Poesietherapie

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Eine intelligente junge Frau, eine Autorin hat mich viele gelehrt. Ja, tatsächlich, ist das möglich als junge Frau, als Studentin intelligent zu sein und dabei, andere mit Wissen zu bereichern, ohne dabei in den Tonfall eines Lehrers zu verfallen. Sie erzählte sehr viel, an diesem Wochenende an dem ich sie zu sehen bekam. Vieles sickerte leider durch mich hindurch, doch ich glaube daran, dass ich ihre Botschaften mitnehmen konnte. Ich hoffe es.

Sie war es auch, die mir das Wort „Poesietherapie“ als Erste in den Kopf pflanzte.

Sich mit Poetik und Lyrik heilen, in dem man in seinen Erinnerungen gräbt, tief in die eigenen Bilder entschwindet und dann etwas schreibt, nur für sich, um sich selbst näher zu kommen.

„Durch das Schreiben verstehe ich erst meine Gedanken“

so oder so ähnlich hat es Elisabeth Gilbert in „Big Magic“ gesagt und tatsächlich entdeckt man vielleicht noch Unbewusstes in seinem Katalog aus Bildern. Es kommt ganz darauf an in welche Lage, du dich versetzt und wohin die Gedanken wandern.

Ein Anfang dafür, wäre zu schreiben: „Ich erinnert mich..“. Das wird immer weiter gesponnen, ganz egal, wohin man am Ende angelangt. Optional gibst du dir vorher ein Thema. Zum Beispiel eine Frage, oder ein Gegenstand.

Frage: Wann hast du dich (das erste Mal) wie ein Mädchen gefühlt?

Wann war ich ein Mädchen?- Poesietherapie

Ich erinnere mich an Kleider in meiner Kindheit. Ich hatte nie genug Kleider, nie genug Kleider und nie genug Kleider für meine Puppen. Ich hatte auch keine Probleme, Rosa zu tragen, aber Blau mochte ich noch mehr, nur sah ich es nie als eine Jungenfarbe. Ich sah mich nie als ein Junge, also musste ich doch ein Mädchen sein. Der Moment in dem ich den Gedanke fasste, ich sei ein Mädchen, war nie gekommen, wie die frühkindliche Erkenntnis man sei man selbst im Spiegel. Es muss geschehen sein, aber fern abseits dessen, was das Erinnerungsspektrum zulässt. Vielleicht mag es auch sehr öde klingen und stereotypisch , dass ich eben mit Puppen gespielt habe und bei Mutter-Vater-Kind entweder Tochter oder Mutter gespielt habe. So war es aber nun mal und Baby Borns haben mich auch angezogen, ganz egal, was die Werbung dazu zeigte. Ich war ein normales Mädchen und sah das Gute dieser Welt. Sollte ich mich dafür entschuldigen?

Ich habe auch mit Jungs gespielt, aber das soll keine Verteidigung sein. Ein lächerlicher Gedanke, denn vor was sollte ich mich verteidigen? Der Normalität?

Bewusst habe ich es sicher nicht wahrgenommen, aber unter Jungs habe ich erst richtig gemerkt, dass ich ein Mädchen bin und mich unterscheide. Beim Laufen, Springen und Hinsetzen draußen war ich stets darauf bedacht, meine Kleidung nicht zu verschmutzen. Ich spielte nicht beim Fußball. Ich durfte nicht, also schaute ich zu. Manchmal lief ich ins Feld oder nahm den Jungs den Ball weg, doch es half nichts.

Ich erinnere mich nicht jemals als Mädchen angesprochen worden zu sein. Ich trug Zöpfe und Kleider, mochte Ketten mit Perlen und Anhängern um meinen Hals, as gab es da noch Anderes zu bezweifeln? Ich war und bin ein Mensch.

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Als mein Zimmer jüdisch wurde

Allgemein, Learn, Stories


Self-made Literatur to go

Sie legt die Kaugummipackung zurück in die Schublade. Auch wenn sie noch genug Platz hat, aber die würde sie wahrscheinlich sowieso nicht brauchen. Was dann? Sie blickt  in ihren bunten Stoffbeutel- Zahnbürste, Holzkamm, ihre Stoffpuppe Ida und ein kleines Büchlein mit Stift, in dem sie manchmal notiert, was sie sieht oder denkt.

Ohne zu klopfen wird die Tür aufgerissen und ihre Mutter steht mit  Fatha im Arm. Sie versucht, das sich wehrende Baby mit noch mehr Kleidern zu bedecken, als sie ohnehin schon an hat.

,,Bist du fertig?”

,,Nein, ich brauche nur noch ein paar Minuten”

,,Na gut, aber dann komm und hilf mir.” Sie klingt gehetzt und so geht sie auch wieder davon. Hin und her schweben ihre Finger über den Regale. Ob sie noch ein Buch mitnehmen sollte? Papa hatte ihr gesagt sie solle sich mehrere Paar Schuhe mitnehmen, Feste versteht sich, also werden sie viel laufen. Da wird sie sicher keine Zeit haben zum Lesen. Was sie wirklich brauchen wird, merkt sie erst, wenn sie es nicht hat, so ist es immer. Ist es dann aussichtslos, überhaupt nach brauchbaren Sachen zu suchen?  Sie dreht sich um und lässt ihr ganzes Zimmer auf sich wirken. Es ist so ruhig und friedlich- aufgeräumt und unberührt.

Sie hört ein stilles Lebewohl von ihrer Seite. Daraufhin: die Antwort all ihrer Habseligkeiten mitsamt der Wände. Elisha hatte ihre Eltern eines Abends belauscht.  In der Küche hatte sie ihre Stimmen gehört zusammen mit Stimmen, die sie nicht zuordnen konnte. Die Wortfetzen handelten von Geld und Transportmitteln, das reichte ihr, um zu verstehen. Was für eine Angst sie hatte, das Pochen ihres Herzens würde sie verraten.

Sie ist nicht dumm. Ganz im Gegenteil gehört Elisha zu den besten Schülern ihrer Klasse, als sie noch zur Schule ging.. Seit ein paar Wochen war sie nun schon zu Hause und eigentlich hatte sie gedacht, sie würden alle wieder mit dem Unterricht fortfahren. Jetzt erinnert sie sich nur noch daran, wann sie Amalia das letzte Mal  gesehen hat. Es scheint wie ein anderes Leben.

Sie hat nicht erwartet, ihr Heim verlassen zu müssen auch wenn sie schon früher bemerkt hat, dass viele Kinder nicht mehr zur Schule gekommen sind. ,,Umgezogen”, bekam sie zu verstehen, aber sie verstand nicht. Warum wollten so viele Familien umziehen? Es ist doch so schön hier: Die Sonne und die sandigen Häusern umrankt von bunten Sträuchern und Palmen. Die süßen Datteln, genoss sie auch- mitgebracht von Mama und Papa. Einige  Menschen auf der Straße wirken zwar bedrückt und verbittert, aber das war doch kein Grund wegzuziehen.

,,Kommst du nun endlich?!” Sie erschrickt und hastet  aus ihrem Zimmer. Ihr Vater packt eilig noch immer die Essensvorräte in Rucksäcke. Die Küche ist so sauber und leer, genauso wie das Haus- als habe nie jemand darin gewohnt.

Ganz leise fühlt sie das Prickeln, die Aufregung vor dem Aufbruch.  Zum einen kann sie es kaum erwarten, andererseits hat sie Angst. Furchtbare Angst vor dem Sturm der fremden Welt. Egal, wohin sie gehen würden, es könnte nicht besser sein, als die Sonne umrahmt von ihrem Fenster mit den gemusterten Gardinen.

Immer zu dreht sie den Kopf nach hinten, und sieht, wie ihr Zimmerfenster  kleiner wird und das Haus mit der Straße und den anderen Häusern verschmilzt. Sie fürchtet sich, zu fragen, wo sie jetzt hingehen würden. Niemand sagt ein Wort während sie laufen. Der Steinboden ist langweilig also schmult sie immer mal auf die andere Straßenseite. Familien und Jugendliche hasten in der sommerlichen Hitze. Ein Mann telefoniert neben einem Hauseingang und fängt plötzlich ihren Blick.

Bis zu dem Zeitpunkt hat sie sich nie gefragt, warum sie ihr Heim verlassen müssen, denn sie sah auch Menschen in Häuser einziehen. Vollbeladene Autos und LKWs  vor den Hauseingängen der Nachbarstraßen. Die Kinder hatten andere Puppen und Spielsachen, die sie nicht kannte und die Mütter trugen kein Kopftuch. Irgendwann würde sie sich sicher eine Antwort geben können.

Sie sieht die Last in den Augen ihrer Eltern, aber vielleicht ist es auch nur ihr eigene Last, die sie auf dem Rücken spürt.

Ihr Leben wird nicht mehr so sein, wie es einmal war, aber vielleicht war das auch ganz gut so.

Welchen Fragen wollen wir uns Stellen?

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Licht wird eingeblendet. Geflüster verstummt im Publikum. Eine Person schaut zu Boden, weiter hinten im Dunkeln sitzt eine zweite Person auf einer Bank.

-Was braucht es, um geliebt zu werden? Warum sind wir die Opfer unserer selbst? Wieso zerstören Niederlagen uns wenn doch auch Misserfolge Fortschritt sind?

-Nein

-Können wir noch selbstlos sein, wenn wir durch unseren Altruismus von allen Seiten ausgesaugt wurden? Werden wir gezwungen uns so zu verhalten wie die Gesellschaft es sich für uns vorstellt? Wie funktionieren Ampeln?

-Nein

Wieso macht Erfolg abhängig? Warum lesen wir nicht Sartre wenn wir es wollen? Wann bin ich interessant genug?

-ja

– Werden wir unseren Vorstellungen von uns selbst jemals gerecht? Wann hören wir auf uns zu verändern? Wie spät ist es? Was macht unsere Außenwelt mit uns? Wann sind zufrieden mit uns selbst?

– Nein?

–  Wer sind wir? Wie nehmen wir uns selbst wahr?

– Ja.

– Brauchen wir die Anerkennung anderer um glücklich zu sein? Wann sind wir wichtig?  Sind wir der Mensch von dem wir denken der wir sind? Wieso können wir Menschen nicht essen?

– Zeit ist alles, was du hast.

–  Kommen Meinungen von selbst? Warum sehen wir nie die wichtigen Dinge im Leben? Werden wir je vergessen wie unsere Umwelt aussieht? Wann haben wir genug von uns selbst? Wie lange muss ich die Augen schließen um zu vergessen?

Was unterscheidet uns voneinander?

Wie bin ich so geworden, wie ich bin?Wo finden wir uns selbst? Warum sind wir wichtig? Woher wissen wir wer wir sind? Wann sind wir zufrieden? Wie viele Gefühle müssen wir zulassen um Liebe zu empfinden? Wann bin ich interessant genug? Bin ich es wert am Leben zu sein? Ist die Welt bereit für mich und bin ich überhaupt bereit für die Welt? Wie viele Variationen gibt es eine Wassermelone zu schneiden?

Ja? Wieso können wir nicht alle Philosophen sein? Warum brauchen wir so viel wie wir glauben zu brauchen?

Ja.

Ist Versprechen ein Fehler? Wieso versprechen wir, einander zu lieben? Wie wären wir wenn wir keine Grenzen hätten so zu sein wie wir sind? Was passiert wenn wir unsere Ziele erreicht haben?

Nein

Kristina Vasilevskaja

Hilferuf nach dem Mädchen Momo

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Vielleicht kennen sie Einige, vielleicht auch nur vom Hören. Vielleicht kennt ihr dann auch ihre Geschichte und ihre wundersame Kraft.

Eine Welt, die unserer Realität zum Verwechseln ähnlich scheint, denn was sie unterscheidet, sind nur ein paar kleine Feinschliffe des Unmöglichen und vielleicht auch des Möglichen. Das Mädchen Momo kommt in diese Welt und scheint auch, zum Teil unmöglich und möglich zu sein.

Nun ist alles bereit, um eine Geschichte á la Michael Ende zu erzählen- mitreißend und durchdacht.

Wer denkt er sei zu alt für solche Kindergeschichten, der sollte erst Recht den Schritt wagen und lesen. Einige Kindergeschichten darf man nicht unterschätzen! Das habe ich vor allem bei diesem Beispiel selbst erkennen müssen. Michael Ende erschafft wunderbare Charaktere und lässt uns schmunzeln und mittrauern. Der Roman ist nämlich gar nicht so leicht zu schlucken, jedenfalls nicht, wenn man viel Mitgefühl mitbringt.

Ich hatte große Freude neben all dem Leid der Zeitdiebe und nach dem Lesen steigt das Gefühl und die Wertschätzung der Zeit sofort.

Erstaunlich ist es, dass unsere derzeitige Welt genau in das Bild der Menschen aus der Geschichte passt, bloß, dass diese von den grauen Herren der Zeit Sparkasse vereinnahmt werden. Stellt sich die Frage, von wem oder durch was wir vereinnahmt werden. Durch mehr Hektik und Zeitdruck werden wir vielleicht schneller an unser Ziel kommen, aber nicht glücklich sein.

Wer es ist nicht weiß, mag es nicht glauben – Grund genug, nach Michael Endes Buch zu greifen.

Zeit kann man nicht sparen. 

Wann ist Zeit zu etwas so Wertvollem geworden? Noch wertvoller als Geld. Denn alles Geld der Welt hat keinen Nutzen, wenn keine Zeit bleibt, es auszugeben. Wann hat unsere Welt angefangen, so geschäftig und hektisch zu sein? Ich kann mich nicht mehr an etwas anderes erinnern..

Denken wir zurück: Als Kind waren wir immerzu draußen und spielten, gingen zur Schule oder in den Kindergarten. Die Zeit bleibt die Gleiche, nur was wir damit anfangen, ändert sich natürlich, ganz  davon abhängig in welchem Lebensabschnitt wir uns befinden.

Ab und an ist es wichtig, die Augen zu schließen und zu überlegen, womit wir unsere Zeit verbringen. Ohne gleich zu bewerten.

In der Geschichte von Momo wird nicht nur Zeitsparen vorgehalten, sondern die Magie des Zuhörens und der Fantasie.

Durch dieses Buch habe ich mir erst richtig bewusst gemacht, was Zeit überhaupt ist. Ich habe mir vorgenommen, offener gegenüber allen möglichen Dingen zu werden und bewusst mal jemandem zu zuhören. Wann wurde euch das letzte Mal wirklich aufmerksam zugehört? Wann habt ihr das letzte Mal richtig jemandem zugehört? Solche Momente scheinen sich nur selten zu finden und verändern können nur wir es.  

,,Was die Menschen mit ihrer Zeit machen liegt in ihrer Verantwortung”, so der weise Meister Hora.

Wir entscheiden jeden Tag womit wir unsere Zeit verbringen und damit auch, was uns wichtig ist. Wofür tun wir bestimmte Dinge und was ist uns wirklich wichtig? Durch dieses Buch habe ich auch gelernt, dass die scheinbar unnützen Dinge, jene sind, die unser Leben zu dem machen, was es ist. Spielen und Tanzen sollte ich vielleicht mal öfter tun. Wie ist es bei euch? Liest und erkundet euch und die Welt um euch herum.

Vielen Dank Michael Ende für dieses wundervolle Geschichte! 

MOMO und andere Geschichten

Minimalism – Maximum Joy?

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Today I wanted to mention a topic that seems to become more and more of importance to the public. Many years people already started changing their lives despite their belongings and today we aim the goal of minimalism more and more as it seems to me. 

Minimalism got even a topic in my English exam and this has to mean something, right? 

Minimalism is not the only stream that breaks through the surface of mainstream; it goes hand in hand with sustainability, consciousness and an anti-consumerism. 

In fact, many people start to rethink their live despite what they eat, what they buy( and for how much!) and what they do all day. 

This process is of course not easy and meets a lot of obstacles, but if we really stuck on it, we achieve happiness. 

Though, of course one may ask how this can be? People buy more and more things in hope to be more happier and to throw away more would mean the opposite, right? 

I haven’t achieved this state of happiness yet, but as a younger person  I am still on my journey concerning these aims. It is the constant confidence for the little things you start to notice and value. As if after throwing all the waste, not particularly literal waste, away you find the relief. 

To help you maintain that goal we can find so many possibilities to guide us through our way, many of them are in English, that’s why I am writing in English as well. 

I listen to the podcast the Minimalists which is not actually a guide line but a nice funny way to think about the questions and goals minimalism is attached to. 

Two friend from the US have lived their lives as a „normal“  family including all the stuff and money, but then they both changed the way they want to live and shared their story via book and movie. In their podcasts they answer questions about plenty of topics in life and share their point of view. 

Note: I don’t get any money or anything for making this credit, but they are simply nice. 

Another thing I would like to share is the book The More of Less by Joshua Becker. It was also translated in German and Is called Weniger macht reich.

Joshua shares his story as well. He is a  priest in the US and wrote about his aim in a blog, which got a lot of attention only after several months of blogging . In his book he describes obstacles within this journey and gives help on many problems concerning living with less. Even though some ideas may sound radical first, they are worth to try at least. (For example, trying to live without a phone  for one week, two weeks, etc.) 

I really liked the way he tells his own story and how he started, with that he knows and mentions the challenges one can get throughout this aim. 

Even if you don’t want to become a complete minimalist, you don’t have to go hardcore immediately.  Still, it is worth to try, to get at least the notion and to get a different view on many different things. 

Bildergebnis für minimalism life

Wer soll dafür sorgen, dass die Dinge so verlaufen, wie du es dir vorstellst?

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DIE SINNES- DIÄT

Halt! Stopp! Nicht denken! Jetzt, jedenfalls für einen kurzen Augenblick, denn denken wird noch gefragt werden. Unsere Gedanken werden gelenkt, durch alles was uns umgibt, somit sind sehr davon abhängig, wie wir Dinge wahrnehmen.

Diät heißt nicht sofort, eine weitere Methode anders zu essen. In diesem Fall wird erklärt-  Diät bedeutet Lebensweise und dieses Buch strebt an, uns eine Lebensweise reich an Sinn zu geben. Was Sinn überhaupt ist und ob wir ihn überhaupt brauchen, wird natürlich auch vorgestellt.

Viel wichtiger ist, was das Gelesene mit uns macht, denn jedes Rezept, scheinen wir zu brauchen. Keine Kochrezepte, nein. Ein Rezept, ein Aha- Moment im Sturm der Fragen. Gleichzeitig scheint jeder Satz wie eine Herausforderung.

14 Rezepten entsprechen den 14 Kapitel  zu den Themen: Glück, Unzufriedenheit, Kommunikation, Unbekanntes, Freundschaft, Liebe, Gut und Böse, Perfektionismus, Tod, Angst und Zeit. Vor allem das Thema, nein eher Problem, Zeit, ist für uns ein markanter Punkt. Wir haben kaum Zeit und beschäftigt sein ist ein 24/7 Status.

Wer nicht aufpasst und macht über sich gewinnt wird von der Zeit verschlungen.

Wir können keine Zeit gewinnen indem wir sie sparen. Die Zeit wird immer weniger statt mehr.

Oft dachte ich mir, ob das ernst gemeint ist, ob das stimmt und man darf und soll ja auch nicht alles glauben. Hinterfragt! Das ist ebenfalls eines der Ziele dieses Buches. Zweifelt weniger und lauft nicht in eurem eigenen Hamsterrad, denn wir haben schon alles was wir brauchen, wir müssen uns dem nur öffnen. Mit jedem Rezept entdecken wir verborgene Fragen und Gedanken über unser selbst und den Menschen an sich.

Wir denken oft ,,Damit habe ich doch nichts zu tun. Das brauche ich nicht.”  

Erschreckend ist: das Buch hat seine Bestsellerlistenzeit zwar schon hinter sich, trotzdem passt jedes Problem in unser Jahrzehnt.

Traurig, dachte ich mir beim Lesen, denn anscheinend hat sich die Menschheit nicht weitgehend  entwickelt. Wie gut, dass es auch heute Gegenbewegungen gibt und Bücher, wie dieses, die uns die Augen und Köpfe öffnen wollen.

Sich losmachen vom fixieren der Dinge. Alles verändert sich. Nichts ist vorhersehbar. Nichts ist kontrollierbar. Schon gar nicht unser Leben.

Ein bisschen komisch ist es schon, dass die Philosophin und Autorin Rebekka Reinhard mit philosophischen Beratungen Menschen zu eigener Besinnung bringt. Einige lustige als auch merkwürdige Ereignisse in diesen Beratungen gibt sie wider und lässt uns nicht nur durch sie unseren eigenen Gedanken freien Lauf.  

Eudaimonia 

Sie schlägt auch eine Brücke zu verschiedenen Philosophen und philosophischen Richtungen und zeigt, was wir lernen können. Was wir aus dem Buch mitnehmen liegt ganz bei uns , denn wir müssen nicht alles sofort als wahr und richtig bezeichnen. Es gilt aber, den Blickwinkel zu erweitern und freisinnig in die Welt zu blicken.

Durch dieses Buch habe ich mehr gelernt, als mir jetzt wahrschienlich bewusst ist und ich lebe mit dem Ziel, das Leben als ein Kunstwerk zu sehen. Ein wunderschöner Gedanke, der auch aus diesem Buch stammt.

Unser Leben ist keine Option. Unser Leben ist wirklich und einzigartig. Es gibt keine Alternative. Wir müssen es leben.

Für wen ist ,,die Sinnes-Diät” ?

  • Für Menschen, die den immergleichen  Alltag satt haben, die aus ihrem Hamsterrad flüchten wollen, wenigstens gedanklich.
  • Für menschen, die bereit sind ihren Geist zu fördern
  • Für Menschen, die einfach nur dem Leben näher kommen wollen

Danke für dieses Buch, Rebekka Reinhard! Die Sinnes-Diät 

Wer soll dafür sorgen dass die Dinge so verlaufen wie du es dir vorstellst? – Seneca

Milch und Honig für eine bessere Welt

Kunst Überall, Learn

Schwarzes Buch. Vielleicht 200 Seiten. Weiße Bienen starren mit ihren Gitteraugen auf die den fremdartigen Namen der Autorin- Rupi Kaur.

Wenn wir mit dem Daumen die Seiten wie bei einem Daumenfilm vorbeiziehen lassen, den

ken wir es ist nicht viel, nicht viel Text, aber viele Zeichnungen, doch hinter wenig Worten können sich viele Gedanken verbergen.

Ein Debüt, ein Solches, habe ich gehört, denn wie ein Wucht hat Rupi Kaur damit eingeschlagen und Millionen Menschen inspiriert. Die Themen sind verschieden- jedes Kapitel widmet sich einem Problem, einer Lebenslage.

Das Leiden
DasLieben
Das Brechen
Das Heilen

Gewalt zwischen Mann und Frau, Gewalt zwischen Eltern und Kindern und auch zwischen Fremden ist etwas so Präsentes und dennoch können wir unsere Augen so leicht davor schließen.

Was ist wenn wir uns den bösen Dingen öffnen? Es tut weh. Es tut weh, die schlechten Seiten unseres Seins zu sehen, aber jedesmal ist es so wichtig, dennoch beide Seiten zu sehen.

Gewalt und Missbrauch sind aber nicht die einzigen Dinge über die wir nachdenken beim Lesen der Verse. Es ist Liebe, die eine ganz vielfältige Rolle in dem Band übernimmt. Die Liebe zur Mutter und zum Vater, die Liebe zu sich selbst und auch zu einem anderen Menschen klingen wider in ihrer Poesie.

Wir spüren auch Schmerz und Verbitterung in nur ein paar Worten und es tut so gut, zu wissen, dass man nicht allein ist mit seinen Wahrnehmungen.  

Dann schließlich bekommen wir Aufmunterung und Mut geschenkt, neben Fragen, die wir uns selbst stellen.

Sie lässt uns das alles nur durch ein paar Zeilen, Worte, Verse,  sehen und fühlen,  lässt  die Haut kribbeln und kurz innehalten, um hochzusehen und sich zu vergewissern, wo man eigentlich ist.

Wenn die Scheiben der Bahn das Innere der Waggons reflektieren, weil draußen alles dunkel ist, dann ist es perfekt Rupi dabei zu haben.

Wenn man gerade verlassen wurde oder einfach nur etwas Mut und fremdes Leid braucht, dann ist es perfekt Rupi dabei zu haben.

Wenn man einfach etwas Abstand braucht von allem und sich gleichzeitig nicht abschotten will, dann ist es perfekt von Milch und Honig zu lesen.

if the hurt comes

so will the happiness

-be patient

Natürlich empfiehlt es sich, Bücher immer in der Originalsprache zu lesen, hier wäre es Englisch, aber auch die Deutsche Version ist lesenswert, wenn Englisch nicht möglich ist.

Nach Milk and Honey ist noch ein weiteres Buch von Kaur veröffentlich worden. Ich habe es selbst noch nicht gelesen, aber the sun and the flowers soll mindestens genauso gut sein.

 

Tapete fliegt am blauen Himmel und ich schreie nach Hilfe

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Manchmal, wenn wir so vereinnahmt sind von unserem Alltag, in ein und dem selben Ablauf mit vielleicht ein paar Abweichungen feststecken, dann sehnt sich unsere Seele nach Veränderung. Einem Schwung , einer frischen Brise aus einer unentdeckten Gegend.

Wir bleiben stehen, schauen hoch zum strahlend blauen Himmel und fragen uns: Was brauche ich? Was sollte ich ändern, um nicht einfach so weiterzumachen wie bisher?

Der Himmel antwortet nichts. Natürlich- denn, es liegt an uns, herauszufinden, was wir verändern sollten. Brauche ich eine neue Frisur oder ist doch  Größeres von Nöten, um mein Leben ein Stück neuer zu gestalten. Tapetenwechsel, bitte! Aber wozu Tapeten wechseln, wenn wir sowieso nie zu Hause sind? Gut, dann immer einen neuen Weg wählen, bei  Arbeit zu fahren, aber reicht das aus?

Im Herbst einen Frühjahrsputz machen, den Kleiderschrank ausmisten, Neues finden und Altes spenden. Vielleicht ja doch ein neuer Haarschnitt. Vielleicht trage ich ab jetzt nur noch schwarz.

Die Pariserin in mir betrachtet das Problem psychoanalytisch. Ich habe ein tief in mir liegendes Bedürfnis, das nicht gestillt ist und auf trivialem Wege versucht, sich zu zeigen. Tapetenwechsel ist ein Zeichen für den Wunsch nach Veränderung, aber auf welcher Ebene? Ich bin mir sicher, wenn ich einen neuen Haarschnitt will, will ich weit mehr als einen neuen Haarschnitt.

Es wird Zeit, mal einen Schritt zurückzutreten und sein eigenes Leben, den eigenen Standort, von der Seite zu betrachten.

Wenn wir all das Zeug, was uns vermeintlich glücklich macht beiseite schieben, wenn wir die Augen öffnen für das, was uns wirklich wichtig ist, dann können wir auch entdecken, was wir brauchen.

Es ist nur dieser kleine Trippelschritt, der gemacht werden muss- objektiv einen Blick auf sein Leben werfen und sich konkrete Fragen stellen: Wie sieht mein Alltag momentan aus? Mit welchen Dingen beschäftige ich mich am Meisten? Was möchte ich eigentlich tun? Wann bin ich nicht ganz anwesend?

Ein neuer Haarschnitt ist eine Veränderung, die es wert ist, ausprobiert zu werden, aber nicht nur. Wie fühle ich mich, wenn ich mich nicht nur verändert im Spiegelbild sehe, sondern auch noch zufrieden?

Tapetenwechsel heißt Veränderung nicht nur mit dem, was wir sehen, sondern mit dem was wir erleben, also schmecken, riechen, fühlen und hören. Probier‘ Neues aus! Ganz neues, etwas woran du gar nicht gedacht hast, gar nicht in Erwägung gezogen hast zu tun und beobachte, was es mit dir macht und wie es dich verändert. 

5 Dinge, die ich von ,,Search Inside Yourself“ gelernt habe – Anleitung zum Glücklich Sein

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Glück. Ich wünsche Mir Glück für das neue Jahr, doch was steckt dahinter? Glück ist doch das Erste, was einem als Wunsch in den Sinn kommt. ,,Ich möchte glücklich sein.“ Oder ,,Ich möchte glücklicher werden“ Das bedeutet doch, dass wir im Moment nicht glücklich sind oder? Oder etwas ändern möchte, um dann sagen zu können, ich bin zufrieden mit mir und das macht mich glücklich. Es spielt jedoch überhaupt keine Rolle, ob das neue Jahr angefangen hat. Wir neigen nur dazu, mit dem anfangendem Jahr einen Neuanfang zu starten. Ich kam zu dem Schluss, dass der beste Zeitpunkt etwas zu ändern, Jetzt ist.

Deshalb: Frag dich was kann ich in meinem Leben besser machen.

Frage dich: Was kann ich heute tun, damit Gestern neidisch wird?

Das Buch ,,Search Inside Yourself“ hat viele interessante Gedanken, wie man glücklicher wird zusammengefasst und ich möchte nun wiederum diese zusammengefassten Ideen zusammenfassen.

Das Fundament dieses Buches und unseres Glückes beruht auf Achtsamkeit und Meditation.

Gefühle, Gedanken und Emotionen nehmen einen wichtigen Teil unseres Selbst ein. Meistens leiten Sie uns und verzerren unsere Sichtweise auf bestimmte Situationen. Wir sind regelrecht beherrscht von Ihnen.

Zu allererst ist es wichtig diese Empfindungen wahrzunehmen, ohne über sie zu urteilen. Und dann müssen wir uns vorstellen dieses Gefühl habe einen Platz in unserem Körper. Wir geben dem Gefühl einen Platz und beschreiben es, beschreiben, wie es sich auf uns auswirkt und was es mit uns macht. Wir dürfen dieses Gefühl jedoch keine Abneigung zeigen oder uns mit ihnen identifizieren, denn sie sind einfach eine Empfindung unserer Körpers.

Am besten gelingt das alles durch Meditation. Also einfach hinsetzen oder legen, Augen schließen und in sich hineinhorchen. Dabei sollte man zuerst auf die Atmung achten, um dann, den Körper nach und nach immer mehr wahrnehmen zu können.

Meditation ist dabei einfach nur Sein. Ja. Genauso wunderbar wurde es im Buch beschrieben. Wenn wir Meditieren dann können wir uns schlicht dem Zustand des Seins öffnen. Wir öffnen uns der Welt und lassen Glück ganz einfach zu.

Das Buch ,,Search Inside Yourself“ hält als Grundgedanken fest: Das Glück ist in dir drin, dort kannst du es finden (Passender Titel, was?)

Allgemein bekannt ist ja, dass man Andere so behandeln sollte, wie man auch selbst behandelt werden möchte. Jedoch sollte man sich dessen viel öfter bewusst sein. Möchten wir also kein Leid, so sollten wir es Anderen auch nicht wünschen. Genauso ist es mit Freude. Es ist ein bewiesener Nebeneffekt, dass man selbst Freude verspürt, wenn man Anderen etwas Gutes getan hat. Das muss nicht zwingend etwas Materielles sein. Wir können Anderen Freude entgegenbringen in dem wir Ihnen Aufmerksamkeit schenken oder ihnen zeigen, dass wir an sie denken.

Versuche einfach mal jemandem deine ungeteilte Aufmerksamkeit zu widmen, wenn er oder sie etwas erzählt. Du wirst merken, wie deine Gedanken springen oder du etwas Loswerden willst. Bleib einfach mit deiner Aufmerksamkeit bei der Person.

Da haben wir sie nämlich! Die Aufmerksamkeit spielt eine sehr wichtige Rolle für unser Glück. Denn nur wer aufmerksam genug ist, wird das Glück nicht verpassen. Deshalb ist die nächste Empfehlung, allem was uns umgibt, so viel Aufmerksamkeit wie möglich entgegen zu bringen. Dazu gehört vor allem die Menschen, die uns umgeben, unsere Umwelt, also auch unmittelbare Situationen und auch unser eigenes Handeln.

Dies kann sogar einfaches Gehen sein. Wir richten unsere innere Aufmerksamkeit auf unseren Körper und die Bewegung unserer Füße.

Wenn wir essen, dann sollten wir uns vollkommen darauf konzentrieren und es genießen, somit werden wir auch dankbarer damit umgehen.

Wenn wir etwas gern tun- Radfahren oder Tanzen und mit vollem Bewusstsein darin aufgehen, dann entsteht ein sogenannter Flow. Dabei sind wir mit unserer Aufmerksamkeit bei dem was wir gern tun und uns optimal herausfordert. Wir fühlen uns gut mit dem was wir tun und werden so zufrieden und glücklich mit uns selbst!

Diese Erlebnisse sind aber nicht besonders langanhaltend. Laut dem Buch ergibt sich dauerhaftes Glück, wenn wir Teil von etwas Größerem werden und es als sinnvoll empfinden. Dies ist ein langer Prozess den wir unser ganzes Leben durchmachen, denn wir beschäftigen uns intuitiv mit Dingen, die wir als wichtig anerkennen. So kommt es, dass wir uns für bestimmte Dinge einsetzen, Veränderungen, die uns sinnvoll erscheinen und glücklich sind wenn wir etwas erreicht haben.

Natürlich können wir nicht jeden Tag glücklich sein oder einfach so Sorgen vergessen, aber wir können an unserem Glück arbeiten, nach Dingen suchen, die uns wichtig sein, in denen wir gut sind. Dinge, die uns mal vergessen lassen. Also lasst uns unser Glück in uns selbst finden.

Wie schreibt man Winter?

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Einige setzen ihre Skihelme auf, die Schnallen der Skier fest an die Fußsohlen geklebt, andere fliegen auf einsame Sonneninseln, ich dagegen verwöhnte meinen Geist mit Literatur und guten Menschen. Fragt sich nun, was besser ist.

Es war ein sonniger Montag und für die meisten der Beginn einer weiteren Arbeitswoche. Für die Berliner Jugend der Beginn einer schulfreien Woche. Ich will nicht prahlen – ich stelle fest und meine, dass die Sonnenstrahlen auf das Lächeln eines Jeden wirken sollten. Winter ist doch gleich viel angenehmer, wenn klarer Himmel die vom Schnee gezeichneten Straßen erhellt.

Angekommen am Gleis war bereits eine bunte Menge Leute versammelt, die sich aufgeregt unterhielt. Mit jeder neu ankommenden Person stieg die Vorfreude, bis dann schließlich der Zug nach Trebnitz eintraf. Es wurde so viel erzählt, jeder kannte Jeden und hatte den Anderen monatelang nicht gesehen. Die Vorfreude und Energie der Anderen war so ansteckend. Ich fragte nach Namen und stellte genauso oft die Frage ,,Wie oft warst du schon in Trebnitz?“ Und verwechselte auch noch alles.

Drei Dinge wurden mir an meinem ersten Tag bewusst:

1. Die Mitglieder der Literaturwoche, oder wie sie inoffiziell genannt wurde ,,das Spezi“ waren eine große Familie. Ein Grund dafür ist einfach, weil so viele schon so oft dort gewesen waren und auch, weil so viel Vertraulichkeit in der Luft lag.

2. ,,Wie fühlt es sich an, wieder nach Trebnitz zu kommen?“ ,,Wie für eine kurze Zeit nach Hause zu fahren.“

3. Das Spezi ist eine riesige Tradition bestehend aus etlichen kleineren Traditionen und Ritualen. Angefangen von ,,Hallo, Hallo?“ – ,,Wir sind’s!“ Zur Begrüßung bis zum Anklagen eines vermeintlichen Zaubertrolls.

Einer meiner Lieblingsbräuche war das Energizing. Es gab eine Auswahl an verschiedenen sinnfreien, aber äußerst witzigen Einheiten, die wir durchführten, wenn sich ein wenig ,,meh“ oder ,,eh..“ gefühlt wurde. (Ausgesprochen, klingt das verständlicher)

Es gab den Wotanshou Tanz, der von dänischen Pfadfindern nachempfunden wurde. Man spricht dabei eigenartige Reihen von skandinavisch klingenden Worten und hampelt mit den Beinen und Armen in einer bestimmten Reihenfolge – klingt doch wundervoll! So sprachen und bewegten wir uns alle zusammen, damit es gemeinsam total belämmert aussah und das machte Spaß.

Ein weiterer Energizer handelt von einer Banane, die zuerst geschält, dann geschnitten, gegessen und schließlich ausgekotzt wird. Begleitet wird diese Einheit von sinnlosen Wörtern, die, wie ein Mix aus Latein und Italienisch klingen. Einfach herrlich! (Die Sprache kann man sich ein wenig wie bei dem Minions vorstellen)

Einen weiteren Teil der Woche, den ich sehr genossen habe, waren die originellen Tischgespräche. Ein ganz interessanter Gedanke war die Etablierung von Muttermilch und Muttermilchprodukten. Es wurde kontrovers diskutiert inwieweit ethisch vertretbar die Durchführung wäre und wer überhaupt aus Muttermilch hergestellten Yoghurt essen würde. Atomkraftwerke und die Wehrpflicht waren ebenfalls häufige Themen. (Ich hoffe das darf ich herausplaudern)

Der eigentliche Kern dieser Woche lag jedoch bei unseren Texten, die wir am Ende in einer Lesung vorstellten. Texte, die noch nicht geschrieben wurden und zu denen die meisten noch keinerlei Ideen hatten. Also Fingen wir an mit Workshops zum Basteln von Briefumschlägen und dem Erstellen einer Spezi-Gestalt. Macht Sinn. Macht Spaß.

Schließlich hatten wir an unserem ersten Tag wunderschön gestaltete Briefumschläge für jeden. Diese wurden an eine Pinnwand geheftet und jeder konnte jedem, anonym oder auch nicht, Botschaften schenken. An diesem Montag war auch Sascha Kim Andrea geboren: eine Gestalt, dass uns durch das Spezi begleiten sollte und unsere Erinnerungen sammelte. Ihre Persönlichkeit wurde über die ganze Woche hinweg von allen Teilnehmern vervollständigt. Neben „SKA“gab es noch weitere herumlungernde Wesen, nämlich die geheimen vom Los auserwählten Trolle, die Leute verzaubern konnten. Und neben all diesen schönen Dingen hatten wir noch einen Text zu schreiben! Gut, dass da noch die verlockenden täglichen Workshops waren, die mit ihren Themen über verlassene Inseln, Lyrik und Surrealismus die Zeit noch schneller vergehen ließen.

Der letzte Abend war das große Highlight an dem wir Uns Sketche ausgedacht hatten und aufführten. Danach folgte eine weitere Tradition: das Bücherschreiben. Jeder durfte sich ein Buch aussuchen, worin dann Jeder eine Eintragung hinterließ. Die Bücher wurden mit den liebevollen Eintragungen dann noch viel wertvoller. Ich liebte es all die verschiedenen Handschriften zu lesen, die verrieten, wie gemocht ich wurde. Manchmal war es doch besser als jede Schokolade, sich von geliebten Menschen mit Worten und Gedanken verwöhnen zu lassen.

Dinge, die ich von der Literaturwoche gelernt habe

  • Umgeben sein von wundervollen Menschen, die dir gut tun, ist besser als jeder Luxusurlaub
  • Inspiration lässt dein Herz, wie Schokolade im Sommer schmelzen, nur dass du nicht auf den Sommer warten brauchst
  • Durch Öffnen der Ohren und der Seele zu Anderen findest du Kreativität und Inspiration
  • Inspiration findest du auch durch einfaches Beobachten und Hinterfragen deiner Umgebung

Ich hatte das Glück, diese Eindrücke und Erinnerungen im Schloss Trebnitz mit den kreativsten und einzigartigsten Menschen zu sammeln. In den prächtigen Räumen des Schlosses widmeten wir uns dem, was uns verband und unsere Seelen erfüllte- dem Schreiben, jedenfalls im besten Fall.

Den kleinen gefrorenen See in der Winterlandschaft beobachtend, umrahmt von Schilf und Gräsern , die vom feinem Schnee gesprenkelt waren;Baumstumpfe und Holzbänke vervollständigten dieses idyllische Bild und es entstand der perfekte Ort, um Gespräche über Menschen und das Universum mit den interessantesten Menschen zu führen.

Nun leide ich und freue mich zu gleich. Post-Spezi-Depression. Wenn du nicht wahrhaben willst, dass es vorbei ist, dass diese wundervollen Menschen wieder in ganz Deutschland zerstreut sind. Wenn du mit aller Kraft versuchst in den normalen Alltag zurückzukehren, fern von abstrusen Energizern, die sich nur Pfadfinder aus Dänemark hätten ausdenken können, kuriosen Gesprächen beim Essen und den Morden in den Werwolfspielen um Mitternacht.

Diese Woche war so gefüllt mit Freundlichkeit und Herzenswärme. Ich bin so unendlich glücklich und dankbar, diese Kreativität und diese Menschen und all das Schreiben verspürt zu haben.

Ich danke den Schreibenden Schülern und ihren Unterstützern für so etwas wie das Spezi. Ich habe niemanden getroffen, der nicht gern dort war, der nicht gern Teil dieser wundervollen Familie sein durfte.

Ich danke auch Renate Zimmerman, der ich so viel zu verdanken habe und, die mich dem Schreiben und allem was dazu gehört stets näher gebracht hat.