Hommage an Foodstagram – genüssliche Momente festhalten

Allgemein, Berlin, Kunst Überall

Eigentlich ist die Zeit der Foodphotos vorbei, oder? Schon vor Jahren wurde eine eigene App erstellt nur, um dort den Foodies dieser Welt ihre hübsch arrangierten Tischgedecke mit Essen zu fotografieren und zu teilen, denn die wurden häufig schon als genauso nervig wie Selfies eingestuft. Wie unser Verhältnis zum Thema Essen is(s)t und unsere Esskultur sich überhaupt etabliert hat, darüber könnte man Buchbände füllen. Es sind Fragen, die wir uns nicht jeden Tag stellen, wenn überhaupt, aber ganz spannend, da mal etwas näher hinzusehen. 

Das c/o Berlin hat passend dazu nun eine Ausstellung vorbereitet in der Essen auf verschiedenen Ebenen von Fotografen des 20. und 21. Jahrhundert gezeigt wird. 

Jedes Bild ist ein Hingucker, denn mal wird mit dem Essen und den Farben gespielt, dann wieder auf surreale Weise abgebildet. Essen wird politisch und was neben dem Essen passieren kann ebenso wichtig, wie der einfache Akt der Nahrungsaufnahme. Wahrscheinlich Wir Menschen sind definitiv die einzigen Geschöpfe auf der Welt, die so viel mit ihrer Nahrung anstellen, inspizieren, assoziieren und kommerzialisieren.

Ob Schwarz -Weiß oder nach Farben sortierte Bilder-  jedes Foto sagt etwas aus, mehr oder weniger, denn manchmal ist ein ein halb geschälter Apfel auch einfach nur da. 

Wie Essen in anderen Ländern ist, wird ebenfalls angeschnitten und aufgeschlagen werden zahlreiche Kochbücher mit Schriftzeichen und künstlich aussehendem Essen. “Food for the Eyes – The Story of Food in Photography” gibt zwar nicht die Geschichte des Essen wider, ermöglicht aber dennoch einen Einblick in den Umgang mit Essen. Außerdem lassen die Fotografien den Betrachter mal über die damit verbundene Erotik und Kreativität schmunzeln, als auch innehalten zu illustrierten Versorgungsengpässen und politischen Statements. Ein besonders aktuelles Bild zeigt zuerst ein Augenpaar in Schwarz-Weiß, wenn man jedoch näher hinsieht sitzen kleine Köpfe um den Augenausschnitt herum, getrennt von einer ungeraden Linie – die Mauer zwischen Mexiko und den USA. Essen verbindet und war schon immer ein unabdingbarer Teil unserer Gesellschaft.

Essen ist Genuss und Kommerz zugleich. Essen selbst ist eine Form der Kunst. Kunst ist es auch, richtig zu essen, was auch immer das bedeuten mag. 

Wenn ihr noch nicht volljährig seid, kommt ihr kostenlos in die Ausstellung, also lasst sie euch nicht entgehen. Bis zum 7.September wird das Essen noch in den Rahmen bleiben und im c/o Berlin am Zoologischen Garten auf euch warten.


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6 Berliner Obskuritäten

Allgemein, Berlin

Berlin ist weit mehr als Touristen zu sehen bekommen und oftmals muss man ein wenig um die Ecke denken, damit einem die Facetten dieser Stadt sichtbar werden. Hier eine kleine Tour durch Berlin und ihre Eigenheiten:

Weg mit den alten Klischees! Lasst uns lieber neue erfinden! 

  1. Berlin hat ein ernstes Verhältnis zu den ÖVP Die gelben Straßenbahnen sind so etwas wie die roten Busse von London und die „Cabs“ in New York, was sie aber von diesen unterscheiden, ist das gekonnte „liebevolle“ Verhältnis zu den Berliner. „Weil wir dich lieben“ so lautet auch der neue Slogan und wird von den Passagieren liebevoll ironisch aufgenommen. Wahrscheinlich schafft es auch kein anderer öffentlicher Transportdienst auf der Welt, über sich selbst und die eigenen Fehler zu lachen und damit zu werben.

2. Berlin ist keine alte Stadt . Viele Rentner haben in Berlin und Deutschland Armutsstatus, d deshalb ist es nicht überraschend, wenn vor allem ältere Frauen und Herren in der Stadt Flaschen sammeln oder draußen schlafen. Einige verkaufen auch die beliebte Currywurst im mobilen Imbissstand.

3. Berlin ist bunt und grau zugleich. Berlin ist in vielerlei Hinsicht bunt, auch wenn die Stadt oft kahl und grau erscheint. Die Regenbogenbewegung und deren Toleranz ist ganz groß geschrieben und man könnte sogar sagen, sie ist zu einem Charaktermerkmal der Stadtkulisse geworden.

Das Herz der Berliner schlägt auch für den Multikulturalismus in all seinen Farben, auch wenn es immer einen Teil gibt, der sich lieber für die rigide „Bewahrung der Heimat“ ausspricht. Egal, was für Berliner, sie alle essen liebend gern die Köstlichkeiten des Orients wie Falafeln, Börek und Baklava. In manch einem Kiez findet sich sogar ein Falafelstand am Spielplatz und natürlich jede Menge asiatischer Restaurants. Neben all dem bewahrt man sich aber immer, wirklich immer, Platz für eine Bratwurst, denn ohne Bratwurst geht gar nichts. Bewahrung der Heimat würde ich sagen, aber eben auf unschädlicher Ebene- auch wenn die Bratwurst ursprünglich aus Thüringen kommt. Was viele überrascht aufschauen lässt, ist, dass wir sogar ein ganzes Currywurstmuseum haben, was erklärt, woher das Curry kommt und wie wir zu der Wurst kamen.

        "Also, die Wurst schmeckt jeden Freitag anders!", sagte einst ein schmatzender Berliner am Stand. 

5. Berlin ist arm aber sexy In Berlin geht es (oft) nicht ums wer-besitzt-mehr, sondern wer ist wie und wer am schrägsten, deshalb sind reiche aufgetakelte Persönlichkeiten eher eine Seltenheit in der öffentlichen Sphäre. Stattdessen tummeln sich die interessantesten Modetrends in der S- und U-Bahn und wer rein gar nichts außer ein Fahrrad trägt, der kann sich freuen, dass es keinen Dresscode gibt. Bei den rund 4Millionen Einwohnern ist jeder einzigartig und ein Rätsel für sich, denn wenn man hier nur ein wenig Zeit verbringt, lernt man die kreativen Eigenheiten und die so-what?- Einstellung. Immer mal wird man von aus Mülleimern ragenden Tannenbäumen, Fahrstuhlchats und neugegründeten Plätzen überrascht.

4. Berlin ist ein work in progress Wie in einem Suchbild verschiedener Niveaustufen lässt sich auch in jedem Foto von Berlin mindestens eine Baustelle oder ein Kran finden. Die Stadt ist bereits berühmt für ihre Absperrungen, Kräne und Sandhügel. Egal wo, überall wird gebaut oder renoviert und möge man ein wenig in der Geschichtsschublade stöbern, finden sich viele Gründe dafür. Allein deshalb ist es in Berlin auch so besonders, keine richtige Altstadt zu finden, wie in anderen Städten. Die Historie ist überall verstreut und versteckt sich zwischen Glasbauten und neuen Betonhäusern. Wofür die Stadt natürlich auch berühmt geworden ist, ist der niemals endende Bau des Flughafen BER. Jedoch sollte man dieses Thema nicht bei Berlinern ansprechen. Das führt nur zu Verzweiflung.

6. Hier spielt die Kunst Wenn Glasgow als Musikstadt Schottlands gilt, so ist Berlin sicherlich als die Kunststadt Deutschlands (und Umkreis) definierbar. Bronzeskulpturen finden sich sogar neben pinkelnden Männern und es gibt zu jeder Zeit mindestens eine Kunstausstellung, die ein absolutes Muss für jeden (Kunstliebhaber) ist . Kunst ist aber weit mehr als Ausstellungen und in Berlin findet sich deshalb in jeder Straße eine kreative Form des Alltäglichen. Ja, allein manche Person kann als Kunstwerk gesehen werden und es muss nicht das Make-up sein.

Flügel aus Wachs schmelzen, Preise nicht

Allgemein, Berlin

Er spannte die Flügel. Endlich konnte er fliegen und den Himmel näher sein, um in die Freiheit zu gelangen. Doch das war auch sein Verhängnis. Die Flügel mit Wachs befestigt schmilzten durch die Strahlen der Sonne und seine geliebten Flügel ließen ihn in den Tod stürzen. Ikarus hatte einen Traum gewagt und war gestorben.

Was hat das nun mit Theater zu tun?

Ganz viel! In der Kinder- und Jugentheaterszene Berlins wird viel Aufwand betrieben, um Kindern ein größtmögliches Erlebnis zu bieten. Immer wieder wird kreativ gegrübelt und getüftelt, wie Themen und Geschichten im Theater umgesetzt werden können. Bei so viel Kreativität wird stets auch gewagt und dabei manchmal in den Ozean gefallen.

Der IKARUS-Preis wird deshalb für Inszenierungen verliehen, die nach der Meinung der Jury erfolgreich geflogen sind.

Dieses Jahr wurde diese Auszeichnung nun schon zum 16. Mal verliehen- aus 8 Stücken musste sich die Jury entscheiden, doch diesmal nicht bloß eine Jury.

Kinder und Jugendtheaterstücke, von Erwachsenen gespielt und bewertet, aber wo bleiben da die Kinder? Ganz genau!

Glücklicherweise gab es dieses Jahr zum allerersten Mal eine ausgewählte Gruppe aus Kindern und Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren, die ebenfalls einen eigenen Preis vergeben durfte.

Dass alle 8 acht Stücke potenzielle Gewinner sind, wurde mit jedem weiteren Besuch klar, bis der Punkt der Entscheidung kommen musste. Eine Jury hatte die acht Nominierungen aus 40 Stücken herausgesucht und deshalb konnten alle bei der Preisverleihung einen kurzen Einblick in die Vorstellung der Besten der Besten bekommen.

,,Die Entscheidung ist uns sehr schwer gefallen, vor allem weil alle Stücke so unterschiedlich sind und eigentlich nicht vergleichbar- “

,,Aber wir haben uns entschieden!” In der Tat, das hatten sie, doch bevor der Gewinner verkündet wurde, hatten alle riesig Spaß bei der Preisverleihung am 7. November. Schuld daran waren vor allem die 4xSample Beatboxcrew, die beeindruckend und witzig aus jedem detail eine musikalische Performance kreierte

 und der Moderator Raphael Hildebrand, der mit breitem Lächeln und viel Humor charmant durch das Programm führte.IMG_4924

Die Märchen Hans im Glück, Schneewittchen und Die Bremer Stadtmusikanten wurden auf originelle Art neu erzählt. Verstörend und exzentrisch zugleich entführte die Parkaue mit Liedern und Neonfarben in ihre moderne Inszenierung. Die Geschichte der Aktivistin Malala wurde gezeigt. Wir wurden über die Umstände der Hühner in Massentierhaltung musikalisch aufgeklärt. Madagaskar wurde zum neuen Ziel, wenn ein Junge keine Liebe mehr von seiner Mutter erhält und die Geschichte des Mauerbaus in Berlin wurde mit Live-Musik und Witz, aber auch mit Dramatik durch eine Familie verdeutlicht.

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  Dann kam endlich der Moment der Enthüllung und der Gewinner für die 10 jungen Juroren wurde lauthals ins Publikum gerufen: ,,Einmal Schneewittchen, bitte!” Tosender Applaus und Anna Fregin, die Puppenspielerin, läuft mit breitem Grinsen auf die Bühne zu.

Kurze Zeit später, nachdem die zwei Beatboxer den Saal zum Lachen brachten und die Spannung bis zur Decke schoss, gab es einen zweiten Moment der Enthüllung: die Jury entscheidet sich für die Hühneroper und somit steht der zweite Gewinner des Jahres fest.IMG_4925

Konfettiregen und Rosengewirr, dazu werden insgesamt 7.500 Euro auf der Bühne festgehalten und alle Nominierten stürmen auf die Bühne.

Was für ein Fest.ikarus_gruppenbild-preistraeger_kay-herschelmann

Neugierig?

Hier bekommt ihr alle Nominierungen auf einen Blick- nur zu empfehlen! https://www.jugendkulturservice.de/de/theater/ikarus/ikarus-2018/

Hört auch gern bei den Beatboxern rein!  http://4xsample.de

 

Afrika in Berlin nicht nur wegen der Hitze..

Allgemein, Berlin

Licht wird gedimmt, so dass nur noch die strahlenden Hemden der Spieler in Blau, Gelb, Orange und Grün scheinen. Leichtfüßig betritt der junge Dirigent die Bühne mit Applaus im Hintergrund. Stille kehrt ein, bis das Orchester MIAGI aus Südafrika den Auftakt in  das Young Euro Classic Festival 2018 macht. 

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Schon das Einstimmen gab einen Vorgeschmack auf die Großartigkeit dieses Orchesters und dann begann das erste Stück, wobei Violinen, Cellos und Flöten sich gegenseitig antworteten, mal wie ein Sturm gemeinsam den Saal mitnahmen, mal ganz sacht die Bögen über die Saiten streichen ließen und den hohen Herrschaften die Möglichkeit gaben, ebenfalls zu antworten. Antworten auf den 100.Geburtstag Nelson Mandelas, der sein Leben lang nach Demokratie und Frieden strebte und zusammen mit Leonard Bernstein das diesjährige Festival beeinflusst. 

Heiko Maas hielt eine Rede und auch die Staatssekretärin für Finanzen mit dem Botschafter Südafrikas hielten Reden, weihten stolz die Briefmarke mit Mandela ein.  

 war von allen Seiten zu spüren und Freude, nicht nur über die Bekanntgabe der Mandela Briefmarke, sondern auch über das Talent und die Hingabe des jungen Orchesters waren überwältigend. Das Besondere eben dieses Orchesters ist, dass die Jugendlichen alle verschiedene Hintergründe haben und somit auch einen Mix aus verschiedenen Musikrichtungen spielen. Zusammen mit dem britischen Dirigenten Duncan Ward entstand eine ganz lebendige, impulsive Vorstellung. Ganz zum Höhepunkt des finalen Stückes bekam das Publikum  sogar eine Vorwärtsrolle und eine Körperwelle von ihm zu sehen. Wenn das nicht mal ein Beweis für die Lebhaftigkeit dieses Abends war!   Der gesamte Abend war durchzogen von afrikanischen Klängen nicht nur durch das Jugendorchester, sondern auch durch die A-Capella Gruppe ,,Just 6“ aus Südafrika, die mit Stimme und Präsenz das Publikum nach Afrika katapultierten. Einzig mit ihren hohen und tiefen Stimmen ließen sie die Leute in König der Löwen schwelgen und zum deutschen Stück Beethovens ,,Lorelei“ schmunzeln. Sie sangen auch jeweils die Hymnen von Deutschland und Südafrika, stärkten die Bindung beider Länder.  Dass Deutschland und Südafrika nach nicht besonders schöner Geschichte gemeinsam diesen Abend gestalten und genießen, war wirklich wunderbar zu spüren. DSC_1166.JPG

,,Unsere Hoffnungen für eine bessere Zukunft sind größtenteils aufgegangen, doch es ist noch nicht alles gut.“, wie Mass es zur Demokratie und zur Gesellschaft in seiner Rede angesprochen hat. Trotz des Appells war das Konzert für jeden ein Vergnügen. 

DSC_1175.JPGDas Orchester und die Gruppe versprühten Freude und Bewegung mit den Klängen aus Afrika und auch einfach ihrer Ausstrahlung. Sie zeigten wie wundervoll kulturelle Vielfalt ist und das Teilen dieser. Mit einer letzten Verbeugung gingen sie ganz locker spielend aus dem Saal mit dem tosenden Applaus der feinen Damen und Herren. Jetzt wird das Konzerthaus zwei Wochen (bis 20.August)  mit den verschiedensten Jugendorchestern aus aller Welt erfüllt sein. Lasst es euch nicht entgehen! Viele der Konzerte werden auch ab dem 10. August auf arteConcert ausgestrahlt.  

mehr infos www.young-euro-classic.deDSC_1172.JPG

Seid mal wanderlustig!

Allgemein, Berlin, Kunst Überall

Karl Eduard Biermann, Das Wetterhorn, 1830, Öl auf LeinwandWer nicht die Möglichkeit hatte seine Sachen auf den Rücken zu klemmen und ein Sommerabenteuer zu erleben, der sollte sich auf die Socken machen für einen Kurztrip in die Alte Nationalgalerie. Wanderschuhe nicht vergessen! Auch wenn die Galerie nicht jedermann in seinen Bann zieht, so hat die derzeitige Ausstellung ,,Wanderlust” tausende Besucher neugierig gemacht. Es scheint so als würde der Hype fürs Wandern erst seit einigen Jahren andauern, tatsächlich hatten die Menschen schon immer großes Interesse, zu erkunden, oder aber einfach spazieren zu gehen.  

Auf den ersten Blick wird vielleicht nicht klar, wie sich Kunst und Wanderschaft überschneiden. Nach der Ausstellung seht ihr das anders.

Beim Wandern werden uns neue Einblicke in die Schönheit der Natur gegeben und so haben sich auch viele Maler in Europa die Leinwand unter den Arm geklemmt und nach romantischen Motiven gesucht. Durch das Wandern und Forschen entdeckten wir mehr und mehr, was unsere Welt zu bieten hat und so wurde die Entdeckung der Natur ebenfalls zum Thema der Ausstellung.  

Bekannte Künstler, wie Casper David Friedrich und Karl Friedrich Schinkel und weniger bekannte Künstler wie Carl Blechen und Gustave Coubert nehmen einen mit in die Romantik.  

Weit brauchen wir gar nicht weit fahren, denn wie durch ein Fenster schaut man in die Alpen und die Highlands von Schottland. Insgesamt sind Künstler aus Deutschland, Dänemark, Frankreich, Norwegen bis hin Großbritannien und Russland vertreten.

 

,,Ich fühl’s, wenn ich gehe in der freien Luft, im Wald oder an den Bergen hinauf, da liegt ein Rhythmus in meiner Seele, nach dem muß ich denken, und meine Stimmung ändert sich im Takt.” – Bettina von Arnim (Die Günderode)

 

Mit der Ausstellung werden nicht nur Kunstwerke sondern auch literarische Notizen gezeigt, trotzdem bleiben die Leinwände der Hingucker und es tut gut die malerischen Landschaften mit den Augen zu erkunden.

Also, lasst euch bis zum 16.September die ca. 120 Bilder nicht entgehen und wandert, spaziert oder schlendert durch die verschiedenen Räume des 19. Jahrhunderts.

Auf http://wanderlustinberlin.de bekommt ihr noch mehr Einblicke und alle Informationen zur Ausstellung und wenn ihr dort seid, lohnt es sich auch, die gesamte Galerie zu sehen.

Jens Ferdinand Willumsen: Bergsteigerin, 1912

Über den Horizont und noch viel weiter

Allgemein, Berlin

Heute war keine Sonnenfinsternis und auch keine Mondlandung und dennoch ein wichtiges Ereignis für unsere Menschheit, insbesondere für die Wissenschaft. Mancher mag es schon gehört haben, dass irgendwas im All passiert ist. Astronaut. Rakete. Doch was genau ist nun eigentlich geschehen?

Über den Horizont und noch viel weiter

So lautet ungefähr das Motto dieser Mission, die Mission Horizons,  denn es geht vor allem um die Erweiterung des menschlichen Horizonts, sprich unserer Grenzen. Wie weit schafft es unsere Wissenschaft und wie effizient sind neue Forschungsergebnisse?

All das sind Fragen, die durch die Experimente beantwortet und bewiesen werden können. Es mag von weit her klingen, denn eigentlich begegnet uns die Wissenschaft ja nicht alltäglich und überhaupt scheint sie sich oftmals mit unnötigen Nachforschungen zu beschäftigen.
Bei dieser Mission werden jedoch ungefähr 300 Experimente von Wissenschaftlern aus aller Welt durchgeführt unter anderem, um Proteine kristallisieren zu können und neue Metalle zu legieren. Das klingt vielleicht etwas fern von unserer Vorstellung, dafür können wir uns sicher etwas unter der Sonne vorstellen, deren Aktivität gemessen werden soll. Noch wichtiger für uns sind dann auch Experimente zur Lebenserhaltung, also auch zur Krebsheilung. Somit werden wir in der Medizin noch mehr Fortschritte haben, aber nicht nur in der Medizin geht es hoch hinaus. Schon jahrelang werden Theorien über den Planet Mars angestellt, weitere Experimente werden deshalb zur Verbesserung der Weltraumerkundung unternommen.

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Was ist nun passiert

Die drei Astronauten aus den USA, Russland und Deutschland starteten heute um Punkt 13:12 in Kasachstan mit ihrer Sojus und düsten hoch hinaus. Ihr Ziel- die Station ISS, die sie aber erst nach 2 Tagen erreichen werden und dabei die Erde 34 mal umrunden, bis sie dann in 400km Höhe ankommen. Das gibt doch die beste Gelegenheit, um Fotos zu machen, nicht? Falls da noch Zeit bleibt.

In der Rakete selbst werden die Experimente nicht durchgeführt, denn von dem anfangs 50m langen Gerüst blieb nach der vollendeten Startphase nur die 7m lange Kapsel.

Ab 10:30 wurde im Zeiss-Großplanetarium in Berlin Prenzlauer Berg alles vorbereitet, damit Hunderte sich den Start durch eine direkte Übertragung ansehen konnten. Ab 12 Uhr konnten Kinder aller Altersgruppen selbst mal einen kleinen Einblick in die Astronomie bekommen. Stationen mit Experimenten zur Schwerkraft und dem Weltall vertrieben die Zeit, während  wir auf der Leinwand in die Welt eines Astronauten getaucht wurden. Die Anzüge fest verschlossen und mit Helm in der Hand setzte sich die Crew vor die Knöpfe. Ein kleines Plüschmaskottchen tauchte vor dem Bildschirm auf, denn es würde ihnen zeigen, wann sie in der Schwerelosigkeit angekommen waren. Dann endlich 5 Minuten vor Start klappte der letzte Stützarm weg und die Maschine war bereit, Feuer zu geben. Bei wolkenlosem Himmel und strahlender Sonne mit den Augen zusammen gekniffen saßen Gehörlose, Kinder, Familien, Schulklassen und Astronomie -Fans zusammen und zählten den Countdown ganz so als wäre ein kleines Neujahr, ein kleiner Aufbruch, ein kleiner Schritt für die Menschheit in eine Zukunft in der so vieles möglich sein wird.

41718528355_98bf187b00_oNeugierige

Im Internet gibt es viele Seiten, mit der Live-Übertragung und auch morgen wird es eine Veranstaltung zur Mission Horizon im Zeiss-Planetarium geben.

https://planetarium-berlin.ticketfritz.de/Event/Kalender/721/2758?Typ=Vorlage – Veranstaltung zum Astronauten Alexander Gerst

Live- Stream unter Beispielsweise https://www.leopoldina.org/presse/nachrichten/mission-horizons-live/

Und für alle Wissbegierigen gibt es dann auch noch am 9. Juni die Lange Nacht der Wissenschaften,die einen spektakulären Blick in für uns verborgene Erfahrungen geben.

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Mal multikulti

Allgemein, Berlin

Wir machen es wie die Queen und feiern erst dann, wenn gutes Wetter ist. Denn wenn die ganze Welt im Februar Karneval feiert, so verkleidet sich Berlin erst Ende Mai. Passieren kann es zwar trotzdem, dass es regnet, aber dieses Jahr hatten wir reichlich Sonne und die Stimmung war auch ganz oben.

 

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Afroamerikaner, Inder, Südamerikaner und Asiaten tanzten und feierten sich durch die Yorckstraße und steckten die Stadt damit an. Im engen Gewusel wurde getanzt und getrunken. Das beste war natürlich die Toleranz und Offenheit gegenüber jedem Einzelnen. In diesen vier Tagen, schien Diskriminierung komplett abgeschaltet worden zu sein ( aus meiner Sicht jedenfalls) und das multikulturelle Berlin wurde gefeiert.

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Berlin zeigt seine multikulturelle Seite in all seiner Pracht und wir merken: ,,Es geht doch!“

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Wie Musik und gutes Essen doch verbinden kann.

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Auch Homosexualität war ein Thema beim Feiern, denn dafür wurden Fenster,Herzen und Vorurteile geöffnet und im Juli ist es dann wieder richtig soweit dafür auf dieStraße zu gehen.

Ich freue mich auf jeden Fall schon auf einen bunten Sommer in Berlin 🙂

Für alle Neugierigen: Hier der Link zur offiziellen Karnevalsseite:

Karneval der Kulturen

Fotografiert! Solange es noch möglich ist

Allgemein, Berlin, Kunst Überall

Los! Schnell! Es ist nicht mehr lange bis es verschwindet! Was? Kultur!

Wer in Berlin lebt weiß – es mangelt uns nicht an Kultur. Es mangelt uns nicht an Möglichkeiten unsere Seele zu bereichern, denn wie die Pariserinnen so schön sagen:

,, Kunst und Kultur ist wie gesundes Essen und lässt den Teint strahlen.“

In den Seitenstraßen der Berliner Viertel spazierte ich entlang, auf der Suche nach nichts, betrachtete nur die immer mal auftauchende Reflexion meiner selbst in den Schaufenstern und Glastüren bis mein Blick auf die Cover der Zeitschriften fiel. Die strahlenden Gesichter der perfekten Models und die neben stehenden Schlagzeilen. Ein Gesicht stach ganz besonders hervor. Eine Schwarz-Weiß  Foto eines Mannes dessen linkes Auge mit einem wahnsinnigem Blick den Betrachter durchbohrte.DSC_0378

Ich trat näher und las den Namen ,,Irving Penn“. Ich kannte ihn nicht, aber ich wusste, ich würde es herausfinden. Tatsächlich stand ich in wenigen Wochen vor dem Amerika Haus – das c/o Berlin und das Gesicht des Mannes, der sich später als Pablo Picasso herausstellte, schaute mich immer noch so wahnsinnig an.DSC_0329.JPG

Die Ausstellung gilt als einer der beliebtesten zurzeit, denn Irving Penn war vor allem als Fotograf bei der Vogue tätig, fotografierte aber nicht nur magere Models. DSC_0344

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Salvador

 

Mit seiner Rolleiflex fotografierte er Zigaretten mit Bedeutung, und Blumen sowie Verpackungen als hätten sie Gesichter. Schwarz-Weiß Bilder von allerlei Berühmtheiten waren ausgestellt und seine Reihe an ,,Nudes“ also mal nackte Haut á la Venus.

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In den spärlich beleuchteten Räumen sah man die Gesichter der Bäcker, Kellner und Handwerker. Aber auch Menschen, die wir sonst nicht zu Gesicht bekommen. Bemalte Gesichter afrikanischer Frauen schauten mich an. Die Haut voller beabsichtigter Narben- ein Zeichen für Stärke und Schönheit, hatte ich gelernt.

Zwei Etagen waren voll mit den Photographien  und jedes war wert, gesehen zu werden. Jedoch ist es nicht mehr lang bis die Ausstellung vorbei ist, also  nicht nach dem 1. Juli dort auftauchen. Das schon vielleicht, wenn die folgenden Ausstellungen ebenso gut sein werden, aber Irving Penn wird gehen.

Füllt euch mit guter Kunst im c/o und genießt es die Welt mit neuen Augen zu sehen. DSC_0361

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Hier der Link direkt zur Internetseite c/o Berlin   Zu finden ist das Haus gleich neben dem S-Bahnhof Zoologischer Garten

Hinter jedem Klick verbirgt sich eine Geschichte, ein Auftrag, eine Intention und vor allem aber eine Leidenschaft.

 

 

 

Fortsetzung von ,,Cigarettes“ III

Stories

Nun geht es bereits zum dritten Teil der langen Kurzgeschichte über, eher gesagt ist es einfach eine weitere Seite der Geschichte, aber dritter Teil klingt eindrucksvoller.

Hier geht es zum ersten Teil: Die lange Kurzgeschichte – ,,Cigarettes“

Hier zum zweiten Teil: Fortsetzung Cigarettes

Viel Spaß beim Lesen wünsche ich. Es ist noch nicht vorbei!


,,Wie kommt es, dass ich mich so schlecht fühle und eigentlich alles habe und Sie.. sie dennoch, trotz allem einen netten Eindruck machen?”

,,,Einen netten Eindruck’ hah na so ein Kompliment habe ich noch nie bekommen.”

,,Nein, wirklich, wie kann das sein?”

,,Ich gebe die Hoffnung wohl nicht auf. Das ist wahrscheinlich alles. “

,,Na, das war aber schwach.”

,,Oh sollte ich philosophische Dinge aus mir heraus spucken, die Sie sowieso nicht verstehen würden?”

,,Wie kommen Sie denn darauf, dass ich nichts verstehen würde? Sie behandeln mich ja, wie ein kleines Kind!”

,,Oh, ich denke wir wollen jetzt nicht darauf eingehen, wer hier wen, wie behandelt, nicht?”, sagte er mir mit hochgezogenen Brauen und prüfenden Augen.

,,Sie sagten, Sie wollen mir helfen, aber wie wollen Sie das denn nun anstellen?”

,,Ich habe keinen konkreten Plan. Ich bin auch kein Coach oder Lebensberater. Ich denke einfach über Dinge nach. Ich habe ja auch die Zeit dazu.”

,,Aber wie  kann man sein Leben jeden Tag weiterleben, wenn man niemanden hat, wenn es niemanden gibt mit dem man sich austauscht und man keinerlei Bedeutung für die Gesellschaft und diese Welt hat. Dann würde es doch auch niemanden stören oder gar interessieren, wenn man nicht mehr da ist.”

,,Was ist mit einem selbst? Es gibt immer jemanden, der an dich denkt und dich bemerkt. Dieser Jemand ist man selbst.”

,,Ach man selbst zählt nicht..”

,,Doch, natürlich, denn wenn jeder das sagen würde, würde keiner an jemanden denken. “

Ich überlegte eine Weile über seine Worte und es leuchtete mir ein.

,,Was ist eigentlich mit Ihnen?”, frage ich interessiert.

,,Was soll mit mir sein?”

,,Na, was ist mit Ihnen passiert? Hat Ihre Familie Sie im Stich gelassen oder wurden Sie von irgendwo herausgeschmissen?”

Gespannt schaue ich in seine Richtung, doch er verzieht keine Miene. Ich warte auf seine Antwort, doch bekomme ich nur Stillschweigen. Dann erhebt er sich, zieht noch einmal an seiner Zigarette, schaut auf den schilf überwucherten Teich und geht.

Ich kann nichts sagen, nichts rufen, nichts denken, bin so überrascht von seinem Abgang.


 

Es tut mir leid

Berlin

Es tut mir leid. Ich will es eigentlich nicht, weil es schon so viele getan haben und ich bin mir sicher, dass viele das Thema gar nicht mehr hören können, aber ich kann einfach nicht anders.

Es geht um die Internationale Gartenausstellung in Berlin. Wie international die Ausstellung ist, habe ich mich eigentlich nie gefragt, erst als mein Vater fragte, ob überhaupt andere Länder von der IGA wussten, konnte ich nur antworten: Hmm. International sind die verschiedenen Gärten, die es dort zu sehen gibt. Ich bin auch ein paar englischsprachigen Menschen entgegengekommen, aber so ganz beantwortet das nicht die Frage.

Jedenfalls ist die Ausstellung seit dem 13. April offen. Das ,,schöne“ Wetter treibt die Menschen nicht zur IGA, also muss es der Inhalt sein, schätze ich. Ich hatte gestern allen Grund im April der IGA einen Besuch abzustatten, denn gestern fand die Preisverleihung des Schreibwettbewerbs statt. Mit viel Sonne und Musik von Aurelias Turm eröffneten wir das Fest. Zwischenzeitlich regnete es. Regnete es heftig. Die gute Laune war jedoch niemals verschwunden.  Mit viel Sonne und lauter Musik endete dann auch die Veranstaltung. Schneller als gedacht. Schneller als gedacht vergingen die 3 Jahre Organisation dieses Projekts und dieses Tages.

Mit viel Kunst und Kultur wurden wir zum Ausgang hingeleitet. Die Impressionen sind aber geblieben. Hier ein kleiner Einblick: