (Die Sprache kann man sich ein wenig wie bei dem Minions vorstellen)

Einen weiteren Teil der Woche, den ich sehr genossen habe, waren die originellen Tischgespräche. Ein ganz interessanter Gedanke war die Etablierung von Muttermilch und Muttermilchprodukten. Es wurde kontrovers diskutiert inwieweit ethisch vertretbar die Durchführung wäre und wer überhaupt aus Muttermilch hergestellten Yoghurt essen würde. Atomkraftwerke und die Wehrpflicht waren ebenfalls häufige Themen. (Ich hoffe das darf ich herausplaudern)

Der eigentliche Kern dieser Woche lag jedoch bei unseren Texten, die wir am Ende in einer Lesung vorstellten. Texte, die noch nicht geschrieben wurden und zu denen die meisten noch keinerlei Ideen hatten. Also Fingen wir an mit Workshops zum Basteln von Briefumschlägen und dem Erstellen einer Spezi-Gestalt. Macht Sinn. Macht Spaß.

Schließlich hatten wir an unserem ersten Tag wunderschön gestaltete Briefumschläge für jeden. Diese wurden an eine Pinnwand geheftet und jeder konnte jedem, anonym oder auch nicht, Botschaften schenken. An diesem Montag war auch Sascha Kim Andrea geboren: eine Gestalt, dass uns durch das Spezi begleiten sollte und unsere Erinnerungen sammelte. Ihre Persönlichkeit wurde über die ganze Woche hinweg von allen Teilnehmern vervollständigt. Neben „SKA“gab es noch weitere herumlungernde Wesen, nämlich die geheimen vom Los auserwählten Trolle, die Leute verzaubern konnten. Und neben all diesen schönen Dingen hatten wir noch einen Text zu schreiben! Gut, dass da noch die verlockenden täglichen Workshops waren, die mit ihren Themen über verlassene Inseln, Lyrik und Surrealismus die Zeit noch schneller vergehen ließen.

Der letzte Abend war das große Highlight an dem wir Uns Sketche ausgedacht hatten und aufführten. Danach folgte eine weitere Tradition: das Bücherschreiben. Jeder durfte sich ein Buch aussuchen, worin dann Jeder eine Eintragung hinterließ. Die Bücher wurden mit den liebevollen Eintragungen dann noch viel wertvoller. Ich liebte es all die verschiedenen Handschriften zu lesen, die verrieten, wie gemocht ich wurde. Manchmal war es doch besser als jede Schokolade, sich von geliebten Menschen mit Worten und Gedanken verwöhnen zu lassen.

Dinge, die ich von der Literaturwoche gelernt habe

  • Umgeben sein von wundervollen Menschen, die dir gut tun, ist besser als jeder Luxusurlaub
  • Inspiration lässt dein Herz, wie Schokolade im Sommer schmelzen, nur dass du nicht auf den Sommer warten brauchst
  • Durch Öffnen der Ohren und der Seele zu Anderen findest du Kreativität und Inspiration
  • Inspiration findest du auch durch einfaches Beobachten und Hinterfragen deiner Umgebung

Ich hatte das Glück, diese Eindrücke und Erinnerungen im Schloss Trebnitz mit den kreativsten und einzigartigsten Menschen zu sammeln. In den prächtigen Räumen des Schlosses widmeten wir uns dem, was uns verband und unsere Seelen erfüllte- dem Schreiben, jedenfalls im besten Fall.

Den kleinen gefrorenen See in der Winterlandschaft beobachtend, umrahmt von Schilf und Gräsern , die vom feinem Schnee gesprenkelt waren;Baumstumpfe und Holzbänke vervollständigten dieses idyllische Bild und es entstand der perfekte Ort, um Gespräche über Menschen und das Universum mit den interessantesten Menschen zu führen.

Nun leide ich und freue mich zu gleich. Post-Spezi-Depression. Wenn du nicht wahrhaben willst, dass es vorbei ist, dass diese wundervollen Menschen wieder in ganz Deutschland zerstreut sind. Wenn du mit aller Kraft versuchst in den normalen Alltag zurückzukehren, fern von abstrusen Energizern, die sich nur Pfadfinder aus Dänemark hätten ausdenken können, kuriosen Gesprächen beim Essen und den Morden in den Werwolfspielen um Mitternacht.

Diese Woche war so gefüllt mit Freundlichkeit und Herzenswärme. Ich bin so unendlich glücklich und dankbar, diese Kreativität und diese Menschen und all das Schreiben verspürt zu haben.

Ich danke den Schreibenden Schülern und ihren Unterstützern für so etwas wie das Spezi. Ich habe niemanden getroffen, der nicht gern dort war, der nicht gern Teil dieser wundervollen Familie sein durfte.

Ich danke auch Renate Zimmerman, der ich so viel zu verdanken habe und, die mich dem Schreiben und allem was dazu gehört stets näher gebracht hat.