Milch und Honig für eine bessere Welt

Kunst Überall, Learn

Schwarzes Buch. Vielleicht 200 Seiten. Weiße Bienen starren mit ihren Gitteraugen auf die den fremdartigen Namen der Autorin- Rupi Kaur.

Wenn wir mit dem Daumen die Seiten wie bei einem Daumenfilm vorbeiziehen lassen, den

ken wir es ist nicht viel, nicht viel Text, aber viele Zeichnungen, doch hinter wenig Worten können sich viele Gedanken verbergen.

Ein Debüt, ein Solches, habe ich gehört, denn wie ein Wucht hat Rupi Kaur damit eingeschlagen und Millionen Menschen inspiriert. Die Themen sind verschieden- jedes Kapitel widmet sich einem Problem, einer Lebenslage.

Das Leiden
DasLieben
Das Brechen
Das Heilen

Gewalt zwischen Mann und Frau, Gewalt zwischen Eltern und Kindern und auch zwischen Fremden ist etwas so Präsentes und dennoch können wir unsere Augen so leicht davor schließen.

Was ist wenn wir uns den bösen Dingen öffnen? Es tut weh. Es tut weh, die schlechten Seiten unseres Seins zu sehen, aber jedesmal ist es so wichtig, dennoch beide Seiten zu sehen.

Gewalt und Missbrauch sind aber nicht die einzigen Dinge über die wir nachdenken beim Lesen der Verse. Es ist Liebe, die eine ganz vielfältige Rolle in dem Band übernimmt. Die Liebe zur Mutter und zum Vater, die Liebe zu sich selbst und auch zu einem anderen Menschen klingen wider in ihrer Poesie.

Wir spüren auch Schmerz und Verbitterung in nur ein paar Worten und es tut so gut, zu wissen, dass man nicht allein ist mit seinen Wahrnehmungen.  

Dann schließlich bekommen wir Aufmunterung und Mut geschenkt, neben Fragen, die wir uns selbst stellen.

Sie lässt uns das alles nur durch ein paar Zeilen, Worte, Verse,  sehen und fühlen,  lässt  die Haut kribbeln und kurz innehalten, um hochzusehen und sich zu vergewissern, wo man eigentlich ist.

Wenn die Scheiben der Bahn das Innere der Waggons reflektieren, weil draußen alles dunkel ist, dann ist es perfekt Rupi dabei zu haben.

Wenn man gerade verlassen wurde oder einfach nur etwas Mut und fremdes Leid braucht, dann ist es perfekt Rupi dabei zu haben.

Wenn man einfach etwas Abstand braucht von allem und sich gleichzeitig nicht abschotten will, dann ist es perfekt von Milch und Honig zu lesen.

if the hurt comes

so will the happiness

-be patient

Natürlich empfiehlt es sich, Bücher immer in der Originalsprache zu lesen, hier wäre es Englisch, aber auch die Deutsche Version ist lesenswert, wenn Englisch nicht möglich ist.

Nach Milk and Honey ist noch ein weiteres Buch von Kaur veröffentlich worden. Ich habe es selbst noch nicht gelesen, aber the sun and the flowers soll mindestens genauso gut sein.

 

Werbeanzeigen

Fortsetzung von ,,Cigarettes“ III

Stories

Nun geht es bereits zum dritten Teil der langen Kurzgeschichte über, eher gesagt ist es einfach eine weitere Seite der Geschichte, aber dritter Teil klingt eindrucksvoller.

Hier geht es zum ersten Teil: Die lange Kurzgeschichte – ,,Cigarettes“

Hier zum zweiten Teil: Fortsetzung Cigarettes

Viel Spaß beim Lesen wünsche ich. Es ist noch nicht vorbei!


,,Wie kommt es, dass ich mich so schlecht fühle und eigentlich alles habe und Sie.. sie dennoch, trotz allem einen netten Eindruck machen?”

,,,Einen netten Eindruck’ hah na so ein Kompliment habe ich noch nie bekommen.”

,,Nein, wirklich, wie kann das sein?”

,,Ich gebe die Hoffnung wohl nicht auf. Das ist wahrscheinlich alles. “

,,Na, das war aber schwach.”

,,Oh sollte ich philosophische Dinge aus mir heraus spucken, die Sie sowieso nicht verstehen würden?”

,,Wie kommen Sie denn darauf, dass ich nichts verstehen würde? Sie behandeln mich ja, wie ein kleines Kind!”

,,Oh, ich denke wir wollen jetzt nicht darauf eingehen, wer hier wen, wie behandelt, nicht?”, sagte er mir mit hochgezogenen Brauen und prüfenden Augen.

,,Sie sagten, Sie wollen mir helfen, aber wie wollen Sie das denn nun anstellen?”

,,Ich habe keinen konkreten Plan. Ich bin auch kein Coach oder Lebensberater. Ich denke einfach über Dinge nach. Ich habe ja auch die Zeit dazu.”

,,Aber wie  kann man sein Leben jeden Tag weiterleben, wenn man niemanden hat, wenn es niemanden gibt mit dem man sich austauscht und man keinerlei Bedeutung für die Gesellschaft und diese Welt hat. Dann würde es doch auch niemanden stören oder gar interessieren, wenn man nicht mehr da ist.”

,,Was ist mit einem selbst? Es gibt immer jemanden, der an dich denkt und dich bemerkt. Dieser Jemand ist man selbst.”

,,Ach man selbst zählt nicht..”

,,Doch, natürlich, denn wenn jeder das sagen würde, würde keiner an jemanden denken. “

Ich überlegte eine Weile über seine Worte und es leuchtete mir ein.

,,Was ist eigentlich mit Ihnen?”, frage ich interessiert.

,,Was soll mit mir sein?”

,,Na, was ist mit Ihnen passiert? Hat Ihre Familie Sie im Stich gelassen oder wurden Sie von irgendwo herausgeschmissen?”

Gespannt schaue ich in seine Richtung, doch er verzieht keine Miene. Ich warte auf seine Antwort, doch bekomme ich nur Stillschweigen. Dann erhebt er sich, zieht noch einmal an seiner Zigarette, schaut auf den schilf überwucherten Teich und geht.

Ich kann nichts sagen, nichts rufen, nichts denken, bin so überrascht von seinem Abgang.


 

Von Literatur, Kunst und halbgeheimen Projekten

Allgemein, Kunst Überall, Learn, Stories

Lieber Leser,

ich bin nun wirklich ein Neuling, was das Bloggen betrifft und so richtig hineinfuchsen, wie man das gern sagt, kann ich nicht. Meine Seite hat den Namen berlinerkunstfuerdich aber gibt es überhaupt noch Menschen, die sich für Kunst interessieren? In der Schule wird auch hinterfragt, wozu das Fach Kunst überhaupt da ist.

Literatur

Bücher sind wundervoll. Ja, jeder liest sie, wer sich bilden und entspannen will. Es gibt deshalb auch etliche Buchblogger und sogar Buchmagazine, wie zum Beispiel das Flow-Magazin.

Macht es deshalb Sinn, auch noch über Büchern und das Schreiben selbst zu schreiben? Natürlich wissen wir- es gibt so viele Meinungen wie Menschen, aber viel Sinn macht das ja nicht.

Projekt

Ich habe eine Art Projekt gestartet mit Anfang dieses Jahres. Da dieser Blog kaum gelesen wird, kann ich ohne Scheu alle meine Vorhaben und Pläne erzählen.

In meiner Schule hat man die Möglichkeit, wenn man dran bleibt, eine Arbeitsgemeinschaft zu eröffnen. Ich möchte eine Kunst AG eröffnen. (Wer hätte es gedacht)  So nun bin ich selbst schon sehr gespannt auf die ersten Stunden und Menschen, die mich erwarten.

Im Wesentlichen geht es aber nicht nur um Kunst sondern auch um Philosophie(immer geht es um Philosophie) Ja! Natürlich. Es gibt keine Auszeit in der Philosophie, keine Verschnaufpausen in der wir sie mal zur Seite legen. Den Verstand und das menschliche Handeln zur Seite legen.  Die Philosophie wird in allen verschiedenen Arten auf die Kunst angewandt. Was denkt der Künstler sich dabei, ist ja eine der berüchtigsten Fragen in der Kunst; und einer der wichtigsten. Wie das jeweilige Werk in unsere Gesellschaft passt oder nicht, wie es sie vielleicht sogar indirekt angreift. Durch Kunst findest du zu sich selbst und so auch durch Philosophie.

Der Name eines philosophischen Kinderbuches, das ich gesehen hatte, heißt: Philosophie- oder wenn es im Kopf kitzelt, was wirklich gut getroffen ist.

Es geht ums hinterfragen und in der Kunst ist es nicht anders.

Ich frage mich schon, was meine Teilnehmer darüber denken werden und was überhaupt ihre Ansichten sind. Es ist immer wunderbar andere Meinungen und Perspektiven zu sehen, da wir in unserem Leben nur selten auf andere Perspektiven achten, ja wir denken manchmal gar nicht daran, wie ein Sachverhalt von der anderen Seite aussieht. Das ist eine der schlechten Angewohnheiten des Menschen.

 

Wer es vielleicht kaum erwarten kann, wann die Fortsetzung von cigarettes kommt, so kann ich nur sagen: Bald beziehungsweise irgendwann.

Wem cigarettes nichts sagt, sollte hier reinklicken: ,,Cigarettes”

 

 

Bloggen, um zu bloggen?

Allgemein

Ohne wirklich Blogger zu sein, möchte ich Blogger werden. Wenn ich einen Blog habe, ist das wohl zu erwarten, oder? Aber was gehört eigentlich alles dazu? Wieso gibt es heutzutage Millionen Blogger?

Ich bin ja noch ganz am Anfang meines Blog und habe eigentlich keinerlei Ahnung und Erfahrung.  So sehe ich mich dann in tausend Ratgeber vertieft, was denn alles zu einem Blog dazugehört, was man beachten muss und was man vermeiden sollte.

Fühlt sich an als wäre ich schwanger, lese tausend Ratgeber, was das beste für mein Kind wäre und genau so fühlt es sich auch an, denn ein Blog ist sozusagen ein Baby. Wenn ein Blogger ein Kind hat, ist er eigentlich Vater/Mutter von zwei Kindern. Wahrscheinlich fühlt sich das so an.

Nachts wirst du von Ideen geweckt, die wie Geschrei auf dein Gehirn trommeln. Morgens bist du müde, brauchst dringend einen Kaffee, um dich daran zu erinnern, was das für Geschrei war. Mittags schläft das Baby und du beruhigst dich ein wenig, bist aber trotzdem besorgt.  Irgendwie liebst du dein Baby, was auch immer du ihm für einen Namen gegeben hast. Du freust dich, wenn andere dein Baby sehen und von ihm erzählen. Manchmal gibt es ganze Babyrunden, damit die Babys sich untereinander kennenlernen.

Glücklicherweise werden Blogs nicht selbstständig, knallen nicht mit Türen, ja verbrauchen nicht mal Platz in der Wohnung. Sie verlassen dich nicht und können nicht sterben. Das Schicksal deines Blogs liegt ganz allein in deinen Händen.

Einige schaffen sich einen Hund an oder anderweitige Tiere, andere machen wirklich Kinder und dann gibt es Blogger. Blogger haben Blogs und Blogs haben Blogger. Topf und Deckel, Deckel und Topf.

Sind Blogger einsam?

Wahrscheinlich. Neue Freunde im Netz zu finden, ist ja auch eine tolle Sache, aber manchmal rede -schreibe- ich gegen eine Wand. Ich schreibe um nicht so einsam zu sein und dennoch fühle ich mich einsam.

Lesen ist anstrengend. In unserer neuen diditalen unglaunlich smarten Welt haben wir keine Zeit für kleine Wunder, für Lesen und für mit-offenen-Augen-durch-die-Welt-gehen. Informationen müssen so schnell, wie nur möglich aufgenommen werden. Es bleibt kaum noch Zeit für Dinge, wie lesen und ich will mich auch nicht von diesen Menschen abgrenzen.

Buchempfehlung fürs Bloggen

Ein Buch, das ich auf jeden Fall für Einsteiger in die Blogsphäre empfehlen würde, ist Blogging for creatives . Damit wird man nicht nur eingeleitet und begleitet, man lernt auch noch englisch, denn das Buch ist auf englisch.

Brich die Regeln der Gewohnheit

Allgemein, Learn

Der Himmel. Einschnitte und das Licht scheint hindurch – rot und strahlend und der Himmel schreit stumm bis die Nacht die Schnitte bedeckt. dsc_0506

Mit allen Sinnen versuche ich, dabei zu sein. Alles und jeden einzufangen, Dinge und Momente einfrieren. Die Kehle, wie zugeschnürt von der Überwältigung und dem Reiz alles einfangen zu wollen, nichts zu verpassen. Mir darf ja nichts entgehen! Und wenn dann ist das, das Ende.

Warst du schon mal in Hamburg? Ich schon und gestern erst wieder 🙂

Mal davon abgesehen, dass Trump offiziell Präsident ist, gibt es jede Menge schöner Sachen auf der Welt und das ,,König der Löwen“ Musical ist eins davon.  Am Anfang habe ich gesagt bekommen, wie wundervoll das Musical doch ist, vorstellen konnte ich mir aber nichts dabei. Jetzt weiß ich, was sie alle meinen. Jetzt weiß ich was die Zeitung und Leute schreiben und sagen.

Die Kostüme und die Choreographie waren so wunderbar abgestimmt. Die Fähigkeiten wurden komplett ausgeschöpft. Eine Atmosphäre der Wildnis und der Liebe wurden aufgebaut, was das Ganze schön abrundete.

Das Lächeln so aufrichtig, den Moment festzuhalten und zu genießen ist das wichtigste- Im Moment. Die Atmosphäre und den Geschmack einfangen, mit den Sinnen. Die Augen schließen und das Leben genießen und : Hakuna Matata. Wenn das Klatschen verklingt, leben die Erinnerungen.

dsc_0577Ja, eigentlich war es einfach klasse, wenn man nicht in kunstvoller Sprache sprechen würde. Aber ich tu’s und korrigiere nicht noch mal das, was ich schreibe. Gesagt ist gesagt und getan ist getan – immerhin muss das, was ich denke, das wichtigste beim Schreiben sein.

Notizen während der Fahrt:

So fein, wie menschliche Bronchien. Konturen kämpfen, im Nebel gesehen zu werden. Zwischen grauem Himmel und weißem Boden: die dunklen zierhaften Gestalten. Die Bewegungen auf dem Felde.  Die Farben der Bäume immer milder und weit entfernt gewinnt der Nebel. Felder und Bäume. Weiß und Vandyckbraun. Und am Himmel die Vögel – fliegen majestätisch, gleiten durch die Lüfte und erhaschen einen Blick auf diese Landschaft. Doch dazwischen graue breite Straßen und Strommäste, weit und breit. Doch die Natur, die Natur kämpft um ihre Schönheit.

Nach Erlebnissen und Glücksgefühlen suchten wir das ganze Leben und dazwischen bleiben die Gewohnheiten. Und nach Erlebnissen und Abenteuern ist es so furchtbar schwer den Gewohnheiten nach. Ja es ist herzzerreißend und man sträubt sich dagegen.Brich die Regeln der Gewohnheit, denn wir brauchen sie nicht.

Die lange Kurzgeschichte – ,,Cigarettes“

Berlin, Stories

 

Cigarettes

,,Bist du sicher?”

,,Ja, jetzt gib schon her.”

..So schlimm?”

Ich gebe keine Antwort.

Sie gibt mir die Packung. Ich nehme sie wortlos und verschwinde aus der großen Rauchschwade, die ihren Ursprung aus den Zigaretten der 12. Klässler hat.

Stehen bleibe ich erst, als keine Stimmen mehr zu hören sind.  Wie trostlos die Gegend auch sein mag,  es gibt  wenigstens einen Park und sogar einen heruntergekommenen Spielplatz inmitten des heruntergekommenen Parks inmitten einer heruntergekommenen Stadt inmitten eines  sich-gegenseitig-mit-dem-Finger-zeigenden Landes inmitten eines Kontinents, so wunderschöner, aber natürlich auch trauriger, Ereignisse.

Hinter den Bänken des Parks versteckt sich allerlei Müll und Dinge, die nicht in einen Park gehören, aber das interessiert ja auch niemanden. Ich wende meinen Blick von den, um einen Teich stehenden,  Bänken.

Ich visiere den Spielplatz an. Vielleicht kann ich mir von der kindhaften Atmosphäre etwas erhoffen.

Meine Schuhe sinken kaum im Sand ein. Er ist schon halb versteinert von der Kälte.

Kleine Pflanzen, Blumen im Sand erzählen mir, dass Kinder hier nicht spielen. Das Unkraut sagt, dass hier schon lange nicht mehr aufgeräumt wurde.

Ich schaue einmal im Kreis umher. ,,Das sehe ich,”sage ich dem Unkraut. Die Blumen sagen nichts mehr. Sie sind ja auch nicht besonders schön.

Ich setze mich auf eine der Schaukeln. Zuerst schaukle ich lustlos, fange dann aber an, immer mehr Spaß dabei zu haben. Ich höre, wie sie quietscht, als ich zu fliegen beginne.

Die hohen Bäume springen und die Straße ist mal da, mal nicht. Ich lache in mich hinein, doch brauche ich mich eigentlich vor nichts und niemanden zu fürchten, denn ich bin ganz allein! Keiner könnte mich hören!

Ich bin ganz allein. Keiner hört mich.

Die Schaukel pendelt aus bis ich komplett stehen bleibe. Ich halte inne. Klar, ich habe ja zwei drei Menschen, dich mich leiden können und wenn ich nach Hause komme..

,,Manchmal muss man nicht weiterdenken”, sage ich der anderen Schaukel neben mir.

Der Park ist so leer, ich könnte tanzen und keiner würde es bemerken, aber ich tanze nicht. Meine Gestalt, so zusammengekrümmt von all der Last auf meinen Schultern.

Letztendlich lasse ich mich mit einem Seufzer auf eine der alten Holzbänke nieder.

Die Packung Zigaretten aus meiner Jacke. Ich betrachte sie. Fünf Stück liegen noch drin. Ich nehme mir eine heraus und rolle sie zwischen meinen kalten Fingern hin und her.

Wie ein Geistesblitz, kommt mir in den Kopf, dass ich ja gar kein Feuerzeug habe. Genervt fluche ich den Boden an.

Ein Schatten auf dem Boden verrät mir, dass jemand näher kommt.

Langsam schaue ich hoch. Ein Paar alte Arbeitsschuhe, eine dreckige Jeanshose, eine dünne Parka und ein bärtiges Gesicht mit roter Nase blickt mich an.

Der Bart des Mannes ist so lang, ich könnte nicht ausrechnen, wie viele Dreitagebärte das hintereinander wären. Ich erwische mich dabei, wie ich mich sofort von ihm abgewandt habe. In eine Schockstarre versetzt, aber bereit, los zu laufen.   

,,Feuer?”, lächelt er mich an und streckt mir sein Feuerzeug entgegen. Viele seiner Zähne sind schwarz. Ich kenne mich nicht gut genug in Bio aus, um die Ursachen zu ergründen.

Ich strecke meine Zigarette wortlos gegen die Flamme.

,,Kann ich mich setzen, junge Dame?”

,,Gehen Sie.”

,,Vielen Dank”, sagt er immer noch lächelnd und setzt sich.

Eine Weile sitzen wir so da. Die Falten an seinen Augenwinkel deuten darauf hin, dass er früher gern und oft gelacht hat, aber das muss schon Jahre her sein. Ist er glücklich?

Ich nehme einen Zug und fange an, zu husten.

,,Ihre Erste?”, fragt er neugierig.

,,Nicht ihre Angelegenheit.”

Er dreht sich wieder mit dem Kopf von mir weg und starrt den Teich an, der kaum noch wegen des Schilfs zu sehen ist. Das weiß ich, weil ich ihn aus dem Augenwinkel beobachte.

Ich nehme noch einen Zug diesmal kommt das Husten aus dem Innern. Mein Mund fühlt sich an, als hätte ich Asche gegessen.

,,Wieso rauchen Sie?”

,,Geht Sie nichts an.”

,,Sie können es mir ruhig sagen. Ich höre Ihnen gern zu.”

Ich sage nichts.

,,Seien Sie nicht so stur und eigensinnig.”

,,Ich bin nicht stur und eigensinnig. Ich will Ihnen einfach nichts erzählen.”

,,Wieso?”

,,Wieso?”, frage ich ungläubig.

,,Also wenn hier jemand schwerhörig wird, dann wäre ich der erste von uns beiden.”

,,Warum sind Sie hier?”

,,Weil das Leben will, dass ich hier bin.”, antwortet er.

,,Welches?”

,,Na meins natürlich, doch nicht ihr mickriges Leben.”

Ich springe von der Bank auf.

,,Hey, mein Leben ist genauso wichtig wie ihr’s!”

,,Ja ja, setzen Sie sich wieder hin”, sagt er ruhig. ,,Sehen Sie wir haben doch schon einen Fortschritt.”

,,Der wäre?”

,,Würden Sie mir helfen, wenn ich jetzt einen Herzstillstand erleiden würde?”

,,Natürlich.”, sage ich, wie aus der Pistole, jedoch nicht sicher wie ich helfen könnte.

,,Und warum?”

,,Was soll denn diese Frage? Ich würde Ihnen helfen, weil das menschlich ist.”

,,Oh Liebes, dieses Adjektiv ist gefährlich, aber darauf kommen wir gern später zurück. Mein Leben ist von genauso großer Bedeutung, wie Ihres. Das wäre die richtige Antwort gewesen, aber sie werden sicher noch besser. “

,,Vielleicht will ich ja gar nicht besser werden.”

,,Oh doch das wollen Sie.”

,,Woher wollen Sie das so genau wissen?”

,,Ich sehe es in ihren Augen.,”sagt er und lächelt mich wieder mit seinen furchteinflößenden Zähnen an, aber jeder Mensch entfaltet seine Schönheit, wenn er lächelt und das trifft auf jeden Fall auf ihn zu. Ein so aufrichtiges und warmes Lächeln wurde mir schon lange nicht mehr geschenkt.

Eine Weile sagen wir nichts, konzentrieren uns nur auf uns selbst.

,,Hören Sie, Sie scheinen ja ganz nett zu sein, aber ich versteh’ nicht, was sie von mir wollen?”, sage ich schließlich.

,,Ich will Ihnen helfen.”

,,Ja, aber sehen Sie denn nicht, dass Sie selbst Hilfe brauchen!”

Er verstummt, schaut nach vorn und scheint geistlich gar nicht mehr hier zu sein, so als würde er jetzt sein ganzes Leben vorbeiziehen sehen. Ich habe den wunden Punkt getroffen und fühle mich sofort schlecht dabei.

,,Entschuldigen Sie, ich wollte Sie nicht verletzen. Ich weiß, doch eigentlich nur allzu gut, wie sich das anfühlt.”

Er starrt noch immer mit leeren Augen auf den Teich.

Diesmal tippe ich ihn an der Schulter an. Er schließt die Augen und ich atme aus.


Nach und nach werden weitere Teile der Geschichte entstehen. Vielen Dank fürs Lesen.

Wie sich Poesie und Kunst berühren

Kunst Überall, Learn

Ich denke, ich spreche für viele, wenn ich behaupte, dass wir von Büchern, die wir lesen, inspiriert und geleitet werden. Viele Aspekte in unserem Umfeld haben großen Einfluss auf unser Denken.

Wieso sage ich das jetzt?, fragst du dich vielleicht.

Mr Keating, kein anderer als aus dem Buch ,,Der Club der toten Dichter“, hat mir gezeigt, wie Poesie auf das Leben trifft und wieso wir Lyrik überhaupt brauchen.

Ich weiß nicht, ob du das Buch kennst, aber es ist auf jeden Fall zu empfehlen.

Im Großen und Ganzen geht es darum, wie eine Gruppe von Jungs von der strengen Jungenakademie sich vom neuen Englischlehrer Mr. Keating inspiriert fühlen.

Er zeigt Ihnen, wie wichtig es ist seine Stimme zu finden und sein Leben lebenswert zu machen. Was natürlich auch Konsequenzen mit sich bringt, aber ich finde, du solltest das Buch lesen, um die Magie zu spüren.

So nun zeigt Mr. Keating einen wichtigen Punkt in der Poesie, die auch auf die Kunst zutrifft. Ich könnte das niemals so wunderbar ausdrücken, wie er, deshalb lasse ich erzählen.

,,Wir dürfen Poesie nicht auf das Wort beschränken. Poesie kann in Musik enthalten sein, in einem Foto, in der Zubereitung eines Essens- in allem, was Stoff zu einer Offenbarung hergibt. Poesie ist in den alltäglichsten Dingen vorhanden, aber sie darf nie, nie ordinär sein. Sie sollen über das zuckersüße Lächeln eines Mädchens schreiben, unbedingt, aber wenn Sie es tun, dann müssen Sie in Ihrem Gedicht das Jüngste Gericht, das Ende aller Zeiten heraufbeschwören. Entscheidend ist allein, dass es uns erleuchtet, aufregt, und-wenn es genial ist- uns das Gefühl vermittelt, unsterblich zu sein. “                                                                                                                                                     (Der Club der toten Dichter, N.H.Kleinbaum, 1990 The Walt Disney Company, S. 72) 

Wow. Sind diese Zeilen, denn nicht herrlich?

Ich war so bezaubert und hingerissen von diesem Buch. Wenn du es auch lesen möchtest, ist hier der Link zu Amazon., obwohl ich ja auch die kleinen vollbepackten Buchhandlungen liebe.. Der Club der toten Dichter

Ich helfe Amazon, aber liebe selbst, die kleinen verzauberten Buchläden.. Wunderbar.

Kunst, ist überall zu finden. Es wäre wirklich schön, wenn du mir erzählst, wo du Kunst gefunden hast, oder vielleicht sogar Poesie, denn das sind die Dinge, für die wir am Leben bleiben.

Wie Du Kunst sehen lernst

Kunst Überall, Learn

Hallo Du,

viele Menschen versuchen, einem klar zu machen, was gut ist und was schlecht, aber man sollte immer eine eigene Meinung haben. Das habe ich bereits gelernt.

Sie wollen Dich schlanker, hübscher, intelligenter, ausgewogener und ausbalancierter machen und das ist ja gar nicht falsch.  Manchmal brauchen wir etwas zur Abwechslung, oder nicht? Wenn man immer den selben Weg geht, ist das für Dich nicht gut und auch nicht für dein Leben.

Ich weiß, was mich glücklich macht, weißt du das auch?  In unserer neuen unglaublich smarten Welt ist kaum noch Platz für Kunst und Ausleben- egal was. Wir stürzen uns blind in die nächste Herausforderung, oder fordern uns erst gar nicht heraus.

Klar, liegt es an uns, aber nicht nur! Wir entwickeln uns mit der Welt und der Gesellschaft- ja denn wir sind ein Teil der Gesellschaft und wenn irgendjemand an etwas zieht und viele begeistert, dann wird er bald nicht allein sein.

Ich schweife ab, denn das sind ganz andere Dinge- auf die ich mit Dir sicher auch noch zu sprechen komme.

Ich glaube, für viele ist es schwer in unserem eintönigen Alltag voll grau und Frustration noch Funken von Fantasie, Glück und Kunst zu sehen. Ist das bei dir so? Manchmal kommt mir das so vor.

Wenn die Menschen in der Bahn sitzen und aus dem Fenster schauen, dort aber nichts finden können. Kein Glück, kein Gefühl, rein gar nichts.

Ich möchte Dir zeigen, was Kunst alles sein- und das heißt nicht, dass eine rotes Plakat Kunst IST. Ich denke, Kunst ist das Gefühl, dass in uns ausgelöst.

Auslöser für dieses Gefühl zu finden, ist eigentlich gar nicht so schwer.

Du kennst doch sicher den kleinen Prinzen, oder?

Wenn du einen knallgelben Luftballon siehst, dann ist er für dich nicht einfach ein gelber Luftballon. Er enthüllt Dir eine Geschichte voller Liebe und Freundschaft oder vielleicht eine von Hass und Verrat, aber er ist für dich anders als für andere Menschen.                        Er ist wie Kunst für dich.  Du verlierst dich in der Erinnerung. Er wird für dich nie etwas anderes sein und wenn jemand kommt und sagt: ,, Ist doch nur ein gelber Ballon.“ kannst du getrost sagen:,, Nein. Viel mehr als das“

Eine rote Leinwand wird dann zu Kunst, aber vielleicht nicht für dich, vielleicht für mich.