Afrika in Berlin nicht nur wegen der Hitze..

Allgemein, Berlin

Licht wird gedimmt, so dass nur noch die strahlenden Hemden der Spieler in Blau, Gelb, Orange und Grün scheinen. Leichtfüßig betritt der junge Dirigent die Bühne mit Applaus im Hintergrund. Stille kehrt ein, bis das Orchester MIAGI aus Südafrika den Auftakt in  das Young Euro Classic Festival 2018 macht. 

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Schon das Einstimmen gab einen Vorgeschmack auf die Großartigkeit dieses Orchesters und dann begann das erste Stück, wobei Violinen, Cellos und Flöten sich gegenseitig antworteten, mal wie ein Sturm gemeinsam den Saal mitnahmen, mal ganz sacht die Bögen über die Saiten streichen ließen und den hohen Herrschaften die Möglichkeit gaben, ebenfalls zu antworten. Antworten auf den 100.Geburtstag Nelson Mandelas, der sein Leben lang nach Demokratie und Frieden strebte und zusammen mit Leonard Bernstein das diesjährige Festival beeinflusst. 

Heiko Maas hielt eine Rede und auch die Staatssekretärin für Finanzen mit dem Botschafter Südafrikas hielten Reden, weihten stolz die Briefmarke mit Mandela ein.  

 war von allen Seiten zu spüren und Freude, nicht nur über die Bekanntgabe der Mandela Briefmarke, sondern auch über das Talent und die Hingabe des jungen Orchesters waren überwältigend. Das Besondere eben dieses Orchesters ist, dass die Jugendlichen alle verschiedene Hintergründe haben und somit auch einen Mix aus verschiedenen Musikrichtungen spielen. Zusammen mit dem britischen Dirigenten Duncan Ward entstand eine ganz lebendige, impulsive Vorstellung. Ganz zum Höhepunkt des finalen Stückes bekam das Publikum  sogar eine Vorwärtsrolle und eine Körperwelle von ihm zu sehen. Wenn das nicht mal ein Beweis für die Lebhaftigkeit dieses Abends war!   Der gesamte Abend war durchzogen von afrikanischen Klängen nicht nur durch das Jugendorchester, sondern auch durch die A-Capella Gruppe ,,Just 6“ aus Südafrika, die mit Stimme und Präsenz das Publikum nach Afrika katapultierten. Einzig mit ihren hohen und tiefen Stimmen ließen sie die Leute in König der Löwen schwelgen und zum deutschen Stück Beethovens ,,Lorelei“ schmunzeln. Sie sangen auch jeweils die Hymnen von Deutschland und Südafrika, stärkten die Bindung beider Länder.  Dass Deutschland und Südafrika nach nicht besonders schöner Geschichte gemeinsam diesen Abend gestalten und genießen, war wirklich wunderbar zu spüren. DSC_1166.JPG

,,Unsere Hoffnungen für eine bessere Zukunft sind größtenteils aufgegangen, doch es ist noch nicht alles gut.“, wie Mass es zur Demokratie und zur Gesellschaft in seiner Rede angesprochen hat. Trotz des Appells war das Konzert für jeden ein Vergnügen. 

DSC_1175.JPGDas Orchester und die Gruppe versprühten Freude und Bewegung mit den Klängen aus Afrika und auch einfach ihrer Ausstrahlung. Sie zeigten wie wundervoll kulturelle Vielfalt ist und das Teilen dieser. Mit einer letzten Verbeugung gingen sie ganz locker spielend aus dem Saal mit dem tosenden Applaus der feinen Damen und Herren. Jetzt wird das Konzerthaus zwei Wochen (bis 20.August)  mit den verschiedensten Jugendorchestern aus aller Welt erfüllt sein. Lasst es euch nicht entgehen! Viele der Konzerte werden auch ab dem 10. August auf arteConcert ausgestrahlt.  

mehr infos www.young-euro-classic.deDSC_1172.JPG

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Seid mal wanderlustig!

Allgemein, Berlin, Kunst Überall

Karl Eduard Biermann, Das Wetterhorn, 1830, Öl auf LeinwandWer nicht die Möglichkeit hatte seine Sachen auf den Rücken zu klemmen und ein Sommerabenteuer zu erleben, der sollte sich auf die Socken machen für einen Kurztrip in die Alte Nationalgalerie. Wanderschuhe nicht vergessen! Auch wenn die Galerie nicht jedermann in seinen Bann zieht, so hat die derzeitige Ausstellung ,,Wanderlust” tausende Besucher neugierig gemacht. Es scheint so als würde der Hype fürs Wandern erst seit einigen Jahren andauern, tatsächlich hatten die Menschen schon immer großes Interesse, zu erkunden, oder aber einfach spazieren zu gehen.  

Auf den ersten Blick wird vielleicht nicht klar, wie sich Kunst und Wanderschaft überschneiden. Nach der Ausstellung seht ihr das anders.

Beim Wandern werden uns neue Einblicke in die Schönheit der Natur gegeben und so haben sich auch viele Maler in Europa die Leinwand unter den Arm geklemmt und nach romantischen Motiven gesucht. Durch das Wandern und Forschen entdeckten wir mehr und mehr, was unsere Welt zu bieten hat und so wurde die Entdeckung der Natur ebenfalls zum Thema der Ausstellung.  

Bekannte Künstler, wie Casper David Friedrich und Karl Friedrich Schinkel und weniger bekannte Künstler wie Carl Blechen und Gustave Coubert nehmen einen mit in die Romantik.  

Weit brauchen wir gar nicht weit fahren, denn wie durch ein Fenster schaut man in die Alpen und die Highlands von Schottland. Insgesamt sind Künstler aus Deutschland, Dänemark, Frankreich, Norwegen bis hin Großbritannien und Russland vertreten.

 

,,Ich fühl’s, wenn ich gehe in der freien Luft, im Wald oder an den Bergen hinauf, da liegt ein Rhythmus in meiner Seele, nach dem muß ich denken, und meine Stimmung ändert sich im Takt.” – Bettina von Arnim (Die Günderode)

 

Mit der Ausstellung werden nicht nur Kunstwerke sondern auch literarische Notizen gezeigt, trotzdem bleiben die Leinwände der Hingucker und es tut gut die malerischen Landschaften mit den Augen zu erkunden.

Also, lasst euch bis zum 16.September die ca. 120 Bilder nicht entgehen und wandert, spaziert oder schlendert durch die verschiedenen Räume des 19. Jahrhunderts.

Auf http://wanderlustinberlin.de bekommt ihr noch mehr Einblicke und alle Informationen zur Ausstellung und wenn ihr dort seid, lohnt es sich auch, die gesamte Galerie zu sehen.

Jens Ferdinand Willumsen: Bergsteigerin, 1912

Über den Horizont und noch viel weiter

Allgemein, Berlin

Heute war keine Sonnenfinsternis und auch keine Mondlandung und dennoch ein wichtiges Ereignis für unsere Menschheit, insbesondere für die Wissenschaft. Mancher mag es schon gehört haben, dass irgendwas im All passiert ist. Astronaut. Rakete. Doch was genau ist nun eigentlich geschehen?

Über den Horizont und noch viel weiter

So lautet ungefähr das Motto dieser Mission, die Mission Horizons,  denn es geht vor allem um die Erweiterung des menschlichen Horizonts, sprich unserer Grenzen. Wie weit schafft es unsere Wissenschaft und wie effizient sind neue Forschungsergebnisse?

All das sind Fragen, die durch die Experimente beantwortet und bewiesen werden können. Es mag von weit her klingen, denn eigentlich begegnet uns die Wissenschaft ja nicht alltäglich und überhaupt scheint sie sich oftmals mit unnötigen Nachforschungen zu beschäftigen.
Bei dieser Mission werden jedoch ungefähr 300 Experimente von Wissenschaftlern aus aller Welt durchgeführt unter anderem, um Proteine kristallisieren zu können und neue Metalle zu legieren. Das klingt vielleicht etwas fern von unserer Vorstellung, dafür können wir uns sicher etwas unter der Sonne vorstellen, deren Aktivität gemessen werden soll. Noch wichtiger für uns sind dann auch Experimente zur Lebenserhaltung, also auch zur Krebsheilung. Somit werden wir in der Medizin noch mehr Fortschritte haben, aber nicht nur in der Medizin geht es hoch hinaus. Schon jahrelang werden Theorien über den Planet Mars angestellt, weitere Experimente werden deshalb zur Verbesserung der Weltraumerkundung unternommen.

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Was ist nun passiert

Die drei Astronauten aus den USA, Russland und Deutschland starteten heute um Punkt 13:12 in Kasachstan mit ihrer Sojus und düsten hoch hinaus. Ihr Ziel- die Station ISS, die sie aber erst nach 2 Tagen erreichen werden und dabei die Erde 34 mal umrunden, bis sie dann in 400km Höhe ankommen. Das gibt doch die beste Gelegenheit, um Fotos zu machen, nicht? Falls da noch Zeit bleibt.

In der Rakete selbst werden die Experimente nicht durchgeführt, denn von dem anfangs 50m langen Gerüst blieb nach der vollendeten Startphase nur die 7m lange Kapsel.

Ab 10:30 wurde im Zeiss-Großplanetarium in Berlin Prenzlauer Berg alles vorbereitet, damit Hunderte sich den Start durch eine direkte Übertragung ansehen konnten. Ab 12 Uhr konnten Kinder aller Altersgruppen selbst mal einen kleinen Einblick in die Astronomie bekommen. Stationen mit Experimenten zur Schwerkraft und dem Weltall vertrieben die Zeit, während  wir auf der Leinwand in die Welt eines Astronauten getaucht wurden. Die Anzüge fest verschlossen und mit Helm in der Hand setzte sich die Crew vor die Knöpfe. Ein kleines Plüschmaskottchen tauchte vor dem Bildschirm auf, denn es würde ihnen zeigen, wann sie in der Schwerelosigkeit angekommen waren. Dann endlich 5 Minuten vor Start klappte der letzte Stützarm weg und die Maschine war bereit, Feuer zu geben. Bei wolkenlosem Himmel und strahlender Sonne mit den Augen zusammen gekniffen saßen Gehörlose, Kinder, Familien, Schulklassen und Astronomie -Fans zusammen und zählten den Countdown ganz so als wäre ein kleines Neujahr, ein kleiner Aufbruch, ein kleiner Schritt für die Menschheit in eine Zukunft in der so vieles möglich sein wird.

41718528355_98bf187b00_oNeugierige

Im Internet gibt es viele Seiten, mit der Live-Übertragung und auch morgen wird es eine Veranstaltung zur Mission Horizon im Zeiss-Planetarium geben.

https://planetarium-berlin.ticketfritz.de/Event/Kalender/721/2758?Typ=Vorlage – Veranstaltung zum Astronauten Alexander Gerst

Live- Stream unter Beispielsweise https://www.leopoldina.org/presse/nachrichten/mission-horizons-live/

Und für alle Wissbegierigen gibt es dann auch noch am 9. Juni die Lange Nacht der Wissenschaften,die einen spektakulären Blick in für uns verborgene Erfahrungen geben.

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Mal multikulti

Allgemein, Berlin

Wir machen es wie die Queen und feiern erst dann, wenn gutes Wetter ist. Denn wenn die ganze Welt im Februar Karneval feiert, so verkleidet sich Berlin erst Ende Mai. Passieren kann es zwar trotzdem, dass es regnet, aber dieses Jahr hatten wir reichlich Sonne und die Stimmung war auch ganz oben.

 

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Afroamerikaner, Inder, Südamerikaner und Asiaten tanzten und feierten sich durch die Yorckstraße und steckten die Stadt damit an. Im engen Gewusel wurde getanzt und getrunken. Das beste war natürlich die Toleranz und Offenheit gegenüber jedem Einzelnen. In diesen vier Tagen, schien Diskriminierung komplett abgeschaltet worden zu sein ( aus meiner Sicht jedenfalls) und das multikulturelle Berlin wurde gefeiert.

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Berlin zeigt seine multikulturelle Seite in all seiner Pracht und wir merken: ,,Es geht doch!“

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Wie Musik und gutes Essen doch verbinden kann.

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Auch Homosexualität war ein Thema beim Feiern, denn dafür wurden Fenster,Herzen und Vorurteile geöffnet und im Juli ist es dann wieder richtig soweit dafür auf dieStraße zu gehen.

Ich freue mich auf jeden Fall schon auf einen bunten Sommer in Berlin 🙂

Für alle Neugierigen: Hier der Link zur offiziellen Karnevalsseite:

Karneval der Kulturen

Fotografiert! Solange es noch möglich ist

Allgemein, Berlin, Kunst Überall

Los! Schnell! Es ist nicht mehr lange bis es verschwindet! Was? Kultur!

Wer in Berlin lebt weiß – es mangelt uns nicht an Kultur. Es mangelt uns nicht an Möglichkeiten unsere Seele zu bereichern, denn wie die Pariserinnen so schön sagen:

,, Kunst und Kultur ist wie gesundes Essen und lässt den Teint strahlen.“

In den Seitenstraßen der Berliner Viertel spazierte ich entlang, auf der Suche nach nichts, betrachtete nur die immer mal auftauchende Reflexion meiner selbst in den Schaufenstern und Glastüren bis mein Blick auf die Cover der Zeitschriften fiel. Die strahlenden Gesichter der perfekten Models und die neben stehenden Schlagzeilen. Ein Gesicht stach ganz besonders hervor. Eine Schwarz-Weiß  Foto eines Mannes dessen linkes Auge mit einem wahnsinnigem Blick den Betrachter durchbohrte.DSC_0378

Ich trat näher und las den Namen ,,Irving Penn“. Ich kannte ihn nicht, aber ich wusste, ich würde es herausfinden. Tatsächlich stand ich in wenigen Wochen vor dem Amerika Haus – das c/o Berlin und das Gesicht des Mannes, der sich später als Pablo Picasso herausstellte, schaute mich immer noch so wahnsinnig an.DSC_0329.JPG

Die Ausstellung gilt als einer der beliebtesten zurzeit, denn Irving Penn war vor allem als Fotograf bei der Vogue tätig, fotografierte aber nicht nur magere Models. DSC_0344

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Salvador

 

Mit seiner Rolleiflex fotografierte er Zigaretten mit Bedeutung, und Blumen sowie Verpackungen als hätten sie Gesichter. Schwarz-Weiß Bilder von allerlei Berühmtheiten waren ausgestellt und seine Reihe an ,,Nudes“ also mal nackte Haut á la Venus.

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In den spärlich beleuchteten Räumen sah man die Gesichter der Bäcker, Kellner und Handwerker. Aber auch Menschen, die wir sonst nicht zu Gesicht bekommen. Bemalte Gesichter afrikanischer Frauen schauten mich an. Die Haut voller beabsichtigter Narben- ein Zeichen für Stärke und Schönheit, hatte ich gelernt.

Zwei Etagen waren voll mit den Photographien  und jedes war wert, gesehen zu werden. Jedoch ist es nicht mehr lang bis die Ausstellung vorbei ist, also  nicht nach dem 1. Juli dort auftauchen. Das schon vielleicht, wenn die folgenden Ausstellungen ebenso gut sein werden, aber Irving Penn wird gehen.

Füllt euch mit guter Kunst im c/o und genießt es die Welt mit neuen Augen zu sehen. DSC_0361

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Hier der Link direkt zur Internetseite c/o Berlin   Zu finden ist das Haus gleich neben dem S-Bahnhof Zoologischer Garten

Hinter jedem Klick verbirgt sich eine Geschichte, ein Auftrag, eine Intention und vor allem aber eine Leidenschaft.

 

 

 

5 Dinge, die ich von ,,Search Inside Yourself“ gelernt habe – Anleitung zum Glücklich Sein

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Glück. Ich wünsche Mir Glück für das neue Jahr, doch was steckt dahinter? Glück ist doch das Erste, was einem als Wunsch in den Sinn kommt. ,,Ich möchte glücklich sein.“ Oder ,,Ich möchte glücklicher werden“ Das bedeutet doch, dass wir im Moment nicht glücklich sind oder? Oder etwas ändern möchte, um dann sagen zu können, ich bin zufrieden mit mir und das macht mich glücklich. Es spielt jedoch überhaupt keine Rolle, ob das neue Jahr angefangen hat. Wir neigen nur dazu, mit dem anfangendem Jahr einen Neuanfang zu starten. Ich kam zu dem Schluss, dass der beste Zeitpunkt etwas zu ändern, Jetzt ist.

Deshalb: Frag dich was kann ich in meinem Leben besser machen.

Frage dich: Was kann ich heute tun, damit Gestern neidisch wird?

Das Buch ,,Search Inside Yourself“ hat viele interessante Gedanken, wie man glücklicher wird zusammengefasst und ich möchte nun wiederum diese zusammengefassten Ideen zusammenfassen.

Das Fundament dieses Buches und unseres Glückes beruht auf Achtsamkeit und Meditation.

Gefühle, Gedanken und Emotionen nehmen einen wichtigen Teil unseres Selbst ein. Meistens leiten Sie uns und verzerren unsere Sichtweise auf bestimmte Situationen. Wir sind regelrecht beherrscht von Ihnen.

Zu allererst ist es wichtig diese Empfindungen wahrzunehmen, ohne über sie zu urteilen. Und dann müssen wir uns vorstellen dieses Gefühl habe einen Platz in unserem Körper. Wir geben dem Gefühl einen Platz und beschreiben es, beschreiben, wie es sich auf uns auswirkt und was es mit uns macht. Wir dürfen dieses Gefühl jedoch keine Abneigung zeigen oder uns mit ihnen identifizieren, denn sie sind einfach eine Empfindung unserer Körpers.

Am besten gelingt das alles durch Meditation. Also einfach hinsetzen oder legen, Augen schließen und in sich hineinhorchen. Dabei sollte man zuerst auf die Atmung achten, um dann, den Körper nach und nach immer mehr wahrnehmen zu können.

Meditation ist dabei einfach nur Sein. Ja. Genauso wunderbar wurde es im Buch beschrieben. Wenn wir Meditieren dann können wir uns schlicht dem Zustand des Seins öffnen. Wir öffnen uns der Welt und lassen Glück ganz einfach zu.

Das Buch ,,Search Inside Yourself“ hält als Grundgedanken fest: Das Glück ist in dir drin, dort kannst du es finden (Passender Titel, was?)

Allgemein bekannt ist ja, dass man Andere so behandeln sollte, wie man auch selbst behandelt werden möchte. Jedoch sollte man sich dessen viel öfter bewusst sein. Möchten wir also kein Leid, so sollten wir es Anderen auch nicht wünschen. Genauso ist es mit Freude. Es ist ein bewiesener Nebeneffekt, dass man selbst Freude verspürt, wenn man Anderen etwas Gutes getan hat. Das muss nicht zwingend etwas Materielles sein. Wir können Anderen Freude entgegenbringen in dem wir Ihnen Aufmerksamkeit schenken oder ihnen zeigen, dass wir an sie denken.

Versuche einfach mal jemandem deine ungeteilte Aufmerksamkeit zu widmen, wenn er oder sie etwas erzählt. Du wirst merken, wie deine Gedanken springen oder du etwas Loswerden willst. Bleib einfach mit deiner Aufmerksamkeit bei der Person.

Da haben wir sie nämlich! Die Aufmerksamkeit spielt eine sehr wichtige Rolle für unser Glück. Denn nur wer aufmerksam genug ist, wird das Glück nicht verpassen. Deshalb ist die nächste Empfehlung, allem was uns umgibt, so viel Aufmerksamkeit wie möglich entgegen zu bringen. Dazu gehört vor allem die Menschen, die uns umgeben, unsere Umwelt, also auch unmittelbare Situationen und auch unser eigenes Handeln.

Dies kann sogar einfaches Gehen sein. Wir richten unsere innere Aufmerksamkeit auf unseren Körper und die Bewegung unserer Füße.

Wenn wir essen, dann sollten wir uns vollkommen darauf konzentrieren und es genießen, somit werden wir auch dankbarer damit umgehen.

Wenn wir etwas gern tun- Radfahren oder Tanzen und mit vollem Bewusstsein darin aufgehen, dann entsteht ein sogenannter Flow. Dabei sind wir mit unserer Aufmerksamkeit bei dem was wir gern tun und uns optimal herausfordert. Wir fühlen uns gut mit dem was wir tun und werden so zufrieden und glücklich mit uns selbst!

Diese Erlebnisse sind aber nicht besonders langanhaltend. Laut dem Buch ergibt sich dauerhaftes Glück, wenn wir Teil von etwas Größerem werden und es als sinnvoll empfinden. Dies ist ein langer Prozess den wir unser ganzes Leben durchmachen, denn wir beschäftigen uns intuitiv mit Dingen, die wir als wichtig anerkennen. So kommt es, dass wir uns für bestimmte Dinge einsetzen, Veränderungen, die uns sinnvoll erscheinen und glücklich sind wenn wir etwas erreicht haben.

Natürlich können wir nicht jeden Tag glücklich sein oder einfach so Sorgen vergessen, aber wir können an unserem Glück arbeiten, nach Dingen suchen, die uns wichtig sein, in denen wir gut sind. Dinge, die uns mal vergessen lassen. Also lasst uns unser Glück in uns selbst finden.

Wie schreibt man Winter?

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Einige setzen ihre Skihelme auf, die Schnallen der Skier fest an die Fußsohlen geklebt, andere fliegen auf einsame Sonneninseln, ich dagegen verwöhnte meinen Geist mit Literatur und guten Menschen. Fragt sich nun, was besser ist.

Es war ein sonniger Montag und für die meisten der Beginn einer weiteren Arbeitswoche. Für die Berliner Jugend der Beginn einer schulfreien Woche. Ich will nicht prahlen – ich stelle fest und meine, dass die Sonnenstrahlen auf das Lächeln eines Jeden wirken sollten. Winter ist doch gleich viel angenehmer, wenn klarer Himmel die vom Schnee gezeichneten Straßen erhellt.

Angekommen am Gleis war bereits eine bunte Menge Leute versammelt, die sich aufgeregt unterhielt. Mit jeder neu ankommenden Person stieg die Vorfreude, bis dann schließlich der Zug nach Trebnitz eintraf. Es wurde so viel erzählt, jeder kannte Jeden und hatte den Anderen monatelang nicht gesehen. Die Vorfreude und Energie der Anderen war so ansteckend. Ich fragte nach Namen und stellte genauso oft die Frage ,,Wie oft warst du schon in Trebnitz?“ Und verwechselte auch noch alles.

Drei Dinge wurden mir an meinem ersten Tag bewusst:

1. Die Mitglieder der Literaturwoche, oder wie sie inoffiziell genannt wurde ,,das Spezi“ waren eine große Familie. Ein Grund dafür ist einfach, weil so viele schon so oft dort gewesen waren und auch, weil so viel Vertraulichkeit in der Luft lag.

2. ,,Wie fühlt es sich an, wieder nach Trebnitz zu kommen?“ ,,Wie für eine kurze Zeit nach Hause zu fahren.“

3. Das Spezi ist eine riesige Tradition bestehend aus etlichen kleineren Traditionen und Ritualen. Angefangen von ,,Hallo, Hallo?“ – ,,Wir sind’s!“ Zur Begrüßung bis zum Anklagen eines vermeintlichen Zaubertrolls.

Einer meiner Lieblingsbräuche war das Energizing. Es gab eine Auswahl an verschiedenen sinnfreien, aber äußerst witzigen Einheiten, die wir durchführten, wenn sich ein wenig ,,meh“ oder ,,eh..“ gefühlt wurde. (Ausgesprochen, klingt das verständlicher)

Es gab den Wotanshou Tanz, der von dänischen Pfadfindern nachempfunden wurde. Man spricht dabei eigenartige Reihen von skandinavisch klingenden Worten und hampelt mit den Beinen und Armen in einer bestimmten Reihenfolge – klingt doch wundervoll! So sprachen und bewegten wir uns alle zusammen, damit es gemeinsam total belämmert aussah und das machte Spaß.

Ein weiterer Energizer handelt von einer Banane, die zuerst geschält, dann geschnitten, gegessen und schließlich ausgekotzt wird. Begleitet wird diese Einheit von sinnlosen Wörtern, die, wie ein Mix aus Latein und Italienisch klingen. Einfach herrlich! (Die Sprache kann man sich ein wenig wie bei dem Minions vorstellen)

Einen weiteren Teil der Woche, den ich sehr genossen habe, waren die originellen Tischgespräche. Ein ganz interessanter Gedanke war die Etablierung von Muttermilch und Muttermilchprodukten. Es wurde kontrovers diskutiert inwieweit ethisch vertretbar die Durchführung wäre und wer überhaupt aus Muttermilch hergestellten Yoghurt essen würde. Atomkraftwerke und die Wehrpflicht waren ebenfalls häufige Themen. (Ich hoffe das darf ich herausplaudern)

Der eigentliche Kern dieser Woche lag jedoch bei unseren Texten, die wir am Ende in einer Lesung vorstellten. Texte, die noch nicht geschrieben wurden und zu denen die meisten noch keinerlei Ideen hatten. Also Fingen wir an mit Workshops zum Basteln von Briefumschlägen und dem Erstellen einer Spezi-Gestalt. Macht Sinn. Macht Spaß.

Schließlich hatten wir an unserem ersten Tag wunderschön gestaltete Briefumschläge für jeden. Diese wurden an eine Pinnwand geheftet und jeder konnte jedem, anonym oder auch nicht, Botschaften schenken. An diesem Montag war auch Sascha Kim Andrea geboren: eine Gestalt, dass uns durch das Spezi begleiten sollte und unsere Erinnerungen sammelte. Ihre Persönlichkeit wurde über die ganze Woche hinweg von allen Teilnehmern vervollständigt. Neben „SKA“gab es noch weitere herumlungernde Wesen, nämlich die geheimen vom Los auserwählten Trolle, die Leute verzaubern konnten. Und neben all diesen schönen Dingen hatten wir noch einen Text zu schreiben! Gut, dass da noch die verlockenden täglichen Workshops waren, die mit ihren Themen über verlassene Inseln, Lyrik und Surrealismus die Zeit noch schneller vergehen ließen.

Der letzte Abend war das große Highlight an dem wir Uns Sketche ausgedacht hatten und aufführten. Danach folgte eine weitere Tradition: das Bücherschreiben. Jeder durfte sich ein Buch aussuchen, worin dann Jeder eine Eintragung hinterließ. Die Bücher wurden mit den liebevollen Eintragungen dann noch viel wertvoller. Ich liebte es all die verschiedenen Handschriften zu lesen, die verrieten, wie gemocht ich wurde. Manchmal war es doch besser als jede Schokolade, sich von geliebten Menschen mit Worten und Gedanken verwöhnen zu lassen.

Dinge, die ich von der Literaturwoche gelernt habe

  • Umgeben sein von wundervollen Menschen, die dir gut tun, ist besser als jeder Luxusurlaub
  • Inspiration lässt dein Herz, wie Schokolade im Sommer schmelzen, nur dass du nicht auf den Sommer warten brauchst
  • Durch Öffnen der Ohren und der Seele zu Anderen findest du Kreativität und Inspiration
  • Inspiration findest du auch durch einfaches Beobachten und Hinterfragen deiner Umgebung

Ich hatte das Glück, diese Eindrücke und Erinnerungen im Schloss Trebnitz mit den kreativsten und einzigartigsten Menschen zu sammeln. In den prächtigen Räumen des Schlosses widmeten wir uns dem, was uns verband und unsere Seelen erfüllte- dem Schreiben, jedenfalls im besten Fall.

Den kleinen gefrorenen See in der Winterlandschaft beobachtend, umrahmt von Schilf und Gräsern , die vom feinem Schnee gesprenkelt waren;Baumstumpfe und Holzbänke vervollständigten dieses idyllische Bild und es entstand der perfekte Ort, um Gespräche über Menschen und das Universum mit den interessantesten Menschen zu führen.

Nun leide ich und freue mich zu gleich. Post-Spezi-Depression. Wenn du nicht wahrhaben willst, dass es vorbei ist, dass diese wundervollen Menschen wieder in ganz Deutschland zerstreut sind. Wenn du mit aller Kraft versuchst in den normalen Alltag zurückzukehren, fern von abstrusen Energizern, die sich nur Pfadfinder aus Dänemark hätten ausdenken können, kuriosen Gesprächen beim Essen und den Morden in den Werwolfspielen um Mitternacht.

Diese Woche war so gefüllt mit Freundlichkeit und Herzenswärme. Ich bin so unendlich glücklich und dankbar, diese Kreativität und diese Menschen und all das Schreiben verspürt zu haben.

Ich danke den Schreibenden Schülern und ihren Unterstützern für so etwas wie das Spezi. Ich habe niemanden getroffen, der nicht gern dort war, der nicht gern Teil dieser wundervollen Familie sein durfte.

Ich danke auch Renate Zimmerman, der ich so viel zu verdanken habe und, die mich dem Schreiben und allem was dazu gehört stets näher gebracht hat.

Es steht mir im Gesicht geschrieben

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Schreib! Schreib, über das, was dir wichtig ist! Schreib über alles, was dich stört! Schreib über das, was dich berührt, was dich aufregt. Schreib über das, was du ändern willst. Auch, wenn du nur eine kleine Stimme im Vogelgeschrei des Dschungels bist. Schreib, über die Dinge, um die du dich sorgst. Schreib, über das, was dich begeistert. Was wäre denn diese Welt ohne die Vielfalt der Dinge?

So viele Blogger, Kolumnisten,Alltagszwitscherer, Journalisten. Wenn wir davon ausgehen, dass sie schon alles gesagt haben, liegen wir weit daneben. Wenn wir davon ausgehen, alles was sie schreiben sei richtig, liegen wir weit weit weit daneben. Ein Glück gibt es genug Möglichkeiten, von sich hören zu lassen- manchmal mehr als nötig.

Lass dich nicht erdrücken von der Vielzahl des Bereitsgesagten, der Vielzahl, der Menschen, die bereits ihre Meinung sagen. Hab keine Angst vor dem Gedanken, sowieso nicht wahrgenommen zu werden. Wenn ich so gedacht hätte, würdest du das jetzt nicht lesen.

In dieser Welt in der jede einzelne Meinung zählt und doch, durch die Vielzahl unterzugehen scheint, in dieser Welt müssen wir unsere eigene Stimme finden. Nicht nur, um gelesen und gehört zu werden, von wem auch immer, sondern auch, um uns selbst zu hören, selbst zu erkennen, was wir denken. Schreib. Fang einfach an.

Maybe it was already told, but not by you!

Vor einem Jahr habe ich genau das getan. Wortwörtlich habe ich Worte  und Aussagen verbunden, nicht nur getippt oder mit der Hand Buchstaben aus Tinte geformt, sondern gestempelt. Mühselig jeden einzelnen Buchstaben in die Druckerfarbe gedrückt- zuerst Blau, dann Rot, damit sie ein großes Ganzes aus Gedanken und Geschichten ergeben. Worte wurden zu Sätzen und Sätze zu Aussagen, die nach und nach linienartig mein Gesicht und mein Haar bildeten. Durch das, was ich da gefunden und gedacht habe, erkannte ich meine Stimme. Meine Botschaft, die aus so viel Liebe, Erschütterung, Empörung und Endgültigkeit bestand. Ich konnte all das teilen, über mein Abbild, meinen leider etwas zu wütend gewordenen Blick und über die lila Worte, durch die all das entstanden war.

Meine Botschaft betrifft all die Töchter, Mütter, Freundinnen, aber genauso all die Freunde, Väter, Brüder. Es sind die Reaktionen und das Verhalten, die viele vom jeweils anderem zu spüren bekommen. Einige mehr andere weniger, aber wenn wir die Augen öffnen, einfach nur Dinge bemerken, dann erkennen wir all die Widersprüche. Es ist die ständige Erniedrigung. Das elende Festhalten an alten Stereotypen. Die niemals endende häusliche Gewalt. Das Klassifizieren und Objektivieren. Das Definieren von Gleichheit zwischen Mann und Frau, denn Feminismus beinhaltet nicht nur Frauen. Das ist etwas, was ich während meiner Recherchen immer wieder erkannt habe. Viele denken Feminismus beinhalte nur Frauen, aber dem ist nicht so. Feminismus bedeutet so viel mehr, als Frauenstärke.

Tatsächlich ist dieses gesamte Problem so riesig, dass mein Gesicht dafür nicht ausgereicht hat. Und Zeit – Zeit spielt auch eine Rolle, denn es bringt mir wenig, mein Leben mit dem Drucken von Buchstaben zu verbringen. Aber es war ein Anfang, richtig? Es ist ein nie endender Prozess, denn es ist ein so altes Problem mit immer neuen Geschichten und Ereignissen. Es beginnt mit einem Tweet, einem Hashtag, einer kurzen Bemerkung. Dann fangen wir an, zu entwickeln. Wir reagieren und handeln. Schreiben und Handeln-der perfekte Ausgleich!

Jeder hat mindestens eine Botschaft, die er ins sich trägt, eingebettet in die unermüdliche Empörung über eine Sache. So als würde dich insgeheim jedes Mal etwas  aufregen und endlich kannst du dich ausreden, kannst sagen, wie sehr es dich stört.

Der Kopf wartet nur darauf, geöffnet zu werden, die geborgenen Botschaften nach außen fliegen zu lassen. Also, schreib, um diese Botschaften empor fliegen zu sehen.

Wir schreiben und reden und teilen und damit sollten wir niemals aufhören. Doch sei gewarnt, denke bevor du etwas aussagst, wäge ab und informier dich, bevor du urteilst.


Ich habe dieses ,,Projekt“ in der Freien Kunstklasse realisieren können und bin sehr dankbar dafür. Unter folgendem Link findet ihr die Seite dazu.                                 https://freie-kunstklasse.de/kristina-vasilevskaja

Informiert euch

 

 

 

Philosophie in der Autobahntankstelle

Allgemein, Stories
Eine Geschichte über Stille, Zeit und das Fragen nach dem Sinn der Existenz

Tapp. Tapp…tapp. Finger. Einer nach dem anderen berührt den Tresen im Takt. Tapp..tapp…tapp. Tropfen.Einer nach dem anderen berührt leise den Waschbeckenboden. Und sonst nichts. Nur Stille, die so unendlich weit zu sein scheint. Da ist noch etwas- leise, wegen der Gewohnheit schon fast überhörbar: das Ticken der 1-Dollar-Uhr über dem Türrahmen.

Es wird nicht gelangweilt Kaugummi gekaut, keine Fingernägel gefeilt, wie sie es aus den Filmen kennt von den Leuten, die sich langweilen.

Zeit vergeht und sie ist hier, freiwillig und dennoch nicht frei. Sie ist nicht gefangen, kann aber trotzdem nicht fliehen.

Sie denkt, dass es vielleicht ein Fehler war, hier zu sein, aber gleichzeitig ist alles so, wie es kommen musste, jeder Streit und jede Fahrt ins Dunkle. Das sagt sie sich jedenfalls jedes Mal, wenn sie unzufrieden ist mit ihrer Situation und wenn etwas gut läuft, dann war sie es  ganz allein- nicht das Universum.

Sie ist nicht sicher, was genau, sie hierher verschlagen hat. Müssen manche Menschen minderwertige Dinge übernehmen? Wie ein einsamer Eisverkäufer am Nordpol, so fühlt sie sich jedenfalls. Was ist die Antwort auf die Existenz jedes einzelnen Menschen? Was ist das Warum?  Sie glaubt fest daran, dass jeder geborene Mensch eine Aufgabe bekommt, von wem, weiß sie nicht genau- sie ist nicht gläubig, aber auch nicht Atheistin.

Wir kommen dem Lösen unseres eigenen Problems im Laufe des Lebens sicher immer näher durch unser Gefühl, aber genauso gut, ist es möglich, vom Weg abzukommen. Ist sie bereits von ihrem Weg abgekommen? Sie sieht sich jedenfalls nicht, weiter Pflastersteine legen. Im Moment ganz bestimmt nicht.

Tapp..tapp…tapp. Sie könnte versuchen, den Wasserhahn zu reparieren, ja das könnte sie wohl, wenn sie nicht so damit beschäftigt wäre, über den Sinn des Lebens nachzudenken und einen Nutzen hatte das auch nicht wirklich, denn zu einem Ergebnis wird sie nicht kommen.

Tun die Anderen denn nützliche Dinge? Und was ist denn überhaupt nützlich? Ihre Brüder jedenfalls nicht- in keiner Weise. Ihre ständig arbeitende Mutter vielleicht für die Familie als Stütze und Person und ihr Vater? Ihr Vater, der mehr Zeit unter Autobäuchen verbrachte als im Bett schlafend.

Tapp..tapp..tapp und dann ein kurzes augenblickliches Aufleuchten von draußen. Sie hebt den Kopf, die Nasenspitze zur Tür gerichtet und die Finger still auf dem Tresen liegen. Sie schaut und wartet bis sie eine Autotür zuklappen hört und jemand kommt, vielleicht ein paar Worte sagt, ihr einen schönen Tag wünscht, doch sie hört nur das leise Quietschen aus der Werkstatt nebenan.  Die Tür öffnet sich nicht und die etlichen Tüten Chips in den Regalen verstauben noch mehr und das Verfallsdatum der Beef Jerkeys rückt immer näher und das Benzin scheint, noch viel stärker zu stinken. Ihre Jeanslatzhose damit zu parfümieren, so scheint es.

Tapp..tapp..tapp..Sie sieht hinab auf ihre Finger, wie sie leise auf dem Holz dumpfe Töne abgeben..tapp..tapp..tapp. Sie fragt sich, wann es aufhört, wann die Finger aufhören, sich zu bewegen, sich nicht mehr nach ihrem Willen, ihrem Kopf richten. Selbständig werden oder einfach die Lust am Bewegen verlieren. Sie war immer der Optimist der Familie gewesen, doch heute denkt sie nur an das Vergeuden von Zeit. Angestrengt und verzweifelt, aber leise. Alles ganz leise, so als hätte man vergessen, wo der Lautstärkeknopf war.

Es liegt am Wetter. Es liegt immer am Wetter. Eigentlich liegt es doch daran, dass heute nur ein Kunde Halt gemacht hatte.

Langsam, so als wäre sie versteinert gewesen, dreht sich ihr Kopf Richtung Türrahmen. Zwanzig nach Acht. Freitag. Oktober 23, 2015. Der beste Zeitpunkt, um mit Freunden mit der Bahn in Richtung Club zu fahren. Dachte sie. Jedenfalls tun das die Leute in den Filmen, die sie mit George und Michael manchmal schaut. Dann suchen sie immer nach abgelaufenem Popcorn aus dem Laden. Vor allem jetzt in der kälter werdenden Zeit liebt sie es, eingekuschelt in die Pullover ihrer Brüder auf dem alten Sofa zu lümmeln und sich von ihren Eigenarten berieseln zu lassen. Wie sie manchmal anfangen, vom Auswandern zu erzählen, wie sie es in RealityShows gesehen hatten. Sie erzählen ihr, wie sie zusammen ihren eigenen Elektrofachladen aufmachen wollen. Daraufhin hatte sie gelacht, aber nicht aus Verspottung. Eines Tages will sie ihren Pflastersteinweg zu Ende bauen, zurücksehen und zufrieden sein.  

Tapp..tapp..tapp.Immer noch hier.

Die Kunst des richtigen Lebens – Der Alchimist

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Es ist eben nicht jeden Tag möglich, alles zu geben. Es ist nicht jeden Tagen möglich, glücklich zu sein. Und doch ist jeder Tag so wertvoll und Zeit so kostbar.

Ich lebe(…)Wenn ich laufe, dann mache nichts außer laufen. Und wenn ich kämpfen muss, dann wird es ein ebenso guter Tag zum Sterben wie jeder andere. Denn ich lebe weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft. (..) Wenn du immer in der Gegenwart bleiben kannst, dann bist du ein glücklicher Mensch. – Paulo Coelho(Der Alchimist)

So,

Warum sind wir da und was wollen wir erreichen?

Stellen wir uns den Gang des Leben vor, so ist es zuerst ein Sprung mitten ins Geschehen. Als kleines Kind krabbeln und hüpfen wir sorglos über den Wohnzimmerteppich oder die Küche und scheren uns um nichts. Wir fangen an gemächlich mit laufen an, bilden uns.                                                                                                                                                        ,,Warum?“ ,,Um später einen guten Beruf auszuüben“ ,,Wozu?“ ,,Um gutes Geld verdienen zu können“ ,,Wofür?“ ,,Um sich Wünsche zu erfüllen, Urlaub machen vielleicht und später mit einer Rente über die Runden kommen“ ,,Und dann?“ ,,Sterben.“

Und das also ist  mein Leben. Es muss doch also etwas geben, was wir anstreben, etwas das bleibt, um einen (wünschenswert) positiven Abdruck in der Welt zu hinterlassen. Wir suchen nach der Aufgabe, nach unserer Bestimmung und es ist uns nicht jeden Tag bewusst, denn wir tendieren dazu, unsere Zielen aus den Augen zu verlieren.                        Als ich in ähnlicher Weise schlicht und vorhersehbar vom Lauf des Lebens erzählt hatte, konnte ich mir vorstellen, wie mein Brieffreund auf dem Nachhauseweg aus dem Fenster der Bahn schauend über meine Worte nachdachte. ,,Meaning of life“, wie er es nannte. Schließlich antwortete er mit dem Zitat: ,,It is the fate of glass to break“(Es ist des Glases Schicksal, zu brechen), womit er die Sache so ziemlich auf den Nagel hämmert- dann einrahmt, oder einfach auf ein hübsches Kissen stickt.

Vielleicht mache ich mir auch allzu viele Gedanken, um das warum, statt einfach, das zu tun, was einen glücklich macht. Denn wenn Sinn und Freude Dingen gefunden werden, dann gibt es nichts, was novh Belang sein könnte. Wenn wir also einfach, das tun, was uns glücklich macht, erfüllen wir gleichzeitig einen Sinn?

Ein Buch, das diese Suche nach dem Lebensweg und der Liebe zum Glück immer wieder anspricht und darauf zurückgreift, ist ein möglicherweise nicht ganz bekannter Klassiker von Paulo Coelho.

Im mediterranen Andalusien erzählt er von einem jungen spanischen Hirten dem zweimal ein Schatz in der Nähe der Pyramiden im Traum erschienen ist. Ein Mädchen zeigt ihm den Weg doch kurz bevor, wacht er auf. In seiner Unschlüssigkeit wendet er sich an eine Zigeunerin, diese ist ganz begeistert und verlangt einen Teil des Schatzes. Sie zeigt ihm jedoch nicht, wie er zu den Pyramiden gelangt. Kurz darauf begegnet er einem alten Mann, der sich als König behauptet und ihm als Erster von vielen seine bereits geöffneten Augen noch weiter öffnet. Er gibt ihm den Rat auf die Zeichen zu achten und lässt ihn seine Schafe verkaufen.

Der Jüngling macht sich auf den Weg mit nichts als Hoffnung und ein wenig Geld im Rucksack. Eine faszinierende Reise durchlebt er auf dem Weg zu den Pyramiden über den Gibraltar. Es verschlägt ihn auf wandernde arabische Märkte und in Glaskunstläden. Es ist eine Reise in der er Neues erkennt und lernt. Zwischen den sandigen Wüstenstürmen und den Oasen mit den tausend Palmen am Horizont, trifft er auf die Männer und Frauen der Wüste. Er riskiert und verliert und schließlich findet man sich selbst an die Reflektion des Fensters starrend. Überlegend. Gleichzeitig mit leerem Kopf und einem Haufen Hoffnng. Doch das ist nicht alles, was es braucht. Ein Ansatz-vielleicht.

Wir sollten uns jeden Morgen fragen, was wir vom Leben wollen und wie wir einen neuen Pfad entstehen lassen können. Wir stoßen nicht urplötzlich auf eine Antwort, aber in dem wir Hinterfragen, kommen wir unserem Lebensweg näher. Lasst uns nicht einfach existieren, sondern leben! Es ist schwer, ja. Es ist eine Entdeckung, ja. Jede Entdeckung verbirgt auch Gefahren, doch eine Geschichte ohne Spannung, in der immer alles gut läuft, würde ja keiner lesen wollen, richtig?

 

Viele Wege führen zum Buch: Öffentliche Bibliotheken 

Thalia